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Olympia 2022: Wind sorgt beim 1. Abfahrtstraining für Diskussionen

Marco Odermatt of Switzerland reacts in men's downhill training at the at the 2022 Olympic Winter Games in Yanqing, China, on Thursday, February 3, 2022. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)..
Marco Odermatt äussert nach dem ersten Abfahrtstraining bei Olympia Bedenken.Bild: keystone

Erstes Abfahrtstraining bei Olympia sorgt für Diskussionen: «Ohne Wind wäre es lässig»

03.02.2022, 17:3503.02.2022, 17:36
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Zum allerersten Mal haben die besten Abfahrer der Welt in der Nacht auf Donnerstag die neue Olympia-Abfahrtstrecke mit dem Namen «The Rock» im chinesischen Yangqing bestritten. Und bereits jetzt gibt es Diskussionen diverser Natur.

Die Strecke

Das letzte Werk von Pistenbauer Bernhard Russi erhält von allen Seiten Lob. Die Piste sei spannend, attraktiv und Olympischen Spielen definitiv würdig. «Diese Piste hat eigentlich alles drin, vor allem viele Kurven, die richtig schön zum Ziehen sind», sagte Beat Feuz, die grösste Schweizer Medaillenhoffnung in der Abfahrt.

«Es macht Spass, der Schnee ist cool und super präpariert. Man muss immer etwas machen. Es hat Wellen, Sprünge, technische Tore. Ich finde es eine lässige Abfahrt», meinte Stefan Rogentin, der im ersten Training mit Torfehler die Bestzeit aufgestellt hat.

Broderick Thompson of Canada races down the course during a men's downhill training run at the 2022 Winter Olympics, Thursday, Feb. 3, 2022, in the Yanqing district of Beijing. (AP Photo/Luca Bru ...
Die Strecke in Yanqing behagt den Fahrern.Bild: keystone

«Es ist eine lässige Abfahrt, sie taugt mir. Es ist alles drin, ein paar Hochgeschwindigkeitspassagen, wo man sicher an die 140 km/h rankommen wird, es gibt weite Sprünge, aber auch sehr technische Kurven», erklärte der Österreicher Matthias Mayer nach dem ersten Auftritt. Und der Deutsche Josef Ferstl meinte: «Ich habe selten so was Cooles und Lässiges gefahren vom Schnee her. Gewaltig, macht richtig Bock und Spass.»

Die Zeiten

Besonders aussagekräftig waren die ersten Trainingszeiten allerdings noch nicht. Stefan Rogentin hatte wie diverse andere Fahrer bei seiner Bestzeit ein Tor ausgelassen. Christof Innerhofer, Mathieu Bailet oder der überraschende Spanier Adur Etxezarreta, die ebenfalls weit vorne klassiert waren, gehörten auch dazu.

Die Resultate des 1. Abfahrtstrainings
1. Stefan Rogentin (SUI) 1:44.00
2. Adur Etxezarreta (ESP) +0,08
3. Christof Innerhofer (ITA) +,026
4. Mathieu Bailet (FRA) +0,27
5. James Crawford (CAN) +0,34
6. Simon Jocher (GER) +0,39
7. Aleksander Kilde (NOR) +0,41
8. Loic Meillard (SUI) +0,45
8. Romed Baumann (GER) +0,45
10. Max Franz (AUT) +0,53
11. Broderick Thompson (CAN) +0,61
12. Johan Clarey (FRA) +0,80
13. Bryce Bennett (USA) +1,01
14. Josef Ferstl (GER) +1,20
15. Ryan Cochran-Siegle (USA) +1,22
16. Justin Murisier (SUI) +1,30
17. Beat Feuz (SUI) +1,33
17. Daniel Hemetsberger (AUT) +1,33
19. Adrian Smiseth Sejersted (NOR) +1,34
20. Dominik Schwaiger (GER) +1,59
...
24. Alexis Pinturault (FRA) +1,71
26. Niels Hintermann (SUI) +1,86
27. Dominik Paris (ITA) +1,89
32. Marco Odermatt (SUI) +2,18
38. Yannick Chabloz (SUI) +2,49

39. Vincent Kriechmayr (AUT) +2,69
47. Luca Aerni (SUI) +3,76

Andere Spitzenathleten nahmen es eher gemütlich. Beat Feuz hielt sich vornehm zurück und legte den Fokus darauf, die Piste erstmal kennenzulernen. Der Österreicher Matthias Mayer war mit der Startnummer 1 eher eine Art Testpilot für die anderen Fahrer.

Die schnellsten Fahrer, die alle Tore korrekt passiert haben, waren der Kanadier James Crawford (0,34 Sekunden Rückstand) und Aleksander Kilde aus Norwegen (+0,41). Ebenfalls wohl auf der Strecke fühlte sich Loic Meillard, der als Achter 45 Hundertstel verlor. Er bestreitet die Abfahrtstrainings im Hinblick auf die Kombination vom nächsten Donnerstag.

Loic Meillard of Switzerland competes in men's downhill training at the at the 2022 Olympic Winter Games in Yanqing, China, on Thursday, February 3, 2022. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)..
Loic Meillard fühlt sich wohl in Yanqing.Bild: keystone

Der Wind

Ebenfalls für Diskussionen sorgt der Wind – insbesondere im Schweizer Lager. Besonders der obere Streckenteil ist windexponiert, gilt die Region um Yanqing mit seiner Windenergie doch als wichtiger Stromproduzent für Peking. Aber auch in den unteren Passagen soll der Wind grossen Einfluss haben. «Schaut euch das an, da hat gerade einer im untersten Streckenabschnitt eine Sekunde aufgeholt. Das gibts normalerweise gar nicht», sagte Marco Odermatt beim Videostudium.

Stefan Rogentin, of Switzerland starts a men's downhill training run at the 2022 Winter Olympics, Thursday, Feb. 3, 2022, in the Yanqing district of Beijing. (AP Photo/Luca Bruno)
Der Wind spielt oben eine grosse Rolle.Bild: keystone

Und der Schweizer Alpinchef Walter Reusser sagte gegenüber dem «Blick»: «Nachdem was ich im Vorfeld alles gehört habe, hätte ich nicht gedacht, dass der Wind hier derart im Zentrum steht, wie das nun der Fall war. Und besonders nachdenklich stimmt mich die Tatsache, dass das heute gemäss Wetterprognosen noch einer der besseren Tage gewesen sein soll.» Und Niels Hintermann ergänzt: «Ohne den Wind wäre das wirklich eine sehr lässige Abfahrt.»

Windwerte
Die statistischen Windwerte der Region Yangqing.Bild: meteoblue.com

Auch der Österreicher Daniel Hemetsberger sagte: «Ich war nirgends am Limit, bin eher auf der vorsichtigen Seite gefahren, denn man weiss nie, ob man nicht eine Windböe erwischt.» Wie gross der Faktor Wind bei der Olympia-Abfahrt dann tatsächlich ist, werden die nächsten Trainings (Freitag und Samstag ab 4 Uhr) zeigen. (abu)

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