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Kamila Valieva – egal was passiert, eines der Gesichter dieser Spiele.
Kamila Valieva – egal was passiert, eines der Gesichter dieser Spiele.Bild: keystone

Weitere Substanzen in Valievas Dopingprobe gefunden – Olympia-Resultate nur vorläufig

Die Resultate des Frauen-Wettbewerbs im Eiskunstlauf mit der nach dem Kurzprogramm führenden Kamila Valieva werden laut IOC als vorläufig gelten und mit einem Stern versehen.
16.02.2022, 07:5016.02.2022, 10:49

Der Grund dafür sind die laufenden Ermittlungen in der Doping-Affäre um die 15-jährige Russin, sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Nach dem Kurzprogramm führt Valieva die Konkurrenz in Peking an, die Entscheidung in der Kür fällt am Donnerstag.

Auch das Resultat des Team-Wettbewerbs, den das russische Team mit Valieva gewonnen hatte, sei als vorläufig zu betrachten, betonte Adams. Zuvor hatte das IOC entschieden, für den Fall eines Medaillengewinns von Valieva im Einzel auf eine Siegerehrung zu verzichten. Auch die Medaillenzeremonie für den Team-Wettbewerb war kurzfristig abgesagt worden.

Grossvaters Herztropfen

In einer Dopingprobe von Ende Dezember war bei der Europameisterin das verbotene Herzmittel Trimetazidin nachgewiesen worden. Der positive Test wurde aber erst während der Winterspiele in Peking bekannt.

Vom internationalen Sportgericht (CAS) erhielt Valieva dennoch die Starterlaubnis für den Einzel-Wettkampf. Sie argumentierte ihre positive Probe mit einer Verunreinigung durch ein Herzmedikament ihres Grossvaters.

Weitere Substanzen entdeckt

Laut einem Bericht der «New York Times», die sich auf Quellen aus der CAS-Anhörung beruft, sollen sich in der Probe von Valieva gleich drei verschiedene Substanzen befunden haben, die als Herzmedikation dienen: neben Trimetazidin auch Hypoxen und L-Carnitin.

«Es ist eine Dreierkombination von Substanzen – zwei davon sind erlaubt, und eine ist nicht erlaubt», erklärte Travis Tygart, der Chef der US-Anti-Doping-Agentur (USADA). Man könne sie mit dem Ziel einsetzen, die Ausdauer zu erhöhen, Müdigkeit zu reduzieren und eine effizientere Sauerstoffnutzung herbeizuführen. Medienberichten zufolge hatte Valieva die Einnahme von zwei legalen Herzmitteln auf dem Anmeldeformular vor einer Dopingkontrolle angemeldet.

Nach ihrem gelungenen Kurzprogramm kann Valieva die Tränen nicht zurückhalten.
Nach ihrem gelungenen Kurzprogramm kann Valieva die Tränen nicht zurückhalten.Bild: keystone

IOC will Lehren aus dem Fall ziehen

IOC-Sprecher Adams verwies erneut darauf, dass das laufende Verfahren abgewartet werden müsse. Bisher sei noch nicht einmal die B-Probe Valievas untersucht worden.

Mit Blick auf den künftigen Umgang mit Dopingfällen im Umfeld Olympischer Spiele werde man Schlüsse aus der Causa ziehen. «Es ist aber sehr schwierig, Lehren aus einem Fall zu ziehen, der nicht einmal abgeschlossen ist», sagte Adams. Angesichts des Alters von Valieva müsse man «sehr verantwortungsvoll sein, wie wir das Thema diskutieren». (ram/sda/dpa/apa/reu)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Scrat
16.02.2022 08:09registriert Januar 2016
So leid es mir tut, aber sie sollte sich einfach aus den Wettkämpfen zurückziehen - zum Wohle des Sports und aus Respekt gegenüber den anderen Athletinnen, die um das Erlebnis einer olympischen Medaillenvergabe geprellt werden.
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bärn
16.02.2022 08:20registriert Juli 2016
angesichts des alters? selten solchen kompletten schwachsinn gehört... wo bleibt eigentlich der respekt gegenüber anderen athleten die (möglicherweise) sauber sind? nur weil eine, wo systematisch gedopt wird (wer das gegenteil behauptet glaubt wohl an den hasen an ostern), wird eine siegerehrung abgesagt... also die 2. und 3. platzierten erhalten ihre ehrung nicht für das ziel wo sie jahrelang dahin gearbeitet haben? gut, mit der aktuellen marrionette bach an der ioc spitze muss man sich nicht wundern über die übrigen vorgänge rund um die olympischen spiele....
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Landei
16.02.2022 08:32registriert September 2016
Substanzen in der Zahnpasta eines Läufers.
Anti-Übelkeitsspray während der Schwangerschaft bei einem Schwinger.
Herztropfen des Grossvaters bei einer Eiskunstläuferin.

Die Ausreden sind immer wieder erstaunlich.

Wer nach dem Dopen noch solchen Schwindel auftischt sollte lebenslang gesperrt werden.
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