Weltcuprennen in Crans-Montana: Swiss-Ski-Sponsoren zweifelten Durchführung an
In der Silvesternacht starben in Crans-Montana 40 Menschen bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» und 116 weitere Personen wurden verletzt. Etwas mehr als vier Wochen später macht der Ski-Zirkus im Walliser Bergort Halt und führt drei Weltcuprennen durch. Die Frauen werden je eine Abfahrt und einen Super-G und die Männer eine Abfahrt absolvieren.
Das Rahmenprogramm in Crans-Montana wurde stark angepasst, es finden keine feierlichen Festaktivitäten im Dorf statt. Auch auf klassische Werbebanden im Zielraum wird dieses Jahr verzichtet. Stattdessen sind Trauerschleifen und der Satz «Unsere Gedanken sind bei euch» im Zielbereich zu lesen. Auch auf den Startnummern und Torflaggen werden keine Sponsoren zu sehen sein.
Die Sponsoren von Swiss-Ski überlegten aber gar weiterzugehen, als nur auf die Werbung zu verzichten. Wie die NZZ berichtet, zweifelten sie daran, ob das Durchführen der Rennen das richtige Zeichen ist. In einem Brief, welcher der Zeitung vorliege, hätten Swiss-Ski-Hauptsponsor Sunrise und die Premium-Sponsoren BKW, Raiffeisen und Helvetia eine Absage der Rennen angeregt. Der Brief wurde am 13. Januar direkt an den nationalen Verband, den Ski-Weltverband (FIS) und an das Organisationskomitee der Rennen in Crans-Montana geschickt und von den CEOs der jeweiligen Firmen unterschrieben.
Im Brief wurde darum gebeten, eine Absage der Weltcup-Rennen gemeinschaftlich zu prüfen. Am 16. Januar wurde bestätigt, dass die Rennen mit angepasstem Rahmenprogramm durchgeführt werden. Die vier Unternehmen kündigten bereits im Brief an, dass sie auch bei einer Durchführung zum Engagement stehen werden, aber auf kommerzielle Botschaften auf den Werbeflächen verzichten werden.
Daniel Bollinger, OK-Mitglied der Weltcuprennen und COO der WM 2027 in Crans-Montana erklärt: «Wir hatten einen transparenten und guten Austausch mit unseren Partnern. Sie unterstützen uns voll und haben uns zugleich signalisiert, dass sie nicht mit klassischer Werbung präsent sein wollen wie sonst an den Rennen.»
Wie die Sponsoren in einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der «NZZ» schreiben, wird mit den getroffenen Massnahmen vor dem Rennen «den verschiedenen Interessen ausgewogen Rechnung getragen». (riz)
