Steuerstreit
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Steuerflucht

Griechische Steuerfahnder prüfen Geldeinlagen über 100'000 Euro



Griechenland verschärft den Kampf gegen Steuerhinterzieher. Die Steuerfahndung kann nun die Konten von Griechen mit Bankguthaben über 100'000 Euro überprüfen durchleuchten. Der Haken: Für die Überprüfung der verdächtigen Konten wurden bisher nur sechs Finanzbeamte abgestellt.

Lagarde-Liste

Die sogenannte «Lagarde-Liste» mit den Namen der Inhaber der Konten war vor vier Jahren von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde an Griechenland übergeben worden. Die Überprüfung der Liste laufe «im Schneckentempo» heisst es von Beobachtern: Nur vier Steuersünder dieser Liste hätten bislang Strafen gezahlt. (sda/dpa)

Die griechischen Banken hätten den Behörden bereits die notwendigen Daten übergeben, berichtete die Athener Sonntagszeitung «To Vima» unter Berufung auf das Finanzministerium. Insgesamt seien 65 CDs mit den Daten an die Steuerbehörden geschickt worden.

Nach den ersten Kontrollen seien bereits einige «krasse Fälle» aufgefallen. Darunter sei ein Bauunternehmer, der im vergangenen Jahr lediglich ein Einkommen von 72'000 Euro versteuert habe, gleichzeitig aber über Geldeinlagen in Höhe von 280 Mio. Euro verfüge.

Ein arbeitslos gemeldeter Mann, angeblich ohne Einkommen in den vergangenen Jahren, habe 2,5 Mio. Euro auf seinem Konto. Wie die Nachrichtenagentur DPA aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, soll die Summe der Geldeinlagen, die 100'000 Euro übertreffen, bei rund 43 Milliarden Euro liegen.

Kaum Personal

Die Überprüfung der Daten seit dem Jahr 2000 könnte «mit dieser Besetzung bis zu 15 Jahre dauern», sagte ein hoher Funktionär des Finanzministeriums. Es müssen Schätzungen zufolge etwa 1,2 Mio. Konten überprüft werden und anschliessend mit dem gemeldeten Einkommen verglichen werden. 

Auch in anderen Fällen ist die Bilanz der griechischen Steuerfahnder bislang allenfalls durchwachsen. Eine den Finanzbehörden in Athen zugespielte Liste mit 2059 Griechen die ein Konto bei der Bank HSBC in der Schweiz unterhalten haben sollen, hat bislang kaum Geld in die Staatskassen gespült. (pma/sda/dpa)

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