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Die Zahl steigt und steigt: 97 Menschen sterben, weil General Motors Autos mit defekten Zündschlössern zu spät zurückgerufen hat



Im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) inzwischen fast 100 Todesfälle eingeräumt. Der von GM eingerichtete Entschädigungsfonds teilte am Montag mit, dass mindestens 97 Menschen wegen des Defekts ihr Leben lassen mussten.

Anfänglich hatte der Konzern von lediglich 13 Toten gesprochen. Nach und nach räumte er dann aber immer mehr weitere Fälle ein.

FILE - This April 21, 2009, file photo shows General Motors world headquarters in Detroit. A federal bankruptcy judge ruled Wednesday, April 15, 2015, that General Motors is shielded from death and injury claims potentially totaling billions of dollars tied to defective ignition switches in certain GM small cars. (AP Photo/Paul Sancya, File)

GM will die Opfer entschädigen. Bild: Paul Sancya/AP/KEYSTONE

GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar. Für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300'000 Dollar fliessen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für Verletzungen.

Beim Fahren in die Aus-Position

Insgesamt waren beim von Anwalt Kenneth Feinberg verwalteten Fonds 4342 Forderungen nach Schadenersatz eingegangen. Mehr als 660 Anträge werden den aktuellen Angaben zufolge noch geprüft, darunter 45 mögliche Todesfälle.

General Motors hatte vor gut einem Jahr 2.6 Millionen Autos zurückrufen müssen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems jahrelang verschleppt zu haben.

Im Mai 2014 akzeptierte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbusse von 35 Mio. Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde. Auch das US-Justizministerium ermittelt.

Zahlreiche Sammelklagen 

Landesweit reichten Anwälte Sammelklagen gegen General Motors ein. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Forderungen eines Grossteils der Autobesitzer, die Reparaturkosten oder einen Wertverlust geltend machen wollen. Mitte April entschied ein Gericht in New York, dass GM für Fälle aus der Zeit vor seinem Insolvenzverfahren im Jahr 2009 nicht verantwortlich gemacht werden könne.

Als Reaktion auf die Zündschlossaffäre hatte Konzernchefin Mary Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen eingeleitet, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Anfang 2014 weltweit mehr als 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. (feb/sda/afp)

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