DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fans der Auburn Tigers machen Lärm.
Fans der Auburn Tigers machen Lärm.Bild: www.imago-images.de
Unvergessen

Fans fetten Gleise ein und hindern Rivalen am Halt in der Stadt

7. November 1896: Im College-Sport in den USA gibt es die Tradition von Streichen auf Kosten der Erzrivalen. Bisweilen arten sie aus – so wie vor weit über 100 Jahren in Auburn, wo sich leicht ein Zugunglück hätte ereignen können.
07.11.2021, 00:0507.11.2021, 12:02

Rund 180 Kilometer liegen zwischen der Auburn University in Alabama und dem Georgia Tech in Atlanta, im Nachbarstaat Georgia. Für amerikanische Verhältnisse ist das ein Katzensprung – heute. 1896 ist das Reisen hingegen noch mühsamer, solche Distanzen stellen eine halbe Weltreise dar.

Mit vereinten Kräften versuchen zwei Spieler von Georgia Tech, einen Rivalen von Auburn zu stoppen.
Mit vereinten Kräften versuchen zwei Spieler von Georgia Tech, einen Rivalen von Auburn zu stoppen.Bild: imago sportfotodienst

Als am 7. November Auburn nach drei Vergleichen in Atlanta den Rivalen erstmals bei sich zuhause empfängt, wird Georgia Tech auf eine besondere Weise begrüsst. Wie im Buch «Football Hall of Shame 2» nachzulesen ist, machen sich Auburn-Studenten im Morgengrauen auf, die Bahngleise einzufetten. Dazu schmieren sie Schweineschmalz, das sie in den Tagen zuvor bei Bauern und Schlachthöfen in der Gegend gesammelt haben, aufs Metall. Als ihr Job getan ist, sind die Gleise auf einer Länge von rund 100 Metern eingefettet.

Nicht das übliche Aufwärmen

Nichts ahnend reisen die Footballer aus Atlanta per Zug an – und fahren viel zu weit. Die Bremsen können ihren Dienst nicht verrichten, ihr Zug rutscht einfach weiter und weiter. Höhnisch klatschen und johlen die Studenten der Auburn University, die links und rechts der Gleise Spalier stehen und den Opfern ihres Streichs hinterher winken.

Alter Schwerenöter: Auburns Maskottchen flirtet mit einigen Cheerleadern.
Alter Schwerenöter: Auburns Maskottchen flirtet mit einigen Cheerleadern.Bild: imago sportfotodienst

Erst acht Kilometer nach dem Bahnhof in Auburn hält der Zug. Und besonders ärgerlich: Weil die Schienen nun zu glatt sind, ist die Bahn ausser Gefecht gesetzt. Den Spielern bleibt nichts anderes übrig, als den Weg zurück zu Fuss anzutreten, mitsamt der schweren Ausrüstung in ihrem Gepäck.

Zweitbester Streich der Geschichte

Dass dieses Aufwärmen nicht die allerbeste Vorbereitung ist, liegt auf der Hand. Entsprechend deutlich fällt das Resultat aus: Auburn schlägt Georgia Tech überlegen mit 45:0.

Diese Anhänger mussten wohl direkt nach dem Spiel zur Diplomfeier.
Diese Anhänger mussten wohl direkt nach dem Spiel zur Diplomfeier.Bild: www.imago-images.de

Als die Zeitung «USA Today» 2013 die besten Streiche aus dem College-Sport kürt, schaffen es die eingefetteten Gleise von Auburn auf Platz 2. Geschlagen werden sie einzig von der Fehde zwischen den Colleges der Army und der Navy. «Einer der ältesten und simpelsten ist immer noch der beste Streich», so die Zeitung: 1953 stiehlt die Army das Maskottchen der Navy, einen Geissbock namens Bill.

Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So crazy sind die Fans der 32 NFL-Teams

1 / 34
So crazy sind die Fans der 32 NFL-Teams
quelle: imago images
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

NFL-Kultfigur Icke Dommisch erklärt dir Football

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Peking 2022 – die grösste Heuchelei der Sportgeschichte
Gibt es eine andere Idee, die so oft schon missverstanden und missbraucht worden ist wie die olympische Idee im Sport? Wahrscheinlich nicht. Der diplomatische Boykott der Spiele von Peking übertrifft alles, was es bisher an Heuchelei im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen gegeben hat.

Längst ist die Idee der modernen Olympischen Spiele im Nebel der Geschichte entschwunden. Baron Pierre de Coubertin war tief in seiner Seele wohl ein Romantiker. Es ging ihm einerseits um die Wiederbelebung des antiken Sportspektakels und andererseits um die Völkerverständigung. Unter dem Pseudonym «Georges Hohrod und Martin Eschbach» verfasste er zudem eine Ode an den Sport und wurde damit der erste Olympiasieger in der Disziplin Literatur. Der Chronist bedauert, dass es diese Disziplin seit 1948 nicht mehr gibt.

Zur Story