Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Germany's goalkeeper Manuel Neuer, left, winner of the Golden Glove award for best goalkeeper, stands with Argentina's Lionel Messi, right, winner of the Golden Ball award as the tournament's top player, after the World Cup final soccer match between Germany and Argentina at the Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, July 13, 2014. Germany won the match 1-0. (AP Photo/Martin Meissner)

Messi mit dem «Goldenen Ball» neben Manuel Neuer. Bild: AP

Immerhin Unterstützung von Mourinho

Selbst Blatter wundert sich über die Wahl von Messi zum besten WM-Spieler – und was sagen die Statistiker?

Lionel Messis Wahl zum besten Spieler der WM kam nicht überall gut an. Während sich Diego Maradona und Sepp Blatter wunderten, erhält der «Floh» Unterstützung von einem alten Intimus. Auch die Statistiker sind sich nicht einig.

Sogar Messi selbst war es wohl etwas peinlich, als er nach dem verlorenen WM-Final die Treppe zur Ehrentribüne hochgehen und sich den «Goldenen Ball» für den besten Spieler der WM abholen musste. So manch einer rieb sich vor dem Fernseher die Augen. Messi, der beste Spieler? 

Die Wahl kam tatsächlich etwas überraschend. Zwar hatte Messi in der Vorrunde vier Treffer erzielt und Argentinien quasi im Alleingang in die K.o.-Runde geschossen. Doch ausser dem tödlichen Pass auf Angel Di Maria in der Verlängerung gegen die Schweiz gelang «La Pulga» dort nichts Entscheidendes mehr.

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - JULY 13: FIFA President Joseph S. Blatter presents Lionel Messi of Argentina with his second place medal after being defeated by Germany 1-0 in extra time during the 2014 FIFA World Cup Brazil Final match between Germany and Argentina at Maracana on July 13, 2014 in Rio de Janeiro, Brazil.  (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Nicht den Pokal, nur die Silbermedaille kriegt Lionel Messi von Sepp Blatter. Bild: Getty Images South America

Es hätte durchaus würdigere Alternativen zu Messi gegeben: Arjen Robben, Thomas Müller, Toni Kroos oder James Rodriguez haben in Brasilien mehr überzeugt. Aber die FIFA, genauer gesagt die Technical Study Group um Ex-Liverpool-Trainer Gerard Houiller, hielt es offenbar für nötig, dem am Boden zerstörten Messi einen Trostpreis mit auf den Nachhauseweg zu geben.

Blatter: «Soll ich diplomatisch sein?»

Doch nicht nur die TV-Zuschauer waren von Messis Wahl überrascht, auch FIFA-Präsident Sepp Blatter staunte nicht schlecht. «Soll ich diplomatisch sein oder die Wahrheit sagen? Also, ich war selber ein wenig überrascht, als ich erfuhr, dass Messi der beste Spieler des Turniers ist», sagte der Walliser auf seiner Bilanz-Pressekonferenz. Diplomatisch fügte er sofort hinzu: «Aber seine Tore waren entscheidend.»

Sogar Diego Maradona kritisierte die Entscheidung der FIFA lautstark. «Wenn diese Marktschreier wollen, dass er etwas gewinnt, was er eigentlich nicht verdient hat, ist es ungerecht», sagte der Weltmeister von 1986. «Ich würde Lionel den Himmel schenken. Aber es ist nicht richtig, wenn jemand etwas gewinnt nur aufgrund irgendeines Marketingplans.» Klare Worte.



Mourinho lobt Messi und stichelt gegen Ronaldo

Immerhin erhält Messi Unterstützung von jemandem, von dem man dies nicht gerade erwartet hätte: José Mourinho. Der Chelsea-Trainer lobte den «Floh» nach dem verlorenen WM-Final über den Klee: «Messi hat sich für sein Team aufgeopfert. Er wollte gewinnen, nicht Torschützenkönig oder der beste Spieler werden», glaubt Mourinho. 

Messi habe auf einer Position gespielt, die ihm nicht liege. «Er hatte immer zwei bis drei Spieler vor sich. Wenn er nur für sich geschaut hätte, hätte er nur ganz vorne neben Higuain stehen und auf seine Chance warten müssen.» 

FC Barcelona's Lionel Messi from Argentina, right, reacts with Real Madrid's coach Jose Mourinho from Portugal, left,  during a second leg Spanish Supercup soccer match at the Camp Nou stadium in Barcelona, Spain, Wednesday, Aug. 17, 2011. (AP Photo/Andres Kudacki)

Waren nicht immer die besten Freunde: Lionel Messi und Ex-Real-Trainer José Mourinho. Bild: AP

Dann holt Mourinho noch zu einem kleinen Seitenhieb aus: «Messi hat all meinen Respekt verdient, weil er sich für sein Team aufgeopfert hat. Das kann man nicht von allen Spielern bei dieser WM sagen.» Na, gemerkt, wen «Mou» hier meint? Kein Schelm, wer an Cristiano Ronaldo denkt.

Umfrage

Wer war für Sie der beste Spieler der WM?

  • Abstimmen

71 Votes zu: Wer war für Sie der beste Spieler der WM?

  • 7%Lionel Messi
  • 23%James Rodriguez
  • 10%Thomas Müller
  • 23%Arjen Robben
  • 10%Toni Kroos
  • 1%Neymar
  • 6%Ricardo Rodriguez
  • 14%Manuel Neuer
  • 4%Ein anderer

Statistiker sind sich nicht einig

Aber zurück zu Messi. Was sagen denn die Statistiken zu seinen Leistungen bei der WM? Glaubt man dem Castrol-Index, ist die Auszeichnung definitiv an den falschen Mann gegangen. Dieser ist ein Instrument der FIFA, das jeden Spieler nach genau definierten Kriterien wie Laufdistanz, Ballabgaben in den Strafraum oder dem Gesamtbeitrag zur Teamleistung bewertet. Demnach hätte Toni Kroos mit 9,79 Punkten den «Goldenen Ball» erhalten sollen. Messi schaffte es in dieser Wertung nur auf Rang 11.

Image

Die Top 6 beim Castrol-Index. Bild: de.fifa.com

Andere Datensammler kommen allerdings auf ein ganz anderes Resultat. Die Statistiker von Who Scored sehen wie die FIFA Messi als besten Spieler des Turniers. Mit 8,52 Punkten setzt er sich dabei vor James Rodriguez (8,4), Arjen Robben (8,37), Neymar (8,22) und Thomas Müller (8,11) durch. Bei diesem Rating wurden unter anderem Kriterien wie Tore, Assists, Torschüsse, Schlüsselzuspiele, Pass- und Schussgenauigkeit und erfolgreiche Dribblings berücksichtigt.

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Daniela Ryf und Nino Schurter sind die Schweizer Sportler des Jahres

Nino Schurter und Daniela Ryf wurden an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich als Schweizer Sportler und Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Den Preis für das Team des Jahres erhielt die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft.

Zahlreiche Schweizer Sportler haben 2018 Ausserordentliches geleistet, deshalb präsentierte sich das Feld der Nominierten für die Sports Awards von heute hochkarätig wie selten zuvor. Mit Triathletin Daniela Ryf und Mountainbiker Nino Schurter setzten sich im Gegensatz zum Vorjahr, als Wendy Holdener und Roger Federer triumphierten, zwei Athleten durch, die eher aus Randsportarten stammen.

Die weiteren Awards in der TV-Gala gingen an Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer (Trainer …

Artikel lesen
Link to Article