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«Ice Ice Baby» Bencic bleibt gegen Nara ganz cool und steht nach einer Hitzeschlacht an den US Open in der dritten Runde – Chiudinelli out

Geschafft! Belinda Bencic wiederholt das Kunststück von Wimbledon und steht am US Open in der 3. Runde.Bild: AFP
Schweizer Top und Flop

«Ice Ice Baby» Bencic bleibt gegen Nara ganz cool und steht nach einer Hitzeschlacht an den US Open in der dritten Runde – Chiudinelli out

Nach Wimbledon hat Belinda Bencic auch beim US Open die dritte Runde erreicht. Die 17-jährige Ostschweizerin setzte sich gegen die als Nummer 31 gesetzte Kurumi Nara 6:4, 4:6, 6:1 durch. Marco Chiudinelli scheitert in der ersten Runde.
27.08.2014, 20:1428.08.2014, 11:37
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So cool wie sie zuvor gespielt hatte, jubelte Belinda Bencic nach genau zweieinviertel Stunden auch. Ein kurzes «Come on» und eine geballte Faust reichten, um einen grossen Sieg zu feiern. 

Bei erneut über 30 Grad war sie im dritten Satz frischer, fitter und deshalb klar besser als die fünf Jahre ältere Japanerin. Dabei hatte Bencic, die erstmals im Hauptfeld der US Open antritt, keineswegs eine perfekte Partie gespielt. 23 Gewinnschlägen standen 41 unerzwungene Fehler gegenüber, und nur gerade etwas über die Hälfte der ersten Aufschläge fanden den Weg ins Feld. Als es zählte – im dritten Satz – funktionierte jedoch das Spiel der letztjährigen Juniorensiegerin in Paris und Wimbledon vorzüglich.

Belinda Bencic ist gegen Nara bis zum Ende hochkonzentriert.
Belinda Bencic ist gegen Nara bis zum Ende hochkonzentriert.Bild: AFP

Den ersten Satz hatte Bencic nach bereits 52 Minuten 6:4 gewonnen, nachdem sie das entscheidende Break zum 4:3 geschafft hatte. Im zweiten Durchgang verpasste sie mehrere Chancen auf eine schnellere Entscheidung. Die in Wollerau im Kanton Schwyz wohnhafte Ostschweizerin machte zweimal einen Breakrückstand wett, musste aber dann ihren Aufschlag zum 4:6 zu null abgeben. 

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Bencic trotzt der Hitze besser als die Gegnerin

Die Asiatin, die als Nummer 33 erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt war, versuchte ähnlich wie Bencic die Bälle früh zu nehmen und die Punkte zu diktieren. Sie zollte jedoch der Hitze früher Tribut als der Teenager.

Nach dem zweiten Satz verschwand Nara während über fünf Minuten in den Katakomben. Bencic suchte auf dem Platz den spärlichen Schatten, zeigte damit jedoch ihre körperliche Frische. Es war denn auch die Japanerin, die den Rhythmus verlor und sogleich 0:2 in Rückstand geriet. Das Defizit konnte sie nicht mehr wettmachen, im Gegenteil: Der Entscheidungssatz wurde eine klare Beute der Schweizerin.

Die Japanerin Nara zollt der Hitze im Entscheidungssatz Tribut.
Die Japanerin Nara zollt der Hitze im Entscheidungssatz Tribut.Bild: Frank Franklin II/AP/KEYSTONE

Nach Wimbledon hat sie damit auch bei ihrem ersten Auftritt in New York die dritte Runde erreicht. Dort trifft sie auf die als Nummer 6 gesetzte deutsche Linkshänderin Angelique Kerber oder die Russin Alla Kudrjawzewa (WTA 137), die erst nach Redaktionsschluss gegeneinander spielten. Bencic wird sich auf jeden Fall den Top 50 der Welt annähern. 

Die Weltranglisten-Fünfte Agnieszka Radwanska ist hingegen als erste Top-Ten-Spielerin frühzeitig gescheitert. Die 25-jährige Polin verlor in der zweiten Runde gegen Peng Shuai aus China 3:6, 4:6. Radwanska war nach der verletzungsbedingten Absage der Chinesin Li Na an Nummer vier gesetzt. (dux/si)

Chiudinelli verliert Abnützungskampf nach 4:19 Stunden

Marco Chiudinelli verpasst eine grosse Chance, sich für die zweite Runde zu qualifizieren. Im Duell mit einem anderen Qualifikanten verlor die Weltnummer 167 gegen den vier Plätze vor ihm klassierten Ilja Martschenko 6:7 (3:7), 6:4, 6:7 (13:15), 6:7 (4:7). 

Marco Chiudinelli kämpft unglücklich und muss bereits nach der 1. Runde die Heimreise antreten.
Marco Chiudinelli kämpft unglücklich und muss bereits nach der 1. Runde die Heimreise antreten.Bild: JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

In einem brutalen Abnützungskampf fiel eine Vorentscheidung im dritten Satz, der alleine eineinhalb Stunden dauerte. Der Baselbieter verwandelte ein 0:2 in ein 3:2, führte zweimal mit einem Break, konnte aber bei 5:4 den Sack nicht zumachen. Im Tiebreak hatte er fünf Satzbälle, und vor allem der einzige bei eigenem Aufschlag, bei dem er eine Vorhand statt ins leere Feld auf den Schläger des Ukrainers spielte, dürfte ihn ärgern. Schliesslich nützte Martschenko seinerseits den vierten Satzball zum 15:13 in der Kurzentscheidung.

Auch im vierten Satz konnte Chiudinelli ein Break zum 4:2 nicht bestätigen. Nach 4:19 Stunden verlor der unglücklich kämpfende «MC» auch das dritte Tiebreak und verpasste so seinen ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier seit dem US Open 2010. Besonders bitter: Bei kleineren Events hatte er Martschenko in drei Partien dreimal bezwungen. Die Form zeigt vor dem Davis-Cup-Halbfinal in zwei Wochen gegen Italien aber eindeutig aufwärts. (dux/si)

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