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Für Kryenbühl kommt das zu spät: Zielsprung in Kitzbühel wird entschärft

Switzerland's Urs Kryenbuehl receives medical help after a bad crash at finish line during an alpine ski, men's World Cup downhill in Kitzb
Ein halbes Dutzend Ärzte kümmern sich um Urs Kryenbühl, ehe er mit dem Helikopter in den Spital geflogen wird.Bild: keystone

Für Kryenbühl kommt das zu spät – FIS verspricht, Zielsprung zu entschärfen

Die Streif fordert auch 2021 ihre Opfer. Für Urs Kryenbühl ist die WM-Saison gelaufen. Ryan Cochran-Siegle stürzte in der ersten Abfahrt ebenfalls heftig. Für das zweite Rennen am Samstag wird ein veränderter Zielsprung versprochen.
22.01.2021, 20:0422.01.2021, 20:07

Urs Kryenbühl kam nach einem weiten Satz beim Zielsprung zu Fall – an jener Stelle, an der vor zwölf Jahren Daniel Albrecht ebenso fürchterlich gestürzt war. Kryenbühl zog sich einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie sowie einen Schlüsselbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zu. Womit er wohl noch Glück hatte: Albrecht war 2009 mit einem Schädel-Hirn-Trauma drei Wochen im Koma gelegen.

Kryenbühl hatte mit fast 150 km/h abgehoben, als es ihm in der Luft die Ski vorne nach unten drückte und er kopfüber aufprallte. Die Rennfahrer sprechen in diesem Zusammenhang von «Überwind».

Der 26-jährige Schwyzer wurde auf der Piste erstversorgt und danach mit dem Helikopter abtransportiert. Nach einer Nacht im nahegelegenen Spital in St. Johann kehrt er voraussichtlich am Samstag in die Schweiz zurück.

«Das Tempo ist einfach zu hoch»

Der Zielsprung, bei dem die Fahrer bis zu 60 Meter weit flogen, sorgte nicht nur wegen Kryenbühls Sturz für Diskussionen. Zahlreiche Fahrer bekundeten Schwierigkeiten am letzten Hindernis. Der Sieger Beat Feuz sagte, er und andere Athleten hätten schon nach dem ersten Training darauf hingewiesen, dass der Luftstand zu hoch sei.

«Es geht bei der Piste eigentlich seit drei Tagen nur um den Zielsprung. Er geht einfach zu weit. Ich bin ja auch heute dort 60, 70 Meter rausgesegelt wahrscheinlich. Muss nicht sein, sollte nicht sein.»
Beat Feuz im ORF

Zwar wurde der Sprung auf das Rennen hin um einige Zentimeter abgetragen, doch die Rechnung ging nicht auf, weil die Fahrer im Zielhang teilweise mehr als 10 km/h schneller unterwegs waren als an den Vortagen. Der Deutsche Josef Ferstl meinte: «Ein gewisser Reiz soll sein, das wollen wir alle. Aber das Tempo ist einfach zu hoch. Ein bisschen weniger wäre immer noch spektakulär.»

epa08957395 A staff member holds the damaged ski of Urs Kryenbuehl of Switzerland during the men's Downhill race of the FIS Alpine Skiing World Cup event in Kitzbuehel, Austria, 22 January 2021.  ...
Auch Kryenbühls Ski überstand den Aufprall nicht unbeschädigt. Bild: keystone

Entschuldigung vom Rennchef

Wer glaubte, dass die heuer wegen der jüngsten Schneefälle weniger ruppige Streif weniger gefährlich ist, irrte. Hannes Trinkl, der stellvertretende Rennchef entschuldigte sich im Namen des Ski-Weltverbands FIS. «Es waren drei, vier, fünf Stundenkilometer zu viel», erklärte er. Für die zweite Abfahrt am Samstag versprach er Korrekturen.

Dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle wurde die Traverse vor dem Zielschuss zum Verhängnis. Obwohl er mit hohem Tempo in steilem Winkel in die Fangnetze prallte, kam er mit einer leichten Halswirbelfraktur glimpflich davon. Es gehe ihm gut, liess der amerikanische Verband wissen. Die Abfahrt am Samstag sowie den Super-G am Sonntag werde Cochran-Siegle jedoch auslassen.

Auch für Kryenbühl kommen die Anpassungen beim Zielsprung zu spät. Neben ihm fallen bei der Schweizer Speed-Fraktion derzeit auch Mauro Caviezel und Niels Hintermann verletzt aus. (ram/sda)

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