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Roger Federer of Switzerland poses with his trophy after defeating France's Gilles Simon in the men's singles final at the Shanghai Masters 1000 tennis tournament held in the Qizhong Tennis Stadium in Shanghai on October 12, 2014.     AFP PHOTO / JOHANNES EISELE

Roger Federer bejubelt seinen vierten Turniersieg in diesem Jahr. Bild: AFP

Zweisatz-Sieg gegen Gilles Simon

King Roger krönt eine «Traumwoche» mit dem Titel in Schanghai 

Roger Federer holt beim Masters-1000-Turnier in Schanghai im 122. Final seinen 81. ATP-Titel. In einer schwierigen Partie schlägt der Schweizer Gilles Simon mit 7:6 und 7:6. 



Im Final gewann der 33-jährige Basler, der am Montag wieder als Nummer 2 der Welt geführt wird, gegen den Überraschungsmann Gilles Simon (ATP 29) 7:6 (8:6), 7:6 (7:2). Der Franzose hatte zuvor die Top-Ten-Spieler Stan Wawrinka und Tomas Berdych ausgeschaltet. 

Gilles Simon of France returns a shot to Roger Federer of Switzerland during the men's singles final match at the Shanghai Masters tennis tournament in Shanghai October 12, 2014. REUTERS/Aly Song (CHINA - Tags: SPORT TENNIS)

Simon macht sich lange, es reicht trotzdem nicht. Bild: ALY SONG/REUTERS

Doch die Sterne schienen diese Woche in Schanghai definitiv für Roger Federer. Nichts schien mehr schief gehen zu können, nachdem er bereits im ersten Spiel wenige Zentimeter vor dem Aus gestanden hatte. 

Im Final gegen Gilles Simon (ATP 29) stand er mehrere Male mit dem Rücken zur Wand – und befreite sich wie ein echter Houdini aus jeder misslichen Lage. Der 33-jährige Basler überzeugte diesmal nicht mit dem makellosen Hochgeschwindigkeits-Tennis vom Halbfinalsieg am Samstag gegen Novak Djokovic, sondern durch Hartnäckigkeit, Nervenstärke und die richtige Taktik.

>> Hier geht's zum Liveticker der Partie.

Federer musste in beiden Sätzen mindestens einen Satzball abwehren. Nach einem – trotz des wegen Regens geschlossenen Daches – Kaltstart gab er schon im ersten Game seinen Aufschlag ab – etwas, was Djokovic nie geschafft hatte.

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Der einzige Ausrutscher von Gilles Simon: Der Franzose zeigte eine starke Partie.   Bild:

Der äusserst intelligent spielende Simon zwang Federer in deutlich längere Ballwechsel als am Vortag die Weltnummer 1. Doch der Schweizer hatte sich gemeinsam mit Coach Severin Lüthi offensichtlich auf diese Möglichkeit eingestellt. Er stellte sich immer besser auf Simons Spiel ein und zeigte die nötige Geduld.

Federer hatte zu Beginn Mühe, änderte dann aber seine Taktik.

Federer wehrt einen Satzball ab

Dennoch brauchte es einen eigentlichen Blackout des sonst so soliden Franzosen, um in den Satz zurückzukehren. Bei 5:4 produzierte Simon, ein miserables Aufschlagspiel und gab den Vorteil wieder preis. Wenig später wehrte er aber bei 5:6 und 15:40 zwei Satzbälle ab und rettete sich ins Tiebreak. 

Dort erarbeitete er sich bei 6:5 selber einen Satzball, den Federer mit einem Service-Winner abwehrte. Mit einem perfekten Rückhand-Passierball holte sich der Schweizer mit 8:6 den ersten Satz.

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Roger Federer holt sich den ersten Satz im Tiebreak. Bild: 

Schlechte Ausbeute bei den Breakbällen

Im zweiten Durchgang gelang Federer trotz einigen Chancen und einem Simon, der durch Leistenschmerzen leicht handicapiert wirkte, kein Break. Bei 5:6, 15:40 sah er sich sogar selber zwei Satzbällen gegenüber, die er mit einem Aufschlag-Winner und dank eines Fehlers von Simon abwehrte.

Der 17-fache Grand-Slam-Champion machte es dann besser. Nach knapp zwei Stunden verwertete er im Tiebreak gleich seinen ersten Matchball zum 7:2. Dass er nur einen von sieben Breakbällen genutzt hatte, war damit nur noch eine Randnotiz.

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Roger Federer holt sich den Sieg. Bild: 

Eine Traumwoche für Roger Federer

Danach sprach Federer von «einer Traumwoche», nachdem er lange gezögert hatte, nach seinen Ferien – und angesichts eines reich befrachteten Programms in diesem Herbst – überhaupt die lange Reise nach China anzutreten. Er wurde für seine Entscheidung fürstlich belohnt.

So wird nach Federers Turniersieg online getitelt

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So titeln die Online-Ausgaben nach Rogers 81. Turniersieg
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Er sprach auch an, wie glücklich er im ersten Spiel gegen Leonardo Mayer bei seinen fünf abgewehrten Matchbällen gewesen sei. Nicht nur gewann er erstmals (nach zwei Siegen an gleicher Stelle an den ATP-Finals) das Masters-1000-Turnier in Schanghai, er demontierte im Halbfinal mit einer brillanten Vorstellung die Nummer 1 und kann damit sogar mit der Rückeroberung der Weltranglisten-Spitze liebäugeln.

Roger Federer of Switzerland celebrates after winning the men's singles final match against Gilles Simon of France at the Shanghai Masters tennis tournament in Shanghai October 12, 2014. REUTERS/Aly Song (CHINA - Tags: SPORT TENNIS TPX IMAGES OF THE DAY)

Ist Roger gar bald wieder die Weltnummer 1? Bild: ALY SONG/REUTERS

Federer hat 2014 nur 990 Punkte weniger gewonnen als Djokovic. Bis Ende Jahr kann er im Idealfall 3190 Zähler (500 in Basel, 1000 in Paris-Bercy, 1500 an den ATP-Finals, 190 am Davis-Cup-Final) dazugewinnen.

Der Serbe hingegen tritt nur noch in Bercy und an den ATP-Finals in London an, holt also maximal noch 2500 Punkte. Wenn er denn nicht angesichts des nahenden Geburtstermins seines ersten Kindes noch einen Event auslässt.

Letztmals stand Federer am 29. Oktober 2012 auf Platz 1, im März dieses Jahres war er noch auf Position 8 gestanden. Auch er könnte allerdings noch Paris-Bercy absagen.

81 Turniersiege, das beeindruckt selbst Fussballweltmeister Toni Kroos.

Insgesamt gewann er in Schanghai seinen 81. ATP-Titel, den vierten in diesem Jahr nach Dubai, Halle und Cincinnati und 798'540 Dollar Preisgeld. Vor ihm liegen noch Jimmy Connors (109) und Ivan Lendl (94 Titel). (si/zap)

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