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Serbia's Novak Djokovic celebrates after defeating United States' Donald Young during their first round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Tuesday, Jan. 16, 2018. (AP Photo/Dita Alangkara)

Novak Djokovic kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Bild: AP/AP

In der Krise – Novak Djokovic greift nach dem letzten Strohhalm

Der Schlingerkurs der ehemaligen Weltnummer eins geht weiter. Nun besinnt sich Novak Djokovic offenbar auf seinen langjährigen Erfolgstrainer, Marian Vajda. Es ist ein Hilfeschrei.

Simon Häring / Nordwestschweiz



Novak Djokovic hat nach seinem Sieg bei den French Open 2016 seinen inneren Kompass verloren. Er hat vieles versucht, ihn wiederzufinden. Er vertraut auf einen spirituellen Guru: Pepe Imaz. Er trennte sich von seinem Trainer: Boris Becker. Dann von seinem ganzen Team: Fitnesstrainer Gebhard Gritsch, Physiotherapeut Miljan Amanovic. Er holte Andre Agassi und Radek Stepanek. Der eine blieb zehn Monate, der andere sogar nur vier. Nichts half wirklich.

Die Emanzipation von seinem alten Selbst, dem Asketen, dem drahtigen Selbstoptimierer, der eine strenge Diät hält und sogar Bücher über seine Ernährung verfasst hat, hat ihn zu einem besseren Menschen gemacht, wie er selber sagt. Aber es hat ihn auch zu einem schlechteren Tennisspieler gemacht. Zuweilen wirkte er in den letzten Monaten so, als sei ihm alles egal. Als ob es ihn nicht kümmere, ob er jetzt eine weitere Niederlage verdauen müsse. 

Bild

Marian Vajda (ganz rechts) ist zurück im Team von Novak Djokovic. bild: keystone

Reise in die Vergangenheit

Vielmehr kümmert ihn die Reise in sein Inneres, auf der Suche nach Inspiration. Sie führte ihn auch an die Schauplätze seiner Vergangenheit. Er reiste ins Skigebiet Kopaonik an der Grenze zu Kosovo, sein Vater und Onkel waren Skirennfahrer. Er besuchte die Plätze, auf denen er 1993 mit dem Tennis angefangen hatte, wo seine Eltern Srdjan und Dijana gegenüber ein Restaurant, ein Sportgeschäft und eine Kunstgalerie betrieben hatten. 

Die Selbstfindung trieb ihn in die Arme eines Gurus. Es gibt dieses Video von Pepe Imaz, braun gebrannt, weisses, aufgeknöpftes Hemd. Nach einem einstündigen Monolog reicht er das Mikrofon an seinen Nebenmann. Er trägt ein blaues Hemd, Shorts, hat dunkles Haar. Er sagt, man wünsche sich Harmonie untereinander und mit den Seelen im Saal. Alle Menschen seien glücklich. Sie suchten nach Liebe und Glückseligkeit. Dieser Mann ist Novak Djokovic.

Marbella als neuer Lebensmittelpunkt

Schauplatz dieser Seance ist eine Akademie in Marbella, wo alle Lektionen so beginnen: die Teilnehmer kuscheln mit zwei Plüschbären – einer heisst Amor, der andere Paz – Liebe und Frieden also. Es sind seine wichtigsten Botschaften von Pepe Imaz. Novak Djokovic hat sie verinnerlicht. Er sagt: «Natürlich bin ich nicht dieselbe Person wie vor einem Jahr. Ich bin dadurch inspiriert, die beste Version von mir selbst zu werden.» Es ist zum Mantra geworden.

Und Marbella zu seinem neuen Lebensmittelpunkt. Nun hat offenbar sein ehemaliger Trainer Marian Vajda den Hilferuf seines ehemaligen Schützlings erhört. Am Wochenende trainierten die beiden an der spanischen Costa del Sol. Der 53-jährige Slowake war von 2006 bis Mai 2017 Haupttrainer Djokovics, verliess das Team aber, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Djokovic sprach damals von einer «Schock-Therapie» für sich selber. 

Vajda war bei allen zwölf Grand-Slam-Siegen Djokovics Trainer. Eine feste Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeite bestehe nicht, berichten serbische Medien. Sicher sei, dass Vajda Djokovic während der Sandsaison betreut, die kommende Woche mit dem Masters-Turnier in Monte Carlo beginnt. Vajda, so hatten es zahlreiche Weggefährten gesagt, sei Djokovics letzte Hoffnung. So gesehen greift der Serbe nach dem letzten Strohhalm. (aargauerzeitung.ch)

Mehr zur Krise von Novak Djokovic: 

Und nun: Die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

Federers Erfolgsrezept – die wissenschaftliche Erklärung

abspielen

Video: srf

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Super 09.04.2018 18:24
    Highlight Highlight Nole schafft das schon. Bei Federer wars die gleiche Leier...
    Ein klasse Spieler wie er kommt wieder zurück!
    💪
    • Frances Ryder 09.04.2018 21:00
      Highlight Highlight 2 Grosse Unterschiede zwischen den beiden. Federer's Spielstil basiert nicht auf Athlethik. Sogar Nadal, der sich mehr darauf verlässt, kann auch ohne die Defensivarbeit bestehen. Beide haben genügend Offensivtools um im hohen Alter weiter zu spielen. Djokovic dagegen basiert sein ganzes Spiel auf seine Agilität, je älter umso weniger wird es gehen. Das andere Problem ist, dass Federer nie in so einem grossen Loch war wie Djokovic. Federer war seit 2003 jedes Jahr mind. in einem Slamhalbfinal, Djokovic zuletzt im Jahr 2016. Bin sehr kritisch, ob er denn Sprung an die Spitze nochmal schafft.
    • Hayek1902 10.04.2018 00:37
      Highlight Highlight Kommt dazu, dass Federers Probleme vor allem körperlicher Natur waren / sind, djokovic scheint vor allem Mental blockiert zu sein. Körperliche Probleme lassen sich einfacher lösen (wenn nicht zu schlimm, natürlich).
  • Der müde Joe 09.04.2018 18:20
    Highlight Highlight Auch dieser Wechsel wird ihm nichts nützen, solange er seine Einstellung nicht ändert. Dieser ganz „Liebe-Frieden-scheiss“ von diesem Pepe hat ihn selbst zu einem Plüschbären gemacht. Versteht mich nicht falsch! Nichts gegen Liebe und Frieden, aber bei einem Duell Mann gegen Mann ist das letzte was ich brauche Liebe. Da heisst es: „komm mir besser nicht zu nahe, sonst putz ich dich weg!!!“
    Wenn Nole wieder diesen Biss hat, -ja dann liegen nochmals ein paar GS-Titel drin. Ansonsten 😍🐻, bye bye Djoker👋🏼
  • bokl 09.04.2018 18:00
    Highlight Highlight Entweder er schickt seinen Guru in die Wüste, oder er kann mal Patty Schnyder anrufen. Sie ist Expertin, wie eine Karriere mit Guru verläuft.

    GS gewinnt man nicht mit Teddybären streicheln, sondern mit Talent und hartem Training.
    • alessandro 10.04.2018 20:14
      Highlight Highlight Himmel, die Orangensaftgeschichte hab ich fast vergessen...
  • Jim_Panse 09.04.2018 17:34
    Highlight Highlight Diese erbärmliche Suche nach Anerkennung und Akzeptanz hat Ihn aus der Bahn geworfen. Er soll einfach akzeptieren dass Ihn die grosse Masse niemals mögen wird wegen seiner Herkunft. So bleibt er sich selbst und wird von den richtigen Leuten gemocht und ich denke so wird er auch wieder unschlagbar stark! Meine Meinung
    • bokl 09.04.2018 17:58
      Highlight Highlight Ausser ein paar Deppen in Westeuropa interessiert seine Herkunft keine Sau.
    • N. Y. P. D. 09.04.2018 17:59
      Highlight Highlight @Jim Panse

      Ich bin Deiner Meinung.

      Er hielt alle Grand Slam - Titel gleichzeitig. Und trotzdem war er nicht so beliebt wie Roger und Raffa.

      Auch das Herz auf Pariser Sand war hochnotpeinlich. Und Höhepunkt seiner Anbiederung.

      Er sollte seinen alten Staff zurückholen und den Guru auf den Mond schiessen.
    • Dingsda 09.04.2018 18:22
      Highlight Highlight Wieso sollte ihn die grosse Masse ausgerechnet wegen seiner Herkunft nicht mögen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Züzi31 09.04.2018 17:32
    Highlight Highlight Vajda ist doch der erste (unscharf) im Bild mit dem Cap und nicht der in der Mitte? 🤔
    • PRE 09.04.2018 17:54
      Highlight Highlight Stimmt, merci. Ist angepasst ...
    • Züzi31 09.04.2018 17:58
      Highlight Highlight Kein Ding. Danke für eure vielseitigen Berichte. 👍

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