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Unvergessen: Zwei Russen auf Goldkurs, aber einer springt nicht

Russian diver Aleksandr Dobroskok left, fails to dive as partner Gleb Galperin completes their routine during the final of the men's 3-meter synchro springboard event at the World Swimming Champi ...
Fast wie an der ZDF-Torwand. Dort heisst es «drei unten, drei oben», hier heisst es «einer unten, einer oben».Bild: epa
Unvergessen

Weniger synchron geht nicht – zwei Russen auf Goldkurs, aber einer bleibt auf dem Brett

19. März 2007: Die russischen Turmspringer Gleb Galperin und Aleksandr Dobroskok sind an der WM auf Goldkurs. Bis Dobroskok nicht los springt, sondern stehen bleibt. Statt auf dem ersten landet das Duo auf dem letzten Platz.
19.03.2023, 00:0113.03.2023, 14:31
Ralf Meile
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Aleksandr Dobroskok und Gleb Galperin greifen an der WM 2007 in Melbourne nach der Goldmedaille. Drei von sechs Sprüngen vom 3-Meter-Brett sind absolviert, die beiden Russen führen im Synchron-Wettkampf.

Doch was sie im vierten Durchgang zeigen, ist alles andere als synchron. Einer der beiden erinnert viel mehr an einen Prahlhans in der Badi, der schon seit einer halben Stunde auf dem Sprungbrett steht und ankündigt, «jetzt aber wirklich gleich» einen Salto zu zeigen. Während Galperin den geplanten Sprung zeigt, hüpft Dobroskok zwar zunächst nach oben. Doch anstatt zu springen, landet er wieder auf dem Brett.

Null Punkte. Die Medaille ist futsch, das russische Duo wird vom ersten auf den letzten Platz durchgereicht. Da spielt es gar keine Rolle mehr, dass sich die Szene – so unglaublich das scheinen mag – im sechsten und letzten Durchgang wiederholt. Wieder zeigt sich Dobroskok akut wasserscheu und bleibt wie angewurzelt stehen. Möglicherweise hat ihn ein halbstündiger Stromausfall in der Halle, zwischen dem dritten und vierten Durchgang, aus dem Konzept gebracht.

Das Drama in Bildern

epa00960582 Russian divers Aleksandr Dobroskok and Gleb Galperin compete in the Men's 3m Synchronised Springboard preliminary round at the FINA Swimming World Championships in Melbourne, Australi ...
Eigentlich könnten sie es ja: Aleksandr Dobroskok und Gleb Galperin synchron auf dem Weg zur Führung nach drei von sechs Sprüngen.Bild: EPA
epa00960762 Russian diver Aleksander Dobroskok jumps but fails to dive a his synchronised diving partner Gleb Galperin (R) dives dashing their lead in the men's 3m synchro springboard finals at t ...
Dann der vierte Sprung: Während Gleb Galperin schon durch die Luft wirbelt, entscheidet sich Aleksander Dobroskok spontan dazu, wieder auf dem Brett zu landen.Bild: EPA
Russian diver Aleksandr Dobroskok left, fails to dive as partner Gleb Galperin completes their routine during the final of the men's 3-meter synchro springboard event at the World Swimming Champi ...
Einer unten, einer oben: Synchron ist anders.Bild: AP
Russian diver Aleksandr Dobroskok left, fails to dive as partner Gleb Galperin completes their routine during the final of the men's 3-meter synchro springboard event at the World Swimming Champi ...
«Huch, das ist aber hoch!», drückt Dobroskoks Körpersprache aus.Bild: AP
epa00960737 Russian diver Aleksander Dobroskok (L) looks over the side but fails to dive as his synchronised diving partner Gleb Galperin (R) dives with a shocked face as the Russians see their leadin ...
Kein Wunder, dass Galperin in der Luft derartige Grimassen schneidet.Bild: EPA
epa00960898 Russian diver Aleksander Dobroskok (L) looks devastated at his diving partner as he stops at the end of the diving board and fails to dive with his synchronised diving partner Gleb Galperi ...
Der Blick zum Kumpel. In Dobroskoks Gesicht lesen wir seine kaum druckreifen Gedanken, die wir mal so zusammenfassen: «Oh oh, was hält Gleb wohl von meiner Aktion?!»Bild: EPA
Russian diver Aleksandr Dobroskok grabs a rail after he failed to dive with his partner Gleb Galperin during the final of the men's 3-meter synchro springboard event at the World Swimming Champio ...
Dobroskok weiss: Für diese Darbietung gibt es vom Mami kein Cornet.Bild: AP
epa00960727 Russian diver Aleksander Dobroskok (L) fails to dive as his synchronised diving partner Gleb Galperin (R) dives as the Russians see their leading gold position ruined in the men's 3m  ...
Nein, kein anderer Blickwinkel, sondern ein anderer Sprung. Im sechsten Durchgang bleibt Dobroskok wiederum lieber auf dem Brett, als dass er sich nass macht.Bild: EPA

Ein Schrecken, aber nicht das Ende der Medaillenträume für Galperin

Eine Woche später holen Galperin/Dobroskok beim Sychnronspringen vom 10-Meter-Turm immerhin WM-Silber. Und trotzdem ist Aleksandr Dobroskok unglücklich: Gleb Galperin hat ihn ausgetauscht, die Medaille holt er mit Aleksandrs Bruder Dmitriy Dobroskok.

Galperin trat gelöst zu diesem Wettkampf an. Tags zuvor hatte er – um ganz auf Nummer sicher zu gehen – auf sämtliche Dobrokoks verzichtet und solo WM-Gold im Turmspringen gewonnen.

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