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Nicht mehr gemeinsam am Mikrofon: Stefan Bürer (links) und Heinz Günthardt.
Nicht mehr gemeinsam am Mikrofon: Stefan Bürer (links) und Heinz Günthardt.
bild: srf

«Freunde fürs Leben» – der rührende Abschied des TV-Duos Bürer/Günthardt

Mit dem Final der US Open der Männer endete die Ära des beliebten TV-Duos Stefan Bürer und Heinz Günthardt. Wer bis nach 01.00 Uhr wach blieb, wurde Zeuge, wie die beiden Abschied nahmen.
13.09.2021, 06:4013.09.2021, 13:22
Simon Häring / CH Media

Mit dem US-Open-Final der Männer zwischen Novak Djokovic und Daniil Medwedew endete in der Nacht auf Montag Schweizer Zeit auch die Ära des beliebten TV-Duos Stefan Bürer und Heinz Günthardt am Mikrofon des Schweizer Fernsehens. Nach fast drei Jahrzehnten wechselt Bürer zum Eishockey-Klub Rapperswil-Jona Lakers, wo er ab Oktober den Bereich PR und Kommunikation leiten wird.

Auf die Expertise Günthardts, der als erster Schweizer ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte – 1985 im Doppel in Wimbledon – verzichtet das Fernsehen aus freien Stücken.

Bürer war am 1. April 1993 von Radio Zürisee zum Schweizer Fernsehen gestossen. Zwei Jahre später kommentierte er erstmals an der Seite von Heinz Günthardt – die Davis-Cup-Begegnung gegen Holland in Genf. «Wir hatten uns noch nie vorher getroffen, aber es ‹giigete› sofort. Mit der Zeit entwickelten wir eine symbiotische Beziehung und unseren eigenen Stil. Wir spielten einander sozusagen am Mikrofon die Bälle zu», sagte Bürer kürzlich zur «Schweizer Illustrierten».

Den letzten Wunsch erfüllte «SRF» dem abtretenden TV-Duo nicht: eine Reise an die US Open. Und so schlugen sich Bürer und Günthardt die Nächte um die Ohren und kommentierten die US Open aus dem Studio im Leutschenbach. In der Nacht auf Montag, kurz nach 01.00 Uhr Schweizer Zeit, nahmen die beiden Abschied – als TV-Duo voneinander und von den Zuschauern. Heinz Günthardt:

«Nach 36 Jahren und ungefähr 10'000 Stunden Kommentar sind das meine letzten Worte auf dem Sender. Erst wenn man zurückschaut, weiss man, wie weit man gekommen ist. Als ich hier begonnen habe, musste ich erklären, was ein Kickaufschlag ist, ein Slice. Wie man in einem Tiebreak zählt, warum es überhaupt ein Tiebreak gibt.»

Stefan Bürer: «Auch mir.» Günthardt weiter:

«Das hat sich mittlerweile dramatisch geändert. Wir sind in der Schweiz eine Nation von Tennisexperten. Und das ist, weil Sie Zuhause teilweise zu unmöglichen Zeiten aufgestanden sind und Tennis geschaut haben. Für diesen Support möchte ich mich herzlich bedanken. Danken möchte ich auch allen, die mich so gut haben aussehen lassen über 36 Jahre. Es sind so viele gewesen, dass ich unmöglich alle nennen kann. Fernsehen ist ein Teamsport. Wenn der, der für den Ton verantwortlich ist, nicht aufpasst, bin ich schlecht zu hören, zu laut, zu leise, oder gar nicht zu hören. Wenn der Kameramann nur verwackelte oder unscharfe Bilder liefert, schalten Sie um. Und wenn der Regisseur irgendwelche wichtigen Szenen verpasst, ist es langweilig. Herzlichen Dank an alle.»
«Das, meine Damen und Herren, ist der füdliblutte Wahnsinn!» – Bürer bei Roger Federers Triumph an den Australian Open 2017.

Dann wandte sich Günthardt an seinen Kollegen Bürer:

«Last but not least: Du, lieber Stefan, bist ein Glücksfall für mich. Denn du hast es fertiggebracht, dass selbst elf Stunden hintereinander Kommentar nie langweilig geworden sind. Weil du eine ganz spezielle Fähigkeit hast, zuzuhören, und aus Banalem Interessantes zu machen. Verabschieden will ich mich auf keinem Fall von dir. Denn wir waren zwar Kommentatoren auf Zeit, aber sind hoffentlich, und da bin ich mir ganz sicher, Freunde fürs Leben.»

Stefan Bürer hat sich für den Abschied vom Publikum erstmals überhaupt Notizen gemacht, «weil ich es sonst nicht auf die Reihe bringen würde», wie er sagt. Also liest der TV-Journalist die folgenden Zeilen ab:

«26 Jahre und sechs Monate SRF gehen zu Ende. Auch ich möchte mich bedanken, natürlich. Bei allen, die mir geholfen haben, meinen Kindheitstraum zu leben, wohlgemerkt. Bei meiner Familie, die oft auf mich verzichten musste. Bei allen Menschen im Hintergrund, von denen selten gesprochen wird, die es aber erst möglich machen, dass Sie Zuhause Bilder sehen und uns zuhören können. Womit ich bei Ihnen bin, den Zuschauerinnen und Zuschauern. Vielen herzlichen Dank für Ihre Treue, Ihr Wohlwollen, aber auch Ihre Kritik. Ich habe versucht, Ihnen den Sport näherzubringen. Gelungen ist mir das gewiss nicht immer. Aber ich habe immer mein Bestes gegeben.»

Dann verabschiedet sich Bürer von Heinz Günthardt, dem TV-Kollegen. Nicht aber vom Freund, der er in den letzten Jahrzehnten geworden ist:

«Mein letzter Dank geht natürlich an dich, Heinz. 26 Jahre lang waren wir gemeinsam am Mikrofon. Und es war in jeder Hinsicht eine aufregende Reise. Ich habe unendlich viel von dir gelernt. Über Tennis, klar. Aber auch übers Leben. Man hat mir damals einen Co-Kommentator zur Seite gestellt. Heute habe ich einen Freund fürs Leben. Danke, danke, danke.»

Und Stefan Bürer zum Abschluss:

«Und an Eu dihei: Tschau zäme, macheds guet.»
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