Terrorismus

Mindestens 18 Tote bei Angriff auf somalisches Parlament

Überreste eines Wagens nach der Explosion einer Autobombe. 
Überreste eines Wagens nach der Explosion einer Autobombe. Bild: EPA/EPA
Selbstmordattentat

Mindestens 18 Tote bei Angriff auf somalisches Parlament

24.05.2014, 16:5124.05.2014, 17:20

Bei einem Anschlag der islamistischen Terrorgruppe al-Shabaab auf das Parlament in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Getöteten zählten acht al-Shabaab-Kämpfer und mehrere somalische Wachleute. Viele weitere Menschen wurden am Samstag verletzt, darunter auch drei somalische Abgeordnete, wie Sicherheitskräfte berichteten. Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag. 

Die Attacke auf das Parlament begann mit einem Selbstmordanschlag, bei dem ein Fahrzeug vor dem Gebäude in die Luft gesprengt wurde. Währenddessen eröffneten die Angreifer, von denen einige Uniformen des somalischen Militärs trugen, das Feuer auf das Sicherheitspersonal. Es kam zu weiteren Explosionen und stundenlangen Schusswechseln.  

Sicherheitskräfte und Truppen der Afrikanischen Union brachten alle Abgeordneten durch eine Hintertür des Gebäudes in Sicherheit, teilte die Militärmission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) via Twitter mit. «Wir werden uns von solchen Attacken nicht einschüchtern lassen», erklärte der AMISOM-Botschafter Mahamat Saleh Annadif. Die Parlamentsmitglieder hatten sich gerade in einer Sitzung befunden. 

Somalische Sicherheitskräfte während des Gefechts mit al-Shabaab-Milizen.  
Somalische Sicherheitskräfte während des Gefechts mit al-Shabaab-Milizen. Bild: Reuters

«Attacke gegen das Volk»

Vor dem Parlamentsgebäude lagen am Nachmittag Wrackteile eines zerstörten Fahrzeugs und leblose Körper. Augenzeugen berichteten von mehr als 20 Getöteten. Die somalische Internetseite «Shabelle News» sprach sogar von sieben getöteten Angreifern und bis zu 25 weiteren Toten. Der UNO-Sondergesandte in Somalia, Nicholas Kay, zeigte sich erschüttert. «Der heutige Angriff ist eine Attacke gegen das Volk Somalias, für den es keine Rechtfertigung gibt», erklärte Kay. Die Vereinten Nationen unterstützten die Bevölkerung und die Regierung Somalias weiterhin auf dem Weg zu Frieden und Stabilität.  

Ministerpräsident Abdiweli Sheikh Ahmed versprach, den Fall schnellstmöglich aufzuklären. «Indem sie unsere unschuldigen Brüder und Schwester töten, haben die Terroristen noch einmal gezeigt, dass sie gegen alle Somalier sind», sagte der vor einem halben Jahr ernannte Regierungschef. «Diese feigen und verabscheuungswürdigen Taten sind keine Demonstration des wahren islamischen Glaubens.» 

Die Regierung Somalias bekämpft seit Jahren die al-Shabaab-Miliz. Vor gut einem Monat hatten die Islamisten ein Parlamentsmitglied getötet und einen weiteren Abgeordneten erschossen. Im Februar gab es eine Attacke auf den Präsidentenpalast mit mindestens zwölf Toten, Präsident Hassan Sheikh Mahmud entkam der Attacke. 

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Eine funktionierende Staatsgewalt im gesamten Land gibt es nicht. Die al-Shabaab-Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile im Zentrum und Süden des nordostafrikanischen Landes. Die somalische Armee und ihre internationalen Unterstützer vertrieben sie zuletzt aber aus Mogadischu und den meisten anderen grösseren Städten des Landes. (dhr/sda/afp/dpa)

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