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«Ob ich das Cape Epic nochmals fahre? Dafür müsstest du mir eine Million zahlen»

Als Königsetappe wurde das 5. Teilstück beim Cape Epic bezeichnet. Dies musste Thabo auf die harte Tour lernen. Immerhin kam er gerade noch rechtzeitig ins Ziel. Nicht so wie sein Partner.

Reto Fehr, Südafrika



Während vorne die Schweizer Christoph Sauser und Ariane Kleinhans in ihren Kategorien dem Gesamtsieg entgegen stürmen, werden die Dramen im hinteren Teil des Feldes beim Cape Epic – einem der härtesten Mountainbike-Etappenrennen der Welt – täglich neu geschrieben. Logisch, dass dies bei der Königsetappe über 117 Kilometer und über den legendären Bain's Kloof Pass (Video unten) nicht anders war. Dieses Mal die Hauptfigur: Thabo. 

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Thabo einige Minuten nach seiner Zielankunft. Bild: Watson

Der 35-Jährige kam gut 60 Sekunden vor dem um 20 Minuten verlängerten Cut-off über die Ziellinie (Grund für die Verlängerung war, dass selbst die Profis deutlich hinter der Marschtabelle fuhren). Und legte sich erstmal völlig erschöpft hin: «Ich musste die letzten vier Kilometer in zehn Minuten absolvieren. Ich dachte, das schaffe ich nicht mehr. Vor mir liessen mich die Fahrer auf dem technischen Teilstück nicht überholen», so Thabo wenige Minuten später, «als ich endlich vorbei war, musste ich wie ein Irrer in die Pedale treten.» 

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Ja, auch auf der Teerstrasse sollten die Fahrer konzentriert bleiben. video: absa cape epic

Teamkollege schafft's doch ins Ziel – mit allerletzter Kraft

Ganz glücklich konnte der Südafrikaner doch nicht sein: «Meinen Partner musste ich beim Waterpoint 2 zurücklassen. Er gab mir das Tracking-Gerät und sagte, ich soll es versuchen.» Teamkollege Sefiso habe sich in der Nacht schlecht gefühlt und sei schon am Start kraftlos gewesen.

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Sefiso wird im Ziel von Krämpfen geplagt. Bild: Watson

Doch während Thabo rund 20 Minuten später in der Erholungszone sitzt, kommt dieser Sefiso tatsächlich noch um die Ecke. Deutlich nach dem Cut-off zwar, aber im Ziel. Mit sprichwörtlich allerletzter Kraft schleppt sich der 35-Jährige ins Ziel, muss dann allerdings gleich ab ins Medizinzelt transportiert werden – selbst Thabo konnte es vor Überraschung kaum fassen. Sefiso hatte schon 2014 das Cape Epic nicht beendet, er wird es auch dieses Mal höchstens ausser Konkurrenz erreichen.

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Thabo tröstet Teamkollege Sefiso. bild: Watson

Würdest du wieder am Cape Epic mitmachen? «Nein! Nie wieder!»

«Ich weiss nicht, ob er morgen fahren kann. Ich werde am Start sein, obwohl ich meine Beine im Moment nicht spüre», gibt sich Thabo zum Abschluss kämpferisch. «Ich habe erst im Februar die Chance auf die Teilnahme beim Cape Epic erhalten. Bis dahin bin ich zwölf Stunden wöchentlich auf dem Bike gesessen, seither rund doppelt so lange. 

«Ich bin eigentlich schon zufrieden, dass ich es hierhin geschafft habe.» Tatsächlich hatten die beiden in den vorangehenden Etappen nie Probleme mit der Zeit. Sie waren jeweils rund eine Stunde vor der Deadline im Ziel. Doch Etappe 5 forderte Tribut: «Die ersten beiden Aufstiege kosteten uns zu viel Zeit. Wir mussten die Bikes endlos schieben.»

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Kurze Impression vom langen Aufstieg zum Bain's Kloof Pass. Video: Watson

Aber jetzt warten zwei harte letzte Tage auf Thabo. Würde er überhaupt noch einmal am Cape Epic teilnehmen? «Nein! Niemals!», schiesst es aus ihm heraus. «Du müsstest mir eine Million zahlen.» Und was wirst du Leuten sagen, die es in Zukunft doch versuchen wollen? «Viel Glück.»

PS: Was Thabo vielleicht nicht weiss: Das haben schon so viele Fahrer direkt nach dem Rennen gesagt. Aber in einigen Wochen ist alles vergessen und plötzlich juckt es wieder ...

Die Helden ganz hinten

watson stellt während dem Cape Epic – einem der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt über rund 740 Kilometer und 16'000 Höhenmeter an acht Tagen – täglich Fahrer vor, die weit hinten im Feld das Ziel noch erreichen.

So ergeht es den bisher vorgestellten Fahrern:
Die ehemaligen Rugby-Helden Colin und Marius kamen zwar ins Ziel, aber zu spät. Marius fehlten gut fünf Minuten, Colin rund 15. «Den ersten Berg mussten wir hoch schieben, weil es zu streng war und runter schieben, weil es technisch zu schwierig war.» Sie werden Etappe 6 als «Blueboard-Rider» ausser Konkurrenz in Angriff nehmen.
Candice und James hat es zwei Tage nach ihrem Drama doch erwischt: Sie gaben bei Waterpoint 1 auf.
Johannes, der die 1. Etappe um 1,7 Sekunden schaffte, läuft zur Hochform auf: Auch Etappe 5 war kein Problem für ihn.
Riaan und Vasti hatten gestern einen easy Tag, heute wurde es wieder knapp. Sie kamen 11:50 Minuten und tränenreich vor dem Cut-off ins Ziel. 
Die Argentinier Evangelina und Cristian mussten einen, respektive zwei Tage nach dem knappen Finish aufgeben.

Bisschen kälter, aber auch gut: Die erfolgreichsten Schweizer Ski-Weltmeister der Neuzeit

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