Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08585757 Riders fall near finish line during the 1st stage of Tour de Pologne cycling race, over 195.8 km between Chorzow and Katowice, southern Poland, 05 August 2020.  EPA/ANDRZEJ GRYGIEL POLAND OUT

Dem Unfallverursacher Dylan Groenewegen (links) wurde der Etappensieg aberkannt. Bild: keystone

Fürchterlicher Sturz an der Polen-Rundfahrt – Opfer Jakobsen in stabilem Zustand



Ein fürchterlicher Sturz hat das Finale der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt in Kattowitz überschattet. Auf der abfallenden Zielgeraden wurde in Höchstgeschwindigkeit gesprintet. Kurz vor dem Zielstrich kollidierten die beiden Niederländer Dylan Groenewegen und Fabio Jakobsen, wobei Letzterer ungebremst in die Absperrung und in einen Fotografen prallte. Auch Groenewegen kam zu Fall, sein Etappensieg wurde ihm aberkannt und Jakobsen zugesprochen.

abspielen

Video: streamable

Er wird heute jedoch nicht als Leader zur zweiten Etappe antreten können – er wurde gestern im Spital von Kattowitz ins künstliche Koma versetzt. Wie das Team Quick Step in der Nacht auf Donnerstag bekannt gab, seien bei ersten Untersuchungen keine Verletzungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule festgestellt worden.

abspielen

Der Unfall aus anderen Perspektiven. Video: streamable

«Ich weiss nicht, ob ich schon einmal einen so fürchterlichen Unfall gesehen habe», liess Lance Armstrong verlauten. Die gefallene Rad-Ikone aus den USA merkte an, er kenne diesen Sport nun doch schon eine ganze Weile. «Gedanken und Gebete für Fabio. Halte durch, Kumpel!»

Ein halbes Dutzend Fahrer zog sich durch Hochgeschwindigkeits-Stürze Verletzungen zu. Der aufstrebende Star Remco Evenepoel machte aus seinem Ärger keinen Hehl. Groenewegen gehöre für dieses «Foul» lebenslänglich gesperrt, twitterte der junge Belgier. Kurze Zeit nach seinem Gefühlsausbruch löschte er den Tweet wieder. Evenepoel ist ein Teamkollege von Jakobsen.

Bild

Groenewegen droht eine empfindliche Strafe. «Die UCI verurteilt das gefährliche Verhalten von Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen einige Meter vor dem Ziel in die Bande beförderte und einen Massensturz verursachte, auf das Schärfste», teilte die UCI mit. Groenewegen sei von der Jury disqualifiziert und von der Rundfahrt ausgeschlossen worden. Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere bezeichnete Groenewegens Verhalten als kriminell.

Schon kurz zuvor hatte sich ein Fahrer der Equipe Deceuninck-Quick-Step bei einem Sturz verletzt. Der Belgier Yves Lampaert brach sich bei Mailand–Turin, das vom Franzosen Arnaud Démare gewonnen wurde, das linke Schlüsselbein.

Kritik gab es nach dem Sturz in Kattowitz nicht nur an die Adresse von Groenewegen, sondern auch an jene der Veranstalter. «Jedes Jahr der gleiche dämliche Abfahrts-Sprint», ärgerte sich der deutsche Routinier Simon Geschke. Massensprints seien ohnehin gefährlich genug, man müsse die Gefahr nicht noch zusätzlich erhöhen durch eine Routenwahl, auf der die Fahrer 80 km/h erreichen.

Zu Beginn der Etappe hatte das Fahrerfeld Bjorg Lambrecht gedacht. Der Belgier war heute vor einem Jahr bei einem Sturz an der Polen-Rundfahrt tödlich verunglückt. Lambrecht wurde nur 22 Jahre alt.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Allez, allez! 99,9 Prozent der Tour-Fans sind anständig

Nach Waldbrand-Katastrophe in Australien: Jetzt wachsen die neuen Koalababys heran

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
22
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • passiver Überströmer 06.08.2020 10:55
    Highlight Highlight Ich schliesse mich Remco Evenepoel an: Groenewegen gehört lebenslang gesperrt. Das war Absicht.
  • Rapanui 06.08.2020 10:24
    Highlight Highlight Allerorten und in jedem Kontext wird "Durchsetzungsfähigkeit" oder "Winner Mentalität" als grosse Qualität unserer Zeit gesabbelt. Jetzt hat man einen jungen Menschen mit diesen Qualitäten, der von seinem Team gezielt darauf getrimmt wird, dass ausser "das Rennen zu gewinnen" nichts anderes wichtig ist. Dann passiert das letztlich Erwartbare und die Meute frisst den Paria in betroffener Anteilnahme. Jeder darf sich fragen ob er "fair" und "anständig" ist oder ob er/sie einer dieser widerlichen "winner" typen sein will.
    • swisskiss 06.08.2020 13:02
      Highlight Highlight Rapanui: Es gibt genügend Beispieler erfolgreicher Sportler, die diese Winner Mentalität mit fairen Mitteln umsetzen. Ganz im Gegenteil, sind es die erfolglose Sportler mit falschem Ehrgeiz und zuwenig Talent, die zu verbotenen Mitteln greifen um sich Vorteile zu verschaffen. Solche A...löcher gibts in der Politik Wirtschaft und Sport und nirgends werden solche Menschen als Winne Typen charakterisiert, sondern als krankhaft ehrgeizig!
  • Bratansauce 06.08.2020 10:01
    Highlight Highlight Schrecklicher Sturz und ganz dummes Verhalten von Groenewegen, auch wenns sicher im Affekt und Eifer des Wettkampfs war.
    Geschke sagt es aber auch richtig: Solche abfallende Sprints (und zudem noch gefühlt 500 Meter schnurgerade) gehören definitiv nicht in den professionellen Radsport. Als wäre ein flacher oder leicht ansteigender Sprint nicht schon spektakulär genug.
  • DrDeath 06.08.2020 02:19
    Highlight Highlight Das sieh schwer nach Vorsatz oder wenigstens billigender Inkaufnahme aus. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt.

    Dass man sich überhaupt in einem besseren Strampelanzug auf so ein Velo setzt ist schon Wahnsinn! Bei den Geschwindigkeiten im Profiradsport gehört mehr Schutzausrüstung vorgeschrieben.
    • bokl 06.08.2020 08:18
      Highlight Highlight Genau. Lederkombi und Integralhelm sind das Mindeste.
    • N. Y. P. 06.08.2020 08:47
      Highlight Highlight @Dr.Tod

      Erster Abschnitt 👍

      Zweiter Abschnitt 👎👎👎👎

      Es war Vorsatz. Groenewegen hat erst nach rechts gezogen, als Jakobsen auf gleiche Höhe am Aufschliessen war..
  • c_meier 05.08.2020 23:41
    Highlight Highlight "Zu Beginn der Etappe hatte das Fahrerfeld Bjorg Lambrecht gedacht. Der Belgier war heute vor einem Jahr bei einem Sturz an der Polen-Rundfahrt tödlich verunglückt"
    ... und dann am Ende der Etappe ein Massensprint mit 80 kmh einplanen...😱
  • Jonaman 05.08.2020 23:38
    Highlight Highlight Das könnte schon fast als (versuchte) fahrlässige Tötung bezeichnet werden, falls Jakobsen wirklich lebensgefährlich verletzt ist. Groenewegen drängt ganz offensichtlich nach rechts und lässt dem Gegner keinen Platz. Bei 80km/h ist ganz klar, dass ein Sturz tödlich enden kann, er hat also einen möglichen Umfall mit Todesfolge fahrlässig in Kauf genommen.
  • Claudandus 05.08.2020 22:54
    Highlight Highlight Heilige Sch...!!! Ein (provozierter) Unfall der übelsten Sorte! Aus meiner Sicht volle Absicht von Groenewegen. Er hält ja noch den Ellbogen raus, damit Jacobsen nicht vorbei kommt. So nah an den Absperrgittern, das musste er realisieren, selbst bei diesem Tempo.
    Unverständlich, unnötig, unfair!
    Ich verstehe aber auch Geschkes Unmut gegenüber den Veranstaltern. Immer noch spektakulärer, noch enger noch schneller! Ich schaue leidenschaftlich gerne Radsport, aber sowas möchte ich nicht sehen. Ich hoffe alle Beteiligten kommen wieder auf die Beine, natürlich auch der Fotograf.
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 05.08.2020 21:44
    Highlight Highlight Ein ganz ganz ganz übles unsportliches Manöver, jemanden so abzudrängen. Das war pure Absicht, am Ende hält er noch den Ellbogen raus. So einem sollte man dauerhaft sperren.
  • _kokolorix 05.08.2020 21:32
    Highlight Highlight So eng, so schnell, so viele Fahrer und Groenewegen hat den Konkurrenten knallhart gegen die Absperrung gestossen, bevor er überholen konnte. Sowas gehört schon bestraft. Aber der Veranstalter ist auch mitschuldig. So gestaltet man doch keinen Zieleinlauf. Das ist nur eine Frage der Zeit bis sich so ein Unfall ereignet. Grobfahrlässig von allen Beteiligten.
  • R H 05.08.2020 21:18
    Highlight Highlight Ganz übel.... :o

    Gute Besserung dem Radrennfahrer und dem Fotografen.


    Es ist schon verdammt wichtig, dass auch im Öffentlichen Verkehr Rücksicht aufeinander genommen wird. Egal ob Radrennfahrer, Autofahrer, Motorradfahrer oder Fussgänger oder andere Teilnehmer!

    Am Ende des Tages muss jeder Gesund nach Hause kommen. Rücksichtnahme wird nicht gegeben. Jeder will der erste am Zielort sein.

    Sich Zeit nehmen in der heutigen Welt will niemand mehr!
  • Zanzibar 05.08.2020 21:18
    Highlight Highlight Das ist ja brutal! Er wurde aber auch richriggehend in die Absperrung gedrückt.

    Da muss man sich künftig überlegen ob solche Absperrgitter nicht mit den guten alten dicken Alder Eisenhut Matten aus dem Schulturnunterricht geschützt werden sollen. In der Formel 1 haben sie auch Reifenstapel und donnern nicht gegen Betonmauern.
    • maylander 05.08.2020 22:57
      Highlight Highlight Mit 80km/h nützen auch die Matten nicht mehr viel. Nach dem Video sieht es so aus als wurde ein Schaumstoff verwendet.
      Solche Sprints mach man besser auf einer Steigung aus. So nimmt man ein wenig Geschwindigkeit raus.
  • Sick Ranchez 05.08.2020 21:06
    Highlight Highlight Unglaublich was für ein Pech diese Rundfahrt verfolgt! Hoffe alle beteiligten werden schnell wieder gesund.. Grausam diese Videos 😞
    • Jonaman 05.08.2020 23:39
      Highlight Highlight Die Aktion von Groenewegen ist doch kein Pech! Echt jetzt?
    • Pedro Salami 05.08.2020 23:56
      Highlight Highlight Auf den Tag genau vor einem Jahr starb Lambrecht an der Polen-Rundfahrt.
      Das heute war eine sehr unfaire Attacke mit schlimmen Folgen.
      Hoffentlich kommt bald Entwarnung um seinen Gesubdheitszustand.
    • Sick Ranchez 06.08.2020 12:14
      Highlight Highlight @Jonaman Ja, das ist unumstritten! Aber trotzdem Pech, dass so etwas mit schlimmen Folgen ausgerechnet an der Polenrundfahrt passieren muss.
  • Der müde Joe 05.08.2020 20:40
    Highlight Highlight Wie geht es eigentlich dem Fotografen? Der wurde ja übelst umgenietet!

    Wünsche allen Beteiligten gute Besserung.
    • Oigen 05.08.2020 20:59
      Highlight Highlight Jakobsen hatnen gebrochenen kehlkopf, zustand lebenbedrohlich laut rennärzten, über den Kameramann hab ich nichts gefunden
  • Denk nach 05.08.2020 20:20
    Highlight Highlight Ufff... Sieht aber ganz übel aus! Gute Besserung!

Küng heiss auf die Zeitfahr-WM: «Das Selbstvertrauen stimmt, die Form auch»

Stefan Küng setzt an den Strassen-Weltmeisterschaften in Imola alles auf eine Karte. Der Thurgauer verzichtet auf das Strassenrennen und strebt stattdessen im Zeitfahren am Freitag als einer der Mitfavoriten eine Medaille an.

Nach seinem Coup vor einem Jahr, als er in der nordenglischen Region Yorkshire als erster Schweizer seit 1999 in einem WM-Strassenrennen eine Medaille gewinnen konnte, strebt der Schweizer Zeitfahr-Meister nun auch in seiner eigentlichen Paradedisziplin das WM-Podest an. Nach seinem vor Monatsfrist in Plouay errungenen EM-Titel gehört Küng in Italien zum ersten Mal bei internationalen Titelkämpfen zum Kreis der Favoriten.

«Das Selbstvertrauen stimmt, die Form auch», blickt er zuversichtlich auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel