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Serbia's Novak Djokovic returns to Spain's Roberto Bautista Agut in a Men's singles semifinal match on day eleven of the Wimbledon Tennis Championships in London, Friday, July 12, 2019. (Carl Recine/Pool Photo via AP)

Verhelfen Novak Djokovic die Daten zum Sieg? Bild: AP

Novak Djokovic hat eine Geheimwaffe – und sie kommt aus der Schweiz

Seit Anfang 2017 hat Novak Djokovic mit Craig O'Shannessy einen Spezialisten für Datenanalyse in seinem Betreuerstab. Der Australier bereitet den Serben mit einer Software aus der Schweiz auf den Wimbledon-Final gegen Roger Federer vor.

simon häring, wimbledon / ch media



Lange stand Novak Djokovic im grossen Schatten von Roger Federer und Rafael Nadal. Er rieb sich daran auf, verzweifelte, doch zerbrochen ist der Serbe daran nicht, sondern gewachsen am Widerstand. Djokovic hat drei der letzten vier Grand-Slam-Turniere gewonnen und steht in der Weltrangliste auf Platz 1 – vor Nadal und Federer.

Es ist das Resultat seiner Detailversessenheit. Nichts in seinem Leben überlässt der 32-Jährige dem Zufall. Mit eiserner Disziplin hat er seinen Körper geformt. Mit Yoga. Mit Meditation. Er stellte seine Ernährung um, verzichtet auf Lebensmittel, die Gluten enthalten. Djokovic trinkt warmes Wasser, Lakritztee, oder Proteinshakes aus Erbsen. Auf dem Speiseplan stehen neben Avocados Cashewnüsse und Manuka-Honig, der aus Neuseeland importiert wird. Inzwischen gilt Djokovic als bester Tennis-Athlet der Gegenwart, als Prototyp – drahtig, schnell, kräftig, beweglich.

Auch neben dem Platz überlässt Novak Djokovic nichts dem Zufall. Als einer der ersten Top-Spieler hat er den Wert von Datenanalyse für sich entdeckt. Seit Anfang 2017 hat der Serbe sogar einen Spezialisten in seinem Betreuerstab. Kurze Hosen, Dreitagebart, die Haare kurz geschoren, in Begleitung von zwei jungen Frauen, in der Hand ein Bier.

Wer diesen Mann an diesem Abend Ende Januar auf der Tribüne der Rod Laver Arena in Melbourne sitzen sieht, hält ihn für einen australischen Sportfan. Niemand kommt auf die Idee, dass dieser Mann derjenige ist, der in den Tagen darauf jene Strategie entwickelt, die Novak Djokovic im Final der Australian Open zu einem 6:3, 6:2, 6:3 gegen Rafael Nadal verhilft. Nie zuvor hatte Djokovic den Spanier im Final eines Grand-Slam-Turniers dermassen deklassiert. Der Mann hinter der Strategie heisst Craig O'Shannessy und gilt als Pionier der Datenanalyse.

Roger Federers Diskretion

Während über zwanzig Jahren arbeitete der Australier als Trainer in seiner Heimat und in den USA, leitete Tennis-Akademien und war als Trainer auf der Profi-Tour unterwegs. Vor viereinhalb Jahren machte er sich als Tennis-Analyst selbständig. Inzwischen arbeitet er auch für die «New York Times» , die ATP und ist Experte beim Fernsehsender von Wimbledon. Zudem hält O'Shannessy Vorträge, verkauft Studien und eine von ihm entwickelte Software an Verbände.

Sein wichtigstes Instrument kommt aus der Schweiz – eine Videosoftware der in Freiburg domizilierten Firma Dartfhish. Mit dieser zerlegt er die Spiele von Djokovics Gegnern in Einzelteile, analysiert Spielmuster, die Position auf dem Platz und häufige Fehler. Daraus entwickelt er eine Strategie, die er Djokovic vor Spielen in Form eines Videobeitrags vorlegt.

Anfang Juli berichtete der britische «Telegraph», Roger Federer arbeite seit über einem Jahr mit der Firma «Golden Set Analytics» zusammen. Darauf angesprochen versteckte sich der Schweizer indes hinter allgemeinen Formulierungen. Er lebe extrem vom Gefühl, aber seine Trainer Severin Lüthi und Ivan Ljubicic arbeiteten enger mit einem Anbieter zusammen. «Das ist ihr Part, ich mische mich nicht direkt ein.»

Im Umgang mit Daten ist Diskretion Trumpf. O'Shannessy erklärte jüngst der «NZZ», sein Ziel bestehe darin, dass Djokovic vom Gegner nicht überrascht werde. Fraglich ist indessen, wie sehr Djokovic Roger Federer in ihrem dritten Wimbledon-Final-Duell nach 2014 und 2015 überhaupt noch überraschen kann. Die beiden treffen bereits zum 48. Mal aufeinander.

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Alle Triumphe von Roger Federer in Wimbledon

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Alle Triumphe von Roger Federer in Wimbledon
quelle: ap / anja niedringhaus
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