Australien erlaubt wegen Mäuseplage doppelt so starke Giftköder
Schon seit sechs Monaten klagen Landwirte in Australien über Felder, die von Mäusen verwüstet werden. Tausende Tiere tummelten sich auf den Feldern und in Lagerräumen, und sie machen auch vor Lüftungsschächten und Klimaanlagen keinen Halt. Wie eine Landwirtin gegenüber dem «Spiegel» schildert, führt das dazu, dass es in ihrem Haus wie nach einem verwesenden Körper riecht.
Schlimmer als die letzte Plage
Im Jahr 2021 waren Bauern in Australien zuletzt von einer grossen Mäuseplage betroffen. Damals hatten insbesondere Landwirtschaftsbetriebe im Bundesstaat New South Wales das Nachsehen. Dieses Jahr sind sowohl Bundesstaaten in Süd- als auch in Westaustralien betroffen.
In den letzten Monaten hat sich das Problem zugespitzt. Gemäss Experten drohen ab einer Population von 200 Mäusen pro Hektare bereits Schäden auf den Feldern, ab 800 Tieren pro Hektare spricht die australische Forschungsbehörde CSIRO von einer Plage. Laut Schätzungen tummeln sich auf den Feldern der Landwirte zurzeit bis zu 10'000 Tiere pro Hektar, was diesen Schwellenwert um ein Vielfaches übertrifft.
Behörde erlaubt stärkere Giftköder
Vor wenigen Tagen hat die zuständige Behörde die betroffenen Landwirte schliesslich erhört. Sie hat eine Notfallgenehmigung erteilt, die es Landwirten erlaubt, stärkere Mäuseköder einzusetzen. Diese Art von Köder enthält doppelt so viel Zinkphosphid wie herkömmliche Mäuseköder und soll den Bestand stark eindämmen können. (hde)
