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WM während der Vorweihnachtszeit? Eine hervorragende Abwechslung. Bild: OSAMA FAISAL/AP/KEYSTONE

8 Gründe für die Schlotter-WM

Was soll die ganze Aufregung um die WM 2022? Wir sind nicht das Zentrum der Welt

Die WM 2022 wird mit grosser Wahrscheinlichkeit im November und Dezember stattfinden. Das ist hervorragend. Nur gegen ein Argument der Kritiker habe ich keine Chance (Achtung, der letzte Satz war ironisch). 



Gestern wurde zum ca. 34. Mal bekannt, dass die Fussball-WM 2022 ziemlich ganz vermutlich sicher irgendwann zwischen dem 18. November und 23. Dezember stattfinden wird. Und die Schweiz reagiert gefühlt so:  

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Gif: Giphy.com

Und ich so:

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Auch die watson-User lassen ihrer Empörung in unserer Umfrage vollen Lauf (Stand Mittwoch 13:45 Uhr 74%):

Eine Fussball-WM im Winter, Top oder Flop?

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Erst schrien alle, dass man eine WM in Katar UNMÖGLICH bei über 40 Grad im Juni/Juli durchführen kann. Jetzt schiebt man sie auf November/Dezember, lässt so gar die sportliche Grossereignis-Pause zwischen den Olympischen Spielen 2022 im Februar grösser werden, was viele sicherlich begrüssen, und dann ist auch wieder schlecht. Was wollt ihr denn? 

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Klar, der grundsätzliche Entscheid die WM nach Katar zu vergeben, ist sehr fragwürdig, vermutlich ging es nicht mit rechten Dingen zu und her und die Arbeitsbedingungen sind ziemlich sicher unzumutbar. Das ist scharf zu verurteilen. Aber alle die jetzt hier in der Schweiz wegen der «Winter-WM» aufschreien, denkt mal darüber nach: 

Acht Gründe für die «Winter-WM»

1. Wir sind nicht das Zentrum der Welt

Es ist egoistisch zu jammern, dass man jetzt im November beim Public Viewing vielleicht etwas friert. Es gibt genügend Regionen der Welt, die jetzt auch mal von einer WM im richtigen Sommer profitieren können. In Katar ist nunmal November/Dezember ideal für Fussball. Argentinier werden sich freuen, Neuseeländer, Südafrikaner ebenfalls. Ich war an der «Winter-WM» 2010. In Bloemfontein bei Schweiz – Honduras habe ich gefroren wie sonst vielleicht nur das eine Mal an einem Millwall-Heimspiel Ende November. Da hat man auf Europa Rücksicht genommen, jetzt halt mal auf andere Regionen.

2. War jemand schon mal beim Après Ski? Grossartig, nicht? 

Und selbst wenn wir halt frieren. Stell dir vor du fährst Ski bis 16 Uhr, dann ab zum Public Viewing auf dem Laaxer Crap Sogn Gion oder in der Davoser Bolgenschanze? Die Stimmung da übertrifft jedes WM-Public-Viewing in Zürcher In-Lokalen. Ich kann es kaum erwarten. 

davos

Herrliche Kulisse für ein Fussball-Public-Viewing.

3. Der Sommer bietet so schon viel. Das brauch' ich nicht noch eine Fussball-WM

Um herrliche Abende bei kühlem Bier, Grill und mit Freunden zu geniessen, brauche ich im Sommer keine Fussball-WM. Das mache ich sowieso. Oder ich kann mit der ganzen Familie problemlos an den abgelegensten Wlan-freien Strand der Welt reisen und muss dann nicht versuchen mit der NASA Kontakt aufzunehmen, um via Satellit vielleicht doch noch ein TV-Signal zu empfangen. Auch muss ich in keiner heruntergekommenen Strandbar einen alten Transistor-Radio finden, um in einer komischen Sprache das WM-Spiel Honduras – Japan verfolgen zu können. 

4. Kein Adventsstress. Meine Frau geht einkaufen, ich gucke Fussball

Aber im November und Dezember während den dunklen Monaten kann ich mich jetzt endlich auf beste Unterhaltung freuen. Die WM würde ich sowieso immer schauen. Egal wann, wo und wie sie stattfindet. Für die Endrunde 2002 in Südkorea oder ein gutes Federer-Spiel stand ich schon mitten in der Nacht auf. Dann kann ich auch mal eine WM zu besten Sendezeiten an einem Wintertag schauen. Nicht? Ausserdem habe ich so die perfekte Ausrede bereit, um dem Adventsstress aus dem Weg zu gehen. Meine Frau geht einkaufen, ich Fussball gucken. Alle sind glücklich.

5. In den Fussball-Sommern 2022 und 2023 ist grandioser Klubfussball garantiert

Es ist ja zudem nicht so, dass Fussball noch nie in den Wintermonaten gespielt wurde. Im Gegenteil: In den für mich besten Fussballmonaten Juni und Juli läuft dank den Spielkalender-Anpassungen endlich mal etwas. Es gibt nichts Langweiligeres als die Jahre von WM- oder EM-Endrunden, in welchen die grossen Ligen und europäische Wettbewerbe jeweils die Winterpause auf – wenn überhaupt – drei Wochen eindampfen, aber dann Mitte Mai beendet werden und erst irgendwann im August wieder aufgenommen werden. Ich verspreche euch: Die Fussball-Sommer 2022 und 2023 werden dank den WM-Terminanpassungen fantastische Unterhaltung bieten mit grandiosem Klubfussball. Der ist niveaumässig sowieso besser als Länderspiele. 

MANCHESTER, ENGLAND - FEBRUARY 24: Ivan Rakitic of Barcelona and Vincent Kompany of Manchester City batlte for the ball during the UEFA Champions League Round of 16 match between Manchester City and Barcelona at Etihad Stadium on February 24, 2015 in Manchester, United Kingdom.  (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

2023 könnte es soweit sein: Endlich mal Champions-League im Juni und Juli.  Bild: Getty Images Europe

6. Keine Konkurrenz durch Roland Garros und Wimbledon

Die Tennis-Grand-Slams French Open und Wimbledon müssen nicht mit der WM konkurrenzieren, die Tour de Suisse und Tour de France ebenfalls nicht. Die Grümpelturniere landauf, landab müssen ihren Spielplan auch nicht mehr um WM-Spiele zimmern. Ist auch ohne das schon schwierig genug. Und die Ski-Rennen sind meist morgens. Mein provisorischer Plan für Samstag, 10. Dezember 2022, sieht aktuell so aus (Änderungen vorbehalten): Aufstehen; Abfahrt in Gröden der Männer schauen; Riesenslalom der Frauen in Val d'Isère schauen; Mittagessen; WM-Spiel Schweiz – Frankreich schauen; WM-Spiel BrasilienNigeria schauen; schlafen gehen. Ein ganzer Tag Sport – bin ich denn im Paradies? 

«Die WM war bei uns immer im Sommer. Darum muss sie immer im Sommer sein.»

Das Killer-Argument der Winter-WM-Kritiker

7. Katar wird die beste WM aller Zeiten

Genau – fast vergessen – die viel zitierte fehlende Fussball-Tradition in Katar und sowieso überall ausserhalb Westeuropas. Ich glaube, Katar wird die beste WM aller Zeiten. Die Stimmung wird hervorragend sein. Ich war an der Euro 2012 in Polen und der Ukraine. Auch da habe es keine Fussball-Tradition. Aber gegen das Public Viewing in Warschau ist die Berliner Fanmeile ein Kindergeburtstag. Die Leute sind fussballverrückt. Egal wo. Während des Afrika-Cups stehen die Nationen der teilnehmenden Teams still. Man hat zwar das Geld nicht, um ins Gastgeberland zu reisen, aber alle kleben dann vor dem TV

8. Wenns doch ein Reinfall wird, können wir wenigstens mit Recht sagen: «Früher war alles besser.»

Nur gegen ein Argument habe ich keine Chance. Das unschlagbare «Die WM war bei uns immer im Sommer. Darum muss sie immer im Sommer sein.» «Ist so, weil ist so», heisst es im Militär. Dort finden den Spruch alle doof (vielleicht weil er gegen mich verwendet wird?) – jetzt soll er plötzlich über dem Gesetz stehen (vielleicht weil er für mich verwendet wird?)? Ich finde, bisschen Flexibilität schadet nicht. Und wenn's dann doch ein Reinfall wird, können wir wenigstens alle sagen: «Früher war alles besser.» 

Alle Weltmeisterschaften in Katar

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