Sport
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Serena Williams argues with the chair umpire during a match against Naomi Osaka, of Japan, during the women's finals of the U.S. Open tennis tournament at the USTA Billie Jean King National Tennis Center, Saturday, Sept. 8, 2018, in New York. (Photo by Greg Allen/Invision/AP)

Serena Williams geigt Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos die Meinung. Bild: Greg Allen/Invision/AP/Invision

Williams nach US-Open-Eklat in psychologischer Behandlung – Osaka-SMS rührte sie zu Tränen



In Wimbledon zeigt sich Serena Williams endlich wieder in Hochform: Nach dem frühen Scheitern in Melbourne und in Paris steht die 37-jährige Amerikanerin im Halbfinal und visiert auf dem «heiligen Rasen» ihren 24. Grand-Slam-Sieg an. Es wäre ihr erster als Mutter und die Einstellung des Major-Rekords von Margaret Court.

Und auch im Mixed-Doppel hat Serena Titelchancen: Zusammen mit Andy Murray steht die aktuelle Weltnummer 10 bei den Frauen im Achtelfinal. Kein Wunder, wenn man solche Returns auf Männer-Aufschläge schlagen kann.

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Serena schlägt Return-Winner auf 222-km/h-Aufschlag. Video: streamable

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«Noch einen söttigen»: Serenas Return mit 180 km/h. Video: streamable

Trotz dem sportlichen Hoch beschäftigt Williams aber noch immer der verlorene US-Open-Final gegen Naomi Osaka vom letzten Jahr. Die langjährige Weltnummer 1 verlor mitten im Spiel komplett die Contenance, als sie von Schiedsrichter Carlos Ramos nach verbotenem Coaching und verbalen Attacken drei Strafen und damit einen Game-Verlust kassierte. Anschliessend unterstellte sie dem Unparteiischen, er würde Männer in dieser Situation anders behandeln. Der Überraschungssieg Osakas verkam deswegen fast zur Nebensache.

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Der Williams-Eklat am US Open 2018. Video: streamable

Fast auf den Tag genau zehn Monate nach dem grossen Eklat enthüllt Williams nun in einer Kolumne für das US-Magazin Harper's Bazaar noch einmal, was ihr damals durch den Kopf ging. «Am Ende hat meine Gegnerin besser gespielt als ich und ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Ich hätte mich nicht mehr für sie freuen können, als ich es getan habe», erklärte Williams und führte aus: «Aber ich fühlte mich vom Sport, den ich liebe, besiegt und missachtet.»

Rhetorisch fragt sie: «Warum werden Frauen als ‹emotional, verrückt und irrational› abgestempelt, wenn sie leidenschaftlich werden? Aber wenn das Männer machen, werden sie als leidenschaftlich und stark angesehen?»

Williams gestand, dass sie sich nach dem Final im letzten September in therapeutische Behandlung begeben hatte. Der einzige Weg, die Niederlage abzuhaken, sei eine Entschuldigung bei ihrer 21-jährigen Bezwingerin gewesen. Schliesslich hatte sie Osakas grössten Triumph mit ihrem Wutausbruch komplett überschattet.

Das schrieb Williams an Osaka:

«Ich bin so stolz auf dich und es tut mir wirklich leid. Ich dachte, ich tue das Richtige, um für mich selbst einzustehen. Aber ich hatte keine Ahnung, dass die Medien uns gegeneinander ausspielen würden. Ich wünschte, es gäbe die Möglichkeit, diesen Moment noch einmal zu erleben. Ich bin, war und werde mich immer für dich freuen und dich unterstützen.

Ich würde niemals wollen, dass das Rampenlicht von einer anderen Frau, speziell einer anderen schwarzen Sportlerin, genommen wird. Ich kann deine Zukunft kaum erwarten und glaube mir, ich werde immer als grosser Fan zuschauen! Ich wünsche dir heute und in Zukunft nur Erfolg.»

Die Antwort von Naomi Osaka liess nicht lange auf sich warten und deren Worte berührten Williams so richtig. «Als Naomis Antwort kam, sind mir die Tränen das Gesicht heruntergelaufen.»

Das schrieb Osaka zurück:

«Die Leute können Stärke als Ärger missverstehen, weil sie nicht zwischen den beiden unterscheiden können … Niemand ist so für sich selbst eingestanden, wie du es getan hast, und du musst genauso bahnbrechend weitermachen.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • SusiBlue 10.07.2019 21:35
    Highlight Highlight "Ich bin, war und werde mich immer für dich freuen und dich unterstützen."

    Hat das ein Bot aus dem Englischen übersetzt? 😜

    I am, have and will... kann man halt im Deutschen nicht so fliessend in einen Satz packen.
  • Dr no 10.07.2019 16:39
    Highlight Highlight Dazu fällt mir nur Folgendes ein: You Can Take The Kid Out Of The Ghetto, But You Can’t Take The Ghetto Out Of The Kid.
    Die Therapie scheint nichts gefruchtet zu haben.
  • whatthepuck 10.07.2019 14:38
    Highlight Highlight Was für eine Unsympathin; bei ihr muss man wirklich sagen, dass ihr der Erfolg recht gibt - denn sonst gibt es da nicht viel.

    Ihr selbstbemitleidendes Gesülze bezüglich ihrer Opferrolle als Frau ist einfach nur schwach, im Jahr 2019 aber Standard. Ist ihr entgangen, wie gerade im Männertennis Typen zerrissen werden, die sich abseits der Norm verhalten? Schlag mal unter Kyrgios, Nicholas nach. Djokovic ist mitunter auch deshalb weniger beliebt als Federer oder Nadal, weil er emotionaler und unverblümter auftritt als die anderen beiden. Das hat mit dem Sport, nicht mit dem Geschlecht zu tun.
  • ToniM 10.07.2019 13:59
    Highlight Highlight Nick Kyrgios wird als exzentrisch, launisch und verrückt beschrieben. Hier immer noch eine Geschlechterdebatte draus machen zu wollen, ist absolut lächerlich. Gerade im Tennis, wo Frauen den Männern in Sachen Preisgeld den Männern gleichgestellt sind oder teils sogar mehr verdienen.
    • who cares? 10.07.2019 19:32
      Highlight Highlight Ich bin auch kein grosser Fan von ihr, aber in einem Punkt hat sie schon recht. Kyrgios wird als "Bad Boy" des Tennis beschrieben. Also ein Rebel, ein non-konformer aber cooler, gefährlicher Typ. Bei Williams redet man sofort von der austickenden Furie.
  • Couleur 10.07.2019 13:57
    Highlight Highlight Offenbar hat diese Therapie nicht gefruchtet, denn Einsicht wäre der Weg zur Besserung. Sie hatte sich einfach komplett respektlos gegenüber allen Anwesenden benommen: Dem Schiedsrichter, den Zuschauern und nicht zuletzt ihrer Gegnerin. Die Reaktion des Schiedsrichters, der Zuschauer und der Medien hatte rein gar nichts mit ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht zu tun. Und sie ist Wiederholungstäterin, vor Jahren hatte sie eine Linienrichterin primitivst beleidigt. Und in Wimbledon wurde Sie wieder wegen "Demolierens eines Trainingsplatzes" mit 10'000 Dollar gebüsst. Uneinsichtig bis heute.
  • Citation Needed 10.07.2019 13:44
    Highlight Highlight Cool, dass Williams und Osaka die Sache damals hinter der Kulisse untereinander geregelt haben.
  • Team Insomnia 10.07.2019 12:42
    Highlight Highlight Warum diese Betonung auf „speziell einer anderen Schwarzen Sportlerin“ ?
    • Citation Needed 10.07.2019 14:01
      Highlight Highlight Hautfarbe hat in den USA einen krass anderen Stellenwert als bei uns. Im Tennis ist es noch extremer, die Williams-Sisters waren ja wegen ihrer Hautfarbe eine regelrechte Sensation, als sie im Tenniszirkus auftauchten.
      Vor dem Hintergrund macht diese Formulierung mehr Sinn.
    • Pinhead 10.07.2019 14:56
      Highlight Highlight Genau, Osaka ist doch eine Asiatin?
    • Citation Needed 10.07.2019 16:58
      Highlight Highlight Pinhead: Mutter Japanerin, Vater Haitianer
    Weitere Antworten anzeigen
  • Selbst-Verantwortin 10.07.2019 12:40
    Highlight Highlight „Aber ich hatte keine Ahnung, dass die Medien uns gegeneinander ausspielen würden. “
    Auch hier übernimmt Williams keinerlei Verantwortung für ihr Benehmen. Schuld sind immer die anderen...
    Peinlich.
    • Citation Needed 10.07.2019 13:55
      Highlight Highlight Kann man auch anders sehen: Sie fühlte sich vom SR falsch behandelt, die Medien stellten es so dar, als wolle sie Osaka den Sieg nicht gönnen. Sie sagt, dass sie wohl auf das Wortgefecht mit Ramos verzichtet hätte, wenn sie gewusst hätte, dass man es ihr als gegen Osaka gerichtet auslegt. Glaub ich nicht, aber die Art Aussage macht man im Nachhinein bedten Gewissens, um Wogen zu glätten. Es ist die Geste, die zählt. Osaka hat diese jedenfalls Positiv aufgefasst und toll beantwortet.
    • zaphod67 10.07.2019 14:18
      Highlight Highlight "Auch hier übernimmt Williams keinerlei Verantwortung für ihr Benehmen. Schuld sind immer die anderen..."
      Exakt. Die therapeutische Behandlung scheint nicht wirklich gefruchtet zu haben.
  • Howard271 10.07.2019 11:09
    Highlight Highlight Wieso muss man „gestehen“, wenn man sich therapeutisch behandeln lässt? Ist das etwas schlechtes?
    • JimmyNieCricket 10.07.2019 12:31
      Highlight Highlight Weil sie es nicht an Tag 1 sagte, ergo war es ihr „Geheimnis“ und diese gesteht man. Verstehe schon was du meinst, aber ist jetzt nicht so als ob da steht „sie gesteht... (haha peinlich, a.d.r)
    • Alju 10.07.2019 12:44
      Highlight Highlight Leider wird eine therapeutische Behandlung immer noch sehr stark tabuisiert (sowohl persönlich als auch in der Gesellschaft)
      Eine Therapie ist nichts Schlechtes; jedoch glauben viele, damit Schwäche zu zeigen („irgendetwas stimmt nicht mit mir“.)

      Lustigerweise ist es genau dieses Leugnen der eigenen Schwächen, welche die psychische Gesundheit
      stark belasten kann.

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