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Randy Krummenacher kämpft in der kommenden Saison um seine Karriere.
Randy Krummenacher kämpft in der kommenden Saison um seine Karriere.
Bild: AZHAR RAHIM/EPA/KEYSTONE
Randy Krummenachers letzte Chance

«Ich weiss nicht mehr, was ich tun soll» – die ehrliche Ratlosigkeit eines Töffrennfahrers

Niemand hat sich bei den dreitätigen Moto2-Tests in Jerez um Randy Krummenacher (24) gekümmert. Aber seine Geschichte ist die dramatischste von allen.
14.11.2014, 15:5114.11.2014, 18:24

Es ist wie ein Wunder. Randy Krummenachers GP-Karriere geht weiter. Er wird auch 2015 die Moto2- WM bestreiten. Seine fünfte Saison in der zweitwichtigsten Töff-WM.

Krummenacher hat noch einmal ein Team gefunden. Nach den Schlussrängen 24, 19, 19 und 18 in der Moto2-WM wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Aber beim Italiener Luca Mautiron, einem Teamchef mit einem Herz für Hinterbänkler, hat der Zürcher doch noch einen Platz für die WM 2015 gefunden. Oder anders gesagt: Die Sponsoren von Krummenacher finanzieren den Platz.

Nur selten war Krummenacher (4) in dieser Saison vor Dominque Aegerter (77) anzufinden.
Nur selten war Krummenacher (4) in dieser Saison vor Dominque Aegerter (77) anzufinden.
Bild: EPA/AAP

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Im Team JIR (Japan Italy Racing) wird der Schweizer 2015 auf einem japanischen Bike bestreiten. Entweder auf TSR oder NTS. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Am einzigen Testtag mit trockenem Wetter (am Mittwoch) war es für Krummenacher noch nicht möglich, herauszufinden, welche Maschine besser ist. Er hat bloss den 20. und zweitletzten Platz herausgefahren, drei Sekunden hinter der Bestzeit.

Aber 2015 soll es endlich aufwärts gehen. Dabei war Krummenacher zu Beginn seiner GP-Karriere besser als Dominique Aegerter und fuhr bereits 2007 in seiner zweiten GP-Saison einen Podestplatz (Dritter im 125ccm-GP von Barcelona) heraus. Ein Resultat, das er 2011 mit einem 4. Platz beim GP von Deutschland (Moto2) halbwegs zu bestätigen vermochte. Aber seither sind Platzierungen in den Top 10 rar geworden. 

So schnell gibt ein Randy Krummenacher nicht auf.
So schnell gibt ein Randy Krummenacher nicht auf.
Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Umzug soll helfen

«Ich weiss nicht mehr, was ich tun soll», sagt Krummenacher. «Ich wusste 2007 nicht, warum ich aufs Podest gefahren bin. Aber ich weiss auch nicht, warum es inzwischen nicht mehr klappt.» Aber er gibt nicht auf. Er will im Winter neue Wege gehen. Während der Testpause (1. Dezember bis 1. Februar) zügelt er nach Südfrankreich. Nach Uzès in der Provence.

Dort wird er unter Anleitung des ehemaligen dreifachen Motocross-Weltmeisters Yves Demaria und zusammen mit dem Schweizer Motocross-Weltklassepiloten Valentin Guillod intensiv trainieren. Yves Demaria will ihn während der Saison auch bei einzelnen Rennen betreuen. Der Franzose hat Randy Krummenacher diese Saison vor Ort beobachtet und glaubt an das Potenzial des Schweizers.

Mindestens so talentiert wie Aegerter

Es gibt nach wie vor viele Exponenten, die an das Talent von Randy Krummenacher glauben und ihm immer wieder helfen. Er ist gleich alt und mindestens so talentiert wie Dominique Aegerter. Er hatte einst mit Dr. Robert Siegrist den Manager, der heute Aegerter betreut. Die Trennung von Siegrist Mitte Saison 2011 markiert auch den Karriereknick Krummenachers.

Krummenacher mit JIR-Teamchef Gianluca Motiron.
Krummenacher mit JIR-Teamchef Gianluca Motiron.
bild: randy krummenacher

Die Chance im JIR-Team ist wohl seine letzte. Das ist sich Randy Krummenacher durchaus bewusst. Deshalb geht er im Winter neue Wege. Deshalb auch seine schonungslose Selbstkritik. Im Vertrag mit seinem Team hat er eine interessante Klausel: Erreicht er in der Moto2-WM 2015 mindestens den 10. Schlussrang, dann verlängert sich der Kontrakt zu den gleichen Konditionen um ein Jahr. Er fährt also 2014 um seine Karriere.

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