Nach einer Serie von Sicherheitspannen wird der 68-jährige Secret-Service-Veteran Joseph Clancy neuer Chef der Leibwache von US-Präsident Barack Obama. Clancy, der bereits in Pension war, hatte den Secret Service bereits seit Oktober kommissarisch geleitet.
Die damalige Chefin Julia Pierson musste nach peinlichen Zwischenfällen ihren Hut nehmen. Der Secret Service hat auch noch andere Aufgaben, ist aber vor allem als Schutzorgan der US-Präsidenten und von ausländischen Staatsgästen bekannt.
Einen der schwersten Patzer erlaubten sich die Leibwächter im September, als ein mit einem Messer bewaffneter Irak-Veteran weit ins Innere des Weissen Hauses vordringen konnte. Bereits zuvor war es Eindringlingen mehrfach gelungen, über den Zaun um den Präsidentensitz zu klettern.
Zudem sollen sich Spezialagenten im April 2012 während der Vorbereitung einer Gipfelteilnahme Obamas in Kolumbien mit Prostituierten getroffen haben. Es gab auch Berichte über Trinkgelage.
Clancy arbeitete 27 Jahre als Spezialagent und brachte es zum Verantwortlichen für den Personenschutz des Präsidenten, ehe er den Secret Service im Sommer 2011 verliess und beim Telekomriesen Comcast als Sicherheitschef anheuerte. Mit der Ernennung des Secret-Service-Veteranen stellt sich Obama gegen die Empfehlungen einer Expertenkommission, die gefordert hatte, für die Pierson-Nachfolge eine Führungskraft von aussen zu holen. (feb/sda/dpa/afp)