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Jacksonville Jaguars quarterback Gardner Minshew leaves the field after an NFL football game against the Denver Broncos, Sunday, Sept. 29, 2019, in Denver. (AP Photo/Jack Dempsey)

Ist Gardner Minshew «the real deal»? Die Highlights dieser Woche meinen: Ja! Bild: keystone

Minshew-Magic, schlechte Schiris und 7 weitere Highlights des NFL-Sundays

Das erste Viertel der Regular Season der NFL ist Geschichte. Wie jeden verdammten Sonntag sonst auch, so hat diese Woche ebenfalls nicht mit Highlights gegeizt.



Diese Woche hatte es in sich. 14 verschiedene Quarterbacks haben KEINEN Touchdown geworfen (darunter auch Patrick Mahomes ...). Larry Fitzgerald (WR, Arizona Cardinals) hat Tony Gonzalez in der ewigen Bestenliste der gefangenen Pässe als Nummer 2 abgelöst (Nummer 1 bleibt Jerry Rice). In der Halbzeitshow beim Spiel Bills – Patriots wurde geheiratet. Zuerst aber ...

... die Resultate:

Bild

Bild: screenshot nfl

Nun eine nicht abschliessenede Auswahl der wöchentlichen Highlights!

Es ist so weit: THE MINSHEW MAGIC IS REAL.

Als Neo-Franchise-QB Nick Foles in der Offseason von den Philadelphia Eagles zu den Jacksonville Jaguars geholt wurde, war die Euphorie in Florida gross. Immerhin ist «St.Nick» der Super-Bowl-MVP von 2018. Doch er verletzte sich in der ersten Woche dieser Saison und wird kaum wieder zeitig zurückkehren. Auftritt Gardner Minshew II, Overall-Pick Nummer 178 des diesjährigen Drafts.

Nach Woche drei war man sich einig: Irgendwie hat dieser Typ etwas. Und Football spielen kann er auch. Aber ist er wirklich «the real deal»? Man traute sich nicht, daran zu glauben. Kann ja nicht sein, ein Rookie aus Washington State aus Draftrunde 6! Nach dieser Woche getraue ich mich jedoch: The Minshew Magic is real.

Beweisstück A:

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Sauber ausgeführter Double-Pumpfake, der die Defense splittet, was TE James O'Shaughnessy den nötigen Platz in der Mitte verschafft. Video: streamable

Beweisstück B:

Pocket-Awareness aus dem Bilderbuch – so, wie man es vielleicht von einer QB-Grösse à la Aaron Rodgers, Patrick Mahomes oder Russell Wilson erwarten würde.

Und Bold Prediction: Foles kann froh sein, wenn er nach seiner Rückkehr noch Starting QB ist ...

Eine Spielübersicht, die dir ein Spiel gewinnen kann

Nachdem Patriot-Tight-Ends Rob Gronkowski in der Offseason seinen Rücktritt bekannt gab, bedeutete dies, dass Kansas-TE Travis Kelce seither unbestritten der beste Tight End der Liga ist. Das Lieblingsziel von Star-QB Patrick Mahomes brilliert seit Jahren durch präzises Route Running und starke Hände – insbesondere bei Catches unter Druck.

Diese Woche zeigte Kelce der ganzen Liga, dass er noch einiges kompletter ist, als man denken würde. In der entscheidenden Phase des Spiels bewies der «Mini-Gronk» eine Spielübersicht, die einem Team ein Spiel gewinnen kann.

2nd & 12, 4. Viertel, knappe drei Punkte voraus. Bitte, Mr. Kelce:

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Mit einem Lateral Pass auf RB LeSean McCoy ermöglicht Kelce den Chiefs 20 Yards Raumgewinn mehr, als wenn er den Ball «nur» gefangen hätte. Kudos auch an McCoy, der goldrichtig auf die Situation reagiert. Video: streamable

Beckham Jr. wird (fast) zu Mahomes

Viel zu melden hatte Odell Beckham Jr. im Spiel gegen die Baltimore Ravens nicht. Die Browns brachen durch kluges Playcalling und ein effizientes Laufspiel immer wieder den Spielrhythmus. Am Boden brillierte Nick Chubb, durch die Luft vor allem WR Jarvis Landry, der davon profitierte, dass OBJ gefühlt die gesamte Defense auf sich zog.

Beckham Jr. beendete das Spiel mit mageren zwei Catches für gerade mal 20 Yards. Und beinahe auch einem Touchdown – jedoch nicht als Receiver. Dass der Wide Receiver aus der LSU ein guter Werfer ist, bewies er bereits letztes Jahr, als er zwei Touchdown-Pässe warf.

Dieses Jahr zeigt er, dass gut 60 Yard-Pässe ebenfalls drin liegen (würden):

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Das Highlight: Beckham weicht in der Manier eines Carson Wentz gleich zwei Pass Rushern aus und wirft dann (unter Druck) ganze 60 Yards tief. Video: streamable

Patriots machen weiterhin Patriots-Sachen

Die Buffalo Bills sind ein wenig das Überraschungsteam der Saison. Deshalb traute man ihnen gegen die New England Patriots durchaus einen Exploit zu. Leider verletzte sich QB Josh Allen, der das Team bislang stark geführt hatte, weshalb Backup-QB Matt Barkley einspringen musste. QBs leben diese Saison gefährlich ...

Aber es wäre auch sonst schwer geworden für die Bills. Denn die Patriots sind als Team schlicht zu komplett. Zieht die Offense wie am Sonntag einen schwachen Tag ein, wächst die Defense über sich hinaus. Oder (wie bereits letzte Woche) die Special Teams. Und es gab dabei eine Premiere.

Der 34-jährige Wide Receiver/Special-Teamer Matthew Slater scort seinen ersten Touchdown in seiner 12. Profi-Saison.

Unterirdische Schiedsrichter

In dieser jungen Saison leider (trotz verbesserter Möglichkeit der Coaches, Entscheidungen zu überprüfen) bereits ein andauerndes Problem. In Woche 2 erfuhren dies die Saints, als ein Play schlicht zu früh abgepfiffen wurde, was Sean Paytons Team einen Touchdown kostete.

Diese Woche sorgte erneut eine Touchdown-Szene für Stirnrunzeln: Ein Touchdown von Matthew Stafford auf Kenny Golladay, der nach dem Review gutgeheissen wurde, obwohl Golladays zweiter Fuss ziemlich, ziemlich eindeutig die Linie der Endzone berührte.

Hier die Szene:

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Video: streamable

Wie hättest du als NFL-Referee entschieden?

Eine ebenfalls fragwürdige Szene spielte sich zwischen WR Odell Beckham Jr. und Cornerback Marlon Humphrey im Spiel zwischen den Browns und den Ravens ab. In einem Scharmützel gingen sich die beiden an die Kehle.

Und zwar wortwörtlich:

Hier noch die Szene in voller Länge:

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Video: YouTube/DEVO Highlights Presents

Die Refs sahen allerdings keinen Grund, irgendjemanden des Feldes zu verweisen, obwohl es sich (mindestens in Bezug auf Humphreys Würgeattacke) sehr klar um grob unsportliches Verhalten handelte.

Wie hättest du als NFL-Referee entschieden?

Allzweckwaffe McCaffrey beweist Händchen

Christian McCaffrey ist die Lebensversicherung der Carolina Panthers. Der Running Back spielt praktisch jeden Snap in der Offense, wobei er den Grossteil der Rushes des Teams ausführt, während er ebenso präsent bei Passing Plays ist. Dass er eigentlich alles kann, muss er nicht mehr beweisen.

Und tut es dennoch, mit diesem phänomenalen Catch:

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Da könnten sich die Dolphins-Running-Backs mal eine Scheibe davon abschneiden ... Video: streamable

Wie man die Kansas City Chiefs verteidigen kann

Die Chiefs-Offense rund um Patrick Mahomes ist kaum zu bremsen. Nach der Verletzung von Nr.-1-Wide-Receiver Tyreek Hill spielte das Team von Andy Reid weiter, als wäre nichts gewesen. Als Verteidigung sieht man da sehr schnell sehr dumm aus.

Nicht so Justin Coleman, Cornerback der Detroit Lions. Der 26-Jährige bleibt in der Man Coverage unerbittlich an «seinem Mann» Sammy Watkins dran und verhindert einen sicheren Touchdown, wie wir ihn von den Chiefs schon zuhauf gesehen haben.

Gerne auch mit Ton schauen ...

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Video: streamable

Kyle «Houdini» Allen

Kyle Allen, der für den verletzten Starting QB Cam Newton für die Panther «under centre» ist, zeigt eindrücklich, wie man das Pass Rushing der Houston Texans pariert. Nicht irgendeiner, nein, J. J. Watt – der womöglich beste D-Liner seiner Generation – kommt locker durch die (in dieser Situation fragwürdige) O-Line der Panthers und ...

... wird von Allen genarrt! Das sieht man bei Watt auch nicht alle Tage ...

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Video: streamable

Kleine Feinheiten

Das Spektakuläre liegt beim Football oftmals in den Kleinigkeiten. Manchmal ist ein 70-Yard-Touchdown-Rush einfacher als eine 2-Yard-Reception. Darum wollen wir diesen Listenpunkt all jenen Situationen widmen, die nicht für viel Furore sorgen, aber eigentlich schlichtweg sensationell sind.

Will Fuller und der Kampf um Inches

Wide Receiver Will Fuller von den Houston Texans steht klar im Schatten seines Kollegen DeAndre Hopkins. Im Spiel gegen die Panthers zeigt er, dass er kein Yard, kein Inch verschenken will. Eine Stilstudie zum Geniessen für jeden Wide-Receiver-Coach.

Sensationell:

Animiertes GIF GIF abspielen

gif: gyfcat

Mahomes' Spielverständnis aus einer anderen Liga

Patrick Mahomes verfügt über ein Spielverständnis, dass so manchen gestandenen QB vor Neid erblassen lässt. Letztes Jahr war da der No-Look-Pass (oder den Shovel Pass mit links). Dieses Jahr geht er einen Schritt weiter – und kümmert sich nicht nur um das Spielgeschehen, sondern auch noch darum, ob eine Flagge geworfen wurde, ehe er seinen QB-Rush durchzieht. Unfair, diese Weitsicht.

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Video: streamable

Was hinter einem unspektakulären Touchdown steckt

Matthew Stafford zeigte ein solides Spiel, warf für 291 Yards, drei TDs und keine Interception. Neben dem Ghost-TD (Punkt 5) waren die TDs sauber, aber halt nicht «spektakulär».

Zum Beispiel dieser hier:

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Video: streamable

Doch was steckt dahinter? Aus einer anderen Perspektive sieht man, dass Stafford bei diesem Pass ein Mini-Fenster hatte und den Ball dabei zwischen vier (!) Verteidigern durchspielen musste. Das alles, während der Druck der D-Line immer grösser wird.

Hier die andere Perspektive:

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Video: streamable

Lamar Jacksons Rush-Skills

Ravens-QB Lamar Jackson ist für sein starkes Laufspiel bekannt und bei Verteidigungen dafür gefürchtet. Doch nicht jeder Rush beinhaltet einen riesigen Raumgewinn oder spektakuläre Hurdles. Manchmal sind es Feinheiten, die zum mit der Zunge schnalzen sind.

Reichte sogar für ein First Down:

Over-the-shoulder-Catch in Perfektion

Für Receiver etwas vom schwierigsten sind sogenannte Over-the-shoulder-Catches, da der Ball kurz aus dem Sichtfeld verschwindet, ehe er über der anderen Schulter wieder auftaucht. Hier in Perfektion gezeigt von Bills-Tight-End Dawson Knox.

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Video: streamable

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
jedi404
30.09.2019 14:05registriert September 2019
Der Touchdown von Golladay war schon korrekt. Auch wenn der Fuss zwar zum Ende auf der Linie steht rutscht er zuvor bereits innerhalb des Spielfelds über den Boden. Nicht sehr eindeutig zwar, aber nicht genug um das Ruling-on-the-field zu ändern. In der amerikanischen Übertragung übrigens lang und breit erklärt. Alles ein wenig kompliziert, aber nicht wirklich eine eklatante Fehlentscheidung.
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