USA
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FILE - This combination of undated file photos shows Debra Jean Milke, convicted for plotting the murder of her 4-year-old son, Christopher, in December 1989. The case against Milke, who spent more than two decades on Arizona’s death row for the murder of her 4-year-old son before a federal appeals court last year overturned her first-degree murder conviction. The state Court of Appeals ruled Thursday, April 17, 2014 that former Phoenix Police Department detective Armando Saldate Jr. will be forced to testify at the Milke retrial after he asserted his right against self-incrimination and had been refusing the take the stand again. (AP Photo/The Arizona Republic, Arizona Department of Corrections via The Arizona Republic)

Debra Milke im Jahr 1989 (links) und im Jahr 2014. Bild: AP/The Arizona Republic, Arizona Department of Corrections

Deutsche wartete in den USA 22 Jahre auf den Tod – jetzt wird sie freigelassen



Eine ehemalige Todeskandidatin in den USA dürfte nach 22 Jahren in der Todeszelle bald endgültig in Freiheit sein. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Arizona entschied am Dienstag, dass sich die gebürtige Deutsche Debra Milke keinem neuen Prozess stellen muss.

Milke war 1990 in Arizona zum Tode verurteilt worden, weil sie zwei Männer zum Mord an ihrem vierjährigen Sohn Christopher angestiftet haben soll. Das Urteil stützte sich vor allem auf die Aussage des leitenden Ermittlers Armando Saldate, dem Milke ihre Beteiligung an dem Verbrechen angeblich gestanden hatte.

Ein unterschriebenes Geständnis gibt es aber ebenso wenig wie Tonaufnahmen oder Zeugen. Die damaligen Geschworenen erfuhren auch nicht, dass Saldate bereits wegen Falschaussage unter Eid aufgefallen war.

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Milke beteuerte ihre Unschuld. Ein Bundesberufungsgericht kippte im März 2013 schliesslich das umstrittene Todesurteil. Im darauffolgenden September durfte Milke das Gefängnis gegen Kaution verlassen.

Die Mörder von Milkes Sohn warten weiter in der Zelle

Die Staatsanwaltschaft von Arizona klagte die gebürtige Berlinerin aber zum zweiten Mal an und erklärte, erneut die Todesstrafe zu fordern. Allerdings wollte Saldate nicht noch einmal in den Zeugenstand treten, weil er befürchtete, sich mit einer Aussage selbst zu belasten.

Vergangenen Dezember hob ein Berufungsgericht in Arizona die Anklage wieder auf, weil laut US-Recht niemand für dasselbe Verbrechen zwei Mal vor Gericht gestellt werden dürfe. Der Oberste Gerichtshof von Arizona lehnte es nun ab, sich mit einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Entscheid zu befassen.

Der Fall werde damit an das Bezirksgericht Maricopa bei Phoenix zur Verfahrenseinstellung zurückgeschickt, erklärten Milkes Anwälte. Die beiden Männer, die Milkes Sohn im Dezember 1989 ermordeten, warten in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung. (feb/sda/afp)

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