Terrorismus
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This image taken from video released late Friday evening, Oct. 31, 2014, by Boko Haram, Abubakar Shekau, centre, the leader of Nigeria's Islamic extremist group denies agreeing to any cease-fire with the government and says more than 200 kidnapped schoolgirls all have converted to Islam and been married off. In the new video released late Friday night, Abubakar Shekau dashed hopes for a prisoner exchange to get the girls released.

Boko Haram terrorisiert Nigeria seit Jahren. Bild: AP/Boko Haram

Terror in Afrika

Boko Haram macht 16 Ortschaften dem Erdboden gleich – viele Tote befürchtet



Baga Nigeria Karte

Baga liegt in Nordosten Nigerias (roter Pfeil) Bild: Googlemaps

In Nigeria hat die militante Islamisten-Sekte Boko Haram bei Angriffen offenbar zahlreiche Menschen getötet. 16 Ortschaften seien vollständig zerstört worden, teilten die örtlichen Behörden am Donnerstag mit. Es habe zahlreiche Opfer gegeben, hiess es, ohne dass eine konkrete Zahl genannt wurde.

Die Extremisten hätten am Wochenende Baga im Nordosten des Landes überfallen, teilte der Leiter des Bezirks, Abba Hassan, am Donnerstag mit. Augenzeugen berichteten zudem, auch in den vergangenen zwei Tagen hätten Kämpfer von Boko Haram in Baga Dutzende Menschen umgebracht und zahlreiche Häuser niedergebrannt. Soldaten, die Baga vor den Extremisten schützen sollten, waren am Wochenende geflohen.

Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten des Bundesstaates Borno hat Boko Haram eine grosse Offensive durchgeführt. Dabei seien Ortschaften angegriffen worden, und viele Bewohner aus in den Dörfern würden nun in den Busch fliehen. Einen Bericht des britischen Senders BBC, wonach es womöglich bis zu 2000 Todesopfer geben solle, wies er jedoch entschieden zurück. Der Beamte, der wegen der kritischen Lage nicht namentlich genannt werden wollte, machte jedoch keine Angaben, wie viele Opfer befürchtet würden. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfeeinsatz vor.

Seit 2009 ist Boko Haram in Nigeria auf dem Vormarsch. Viele Städte und Dörfer sind seither unter ihrer Kontrolle geraten. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates. Über 1,5 Millionen Menschen mussten vor den Terroristen fliehen. Letztes Jahr starben rund 2000 Menschen bei Angriffen der Miliz. 

Boko Haram, was so viel heisst wie «westliche Bildung ist Sünde», kontrolliert weite Landesteile im Nordosten Nigerias. Das Land ist Afrikas grösster Erdölproduzent. (aeg/kub/sda/reu/afp/dpa)

Update folgt

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    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 09.01.2015 17:30
    Highlight Highlight Oh, Right Wing.

    Das ist interessant, im Zusammenhang das viele Rechte Schweizer Gruppen in Facebook dazu aufrufen, alle Linken zu töten um endlich gegen den Islamismus vorgehen zu können. Schliesslich sind die extremistischen Islamisten ja böse weil sie Menschen wegen anderer Meinung umbringen wollen .. Ich weiss, ihre Argumentation ist etwas Paradox.


  • glüngi 09.01.2015 00:16
    Highlight Highlight Islamisten geben in den letzten tagen Vollgas...
    • koala 09.01.2015 09:39
      Highlight Highlight Es sind elende Fundamentalisten, die schon seit langem Ihr Unwesen treiben. Ihre Taten sind einfach nur ekelerregend, egal welcher Gruppierung Sie angehören. Ich bin zutiefst bewegt. Doch wie es scheint, sind laut den Medienberichten, ein dutzend Franzosen mehr wert als 2000 Nigerianer. Das ist die wahre Quelle solcher Übels!
    • glüngi 09.01.2015 10:49
      Highlight Highlight @koala sehe ich auch so.
      Das mehr über die Franzose berichtet wird hat aber natürlich auch einen verständlichen Grund. Frankreich ist vor unserer Haustür. Basel und ein wenig weiter.
      Ich denke nicht das Nigerianer weniger Wert sind.
    • koala 09.01.2015 19:46
      Highlight Highlight @playec1992 Das ist ja gerade der springende Punkt! Solange wir nichts direkt von diesen grausamen Taten zu spüren bekommen, sind sie uns schlicht egal!
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie1969 08.01.2015 20:25
    Highlight Highlight Lebensverneinendes Märtyrertum steht hier im Zentrum. Diese Art von Blut-und-Knochen-Ideologie zieht Leute mit manischem Selbsthass, der dann in erweitertem Suizid mündet, magisch an. Nichts und niemand, kein Zivilist, kein Schüler, kein Präsident ist vor den tödlichen Auswirkungen dieser Ideologie gefeit. Hätten die Islamisten die Atombombe, würden sie nicht zögern, die Welt in die Luft zu jagen. Wie z. B. die Todesstrafe da weiterhelfen kann, erschliesst sich auch nicht richtig. Denn die Aussicht auf den Tod hält die Terroristen jedenfalls sicher nicht von ihren schrecklichen Taten ab.
    • Davdev 09.01.2015 10:16
      Highlight Highlight Bitte wirf nicht alle Islamisten in den gleichen Topf.

Kommentar

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