Erste bemannte Mondmission seit 54 Jahren – das willst du wissen
Jeden Moment kann es wieder so weit sein: Menschen fliegen zum Mond. Hier folgt für einige bereits die erste kleine Enttäuschung: Sie fliegen nur zum Mond, aber nicht auf den Mond. Trotzdem gab es eine solche Mission seit 54 Jahren nicht mehr. Sie ist die zweite Etappe im Artemis-Programm der NASA, welche die Menschheit später auch wieder auf den Mond bringen soll.
Wann geht es los?
Das erste Startfenster öffnet sich um 18.24 Uhr Ortszeit in Cape Canaveral in Florida. Bei uns wäre das ungefähr 00:24 in der Nacht auf den 2. April. Bei schlechtem Wetter gibt es weitere Ausweichfenster bis zum 6. April.
Die Crew:
Die Besatzung von «Artemis II» besteht aus vier Köpfen, nämlich von links nach rechts:
- NASA-Astronaut und Pilot Victor Glover
- NASA-Astronaut und Commander Reid Wiseman
- NASA-Astronautin Christina Koch
- CSA-Astronaut Jeremy Hansen
Die vier bereiten sich seit 2023 auf die Mission vor.
Die Rakete:
Für den Flug nutzt die NASA die eigens für die Artemis-Missionen entwickelte Trägerrakete «Space Launch System» oder kurz SLS. Sie hat eine Höhe von 98,15 m und kann 27 Tonnen Nutzlast in die Mondtransferbahn befördern.

Die Crew befindet sich im ebenfalls neuen Raumschiff Orion. Dieses ist für eine Besatzung von vier Personen und eine Missionsdauer bis 21 Tage ausgelegt. Es besteht aus der Orion-Crew-Kapsel und dem von der ESA entworfenen European Service Module, welches die Kapsel mit Strom und Sauerstoff versorgt und ihr zusätzliche Manövrierfähigkeit gibt.
Die Mission:
Hauptziel der Mission ist ein praktischer Test aller Systeme. So wird die Crew zuerst rund 24 Stunden um die Erde kreisen und das Orion-Raumschiff komplett durchtesten. Es geht dabei vor allem um das Prüfen der Lebenserhaltungssysteme und der Manövrierfähigkeit.
Es folgt eine Beschleunigung und Kurswechsel auf eine Mondumlaufbahn. Die sogenannte «Trans Lunar Injection». Diese soll die Crew in rund vier Tagen um den Mond und zurück zur Erde bringen. Auf der erdabgewandte Seite des Mondes wird es dabei auch zu einem geplanten Unterbruch der Kommunikation kommen.
Der Flug bringt die Crew etwa 6400 bis 9700 km an die Mondoberfläche, während die Erde etwa 400'000 km entfernt ist. Die Flugbahn wurde dabei so gewählt, dass die Crew ganz ohne Antrieb mithilfe der Anziehungskraft des Mondes wieder nach Hause kommt. Dort soll sie dann nach etwa zehn Tagen mit über 40'000 km/h in die Atmosphäre eintreten und schliesslich dank einer komplexen Abfolge von elf Fallschirmen sanft im Pazifik aufschlagen.
Und wann gehts «richtig» zum Mond?
Eine Mondlandung plante die NASA ursprünglich für die Artemis-III-Mission. Da bereits die jetzige Mission verzögert war und auch noch wichtige Komponenten fehlen, wurde sie inzwischen auf die 4. Artemis Mission verschoben. Unter anderem fehlt noch der «Lunar-Lander» an sich, also die Mondlandefähre, die Astronauten vom Mondorbit zur Oberfläche bringt. Dafür will SpaceX im Auftrag der NASA eine Variante ihrer Starship-Rakete entwickeln, die auf dem Mond landen können soll. Ein erster unbemannter Test war für 2025 geplant, hat jedoch noch nicht stattgefunden. Aufgrund der Verzögerungen bei SpaceX und bei der NASA ist also noch offen, wann die vierte Artemis-Mission wirklich stattfinden wird.
