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Roger Federer wird in Schanghai abgeschirmt wie ein Rockstar. bild: screenshot twitter

15 Bodyguards sind nötig, damit Roger Federer in Schanghai sicher ins Training kommt



Berührungsängste? Kennen die chinesischen Tennis-Fans nicht. Anders als in der Schweiz, wo sich Roger Federer dank der zurückhaltenden Art seiner einheimischen Anhänger ziemlich frei bewegen kann, wird der Liebling der Massen in Schanghai sofort von allen Seiten belagert, wenn er sich in die Öffentlichkeit wagt.

Zum Spiessrutenlauf wird da der Marsch übers Gelände zum Training rund ums Qi-Zhong-Stadion. Rund 15 Bodyguards sind nötig, um die euphorisierten Fans von Federer fernzuhalten. Rund dreimal so lange wie bei anderen Spielern dauert sein Gang auf den Trainingscourt.

Federer scheint der enorme Rummel um seine Person nicht zu stören. «Wenn dir jemand eine Frage stellt, dann versuchst du, zu antworten. Wenn dich jemand um ein Foto bittet, dann versuchst du, diesen Wunsch zu erfüllen», erklärte der «Maestro» am Sonntag auf seiner Pressekonferenz. «Es bedeutet jedem Einzelnen so viel, da er dich vielleicht zum ersten Mal sieht oder weit gereist ist, um dir nahe zu sein.»

Doch auch Federer kommt hin und wieder an seine Grenzen. «Natürlich bist du manchmal etwas müder als an anderen Tagen. Trotzdem versuche ich dann als Vorbild für die junge Generation mit gutem Beispiel voranzugehen und die Wünsche der Fans zu erfüllen.»

Nicht nur wegen der langen Wege auf den Trainingscourt ist Federer Terminkalender in Schanghai proppenvoll. Für Sponsoren fährt der 38-jährige Schweizer mit Fans in der Schanghaier U-Bahn durch die Stadt oder grilliert Bratwürste im Holzfäller-Hemd. Kurz vor der Kostprobe ist Federer gemäss eigenen Angaben dann nervöser als in Wimbledon.

Ein besonderes Augenmerk hat Federer vor dem Turnierstart aber nicht auf seine Bratwürste geworfen, sondern auf die Pizza-Karte. Dort ist nämlich eine Pizza Nole zu haben, eine glutenfreie Variante der traditionellen «Quattro Formaggi». Eine Federer-Pizza fehlt. Offenbar würde der vierfache Schanghai-Sieger aber am ehesten die «Figelicious» mit importierten Feigen, Parmaschinken, frischem Rucola und Trüffel-Öl bestellen.

Auf dem Tennisplatz geht es für Federer in Schanghai erstmals morgen Dienstag zur Sache. Nach einem Freilos heisst der erste Gegner um ca. 12.30 Uhr Albert Ramos-Viñolas. Gegen die 31-jährige Weltnummer 56, die in Runde 1 Marin Cilic bezwang, hatte Federer bislang zweimal gespielt und dabei einmal gewonnen. Beide Duelle liegen allerdings länger zurück: Federer bezwang den Spanier 2012 auf seinem Weg zum Triumph in Wimbledon in der 1. Runde. 2015 revanchierte sich Ramos-Viñolas just in Schanghai mit einem Dreisatzsieg in den Sechzehntelfinals.

«Die Auslosung ist hart, aber ich bin guten Mutes», gibt sich Federer zuversichtlich. «Ich fühle mich sehr gut und bin mit meinem momentanen Spiel zufrieden. Die Bedingungen sind sehr schnell. Man muss riskieren, das zahlt sich aus. Wenn man auf sicher spielt, macht der Gegner, was man hätte tun sollen.» (pre)

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