Von «Ameisen im Herzen» und «einer grossen Ehre» – das sagt Blanc zu ihrem Triumph
Malorie Blanc erlöst das Schweizer Speed-Team der Frauen. Die 22-jährige Walliserin triumphiert im Super-G von Crans-Montana, gewinnt das Rennen vor Sofia Goggia (ITA) und Breezy Johnson (USA). «Es ist noch nicht angekommen. Ich weiss nicht, wann es überhaupt ankommen wird, sagt Blanc wenige Momente», nachdem ihr Sieg feststeht beim Schweizer Fernsehen SRF.
Wenn sie die rund 5000 Leute im Zielraum höre, dann gebe ihr das ein Kribbeln «wie kleine Ameisen im Herz». Und viele der Fans auf den Tribünen sind extra für sie angereist. Blanc stammt aus Ayent, einem Nachbarort, nur wenige Minuten von Crans-Montana entfernt. «Ich habe heute Morgen eine Zahl gehört, die mir fast etwas Angst gemacht hat: Ich glaube, es sind fast 200 Leute von meinem Fanclub hier», erzählt die 22-Jährige.
Familie, Kollegen, Kollegen der Familie, alle seien da. «Ich bin mega dankbar, dass sie alle gekommen sind. Ohne sie wäre es ein ganz anderes Erlebnis», sagt Blanc. In ihrem grossen Moment des Triumphs denkt sie aber auch an ihre Konkurrentinnen: Schade, dass Pirovano es nicht ins Ziel gebracht hat. Sie hätte den Sieg verdient gehabt.
Dass der erste Weltcupsieg in der noch jungen Karriere der Speed-Spezialistin zuhause kommt, ist gleich in mehrfacher Hinsicht speziell. Vor zwei Jahren hat Blanc sich auf gleicher Strecke das Kreuzband gerissen. Dann fanden die Rennen in diesem Jahr auch nur einen Monat nach der Brandkatastrophe im gleichen Ort statt. «Ein Heimsieg war immer mein Traum. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, auch für die Leute hier», erklärt die Walliserin.
Sie liebe es im Wallis und könne es immer voll geniessen, wenn sie nach Hause komme. Blanc sagt: «Ich habe hier schon alles erlebt, und jetzt auf dieses Podest zu steigen, das ist eine grosse Ehre.» (abu)
