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Russisch-amerikanische Doppelbürgerin Ksenia Karelina verhaftet

Video: watson/Lucas Zollinger

Wegen 50 Franken: Dieser russisch-amerikanischen Doppelbürgerin drohen 20 Jahre Haft

23.02.2024, 17:13
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In Russland wurde eine russisch-amerikanische Doppelbürgerin verhaftet, als sie ihre Familie in der Stadt Jekaterinburg besuchen wollte. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB wirft der 33-jährigen Spa-Kosmetikerin und Amateurballerina, die in Los Angeles wohnt, Hochverrat vor. Ein Video, das von der russischen Staatsmedien-Agentur «RIA Novosti» verbreitet wurde, zeigt, wie ihr der Schauprozess gemacht wird:

Video: watson/Lucas Zollinger

Laut ihrem Vkontakte-Profil hat die gebürtige Russin Ksenia Karelina seit 2021 die amerikanische Staatsbürgerschaft und wohnt in Los Angeles, wo sie ein Spa leitet. Als sie kürzlich ihre Familie in ihrer alten Heimat besuchen wollte, wurde sie festgenommen. Nun drohen ihr 20 Jahre Haft. Der Vorwurf: Hochverrat. Sie habe aktiv ukrainische Kriegsbemühungen unterstützt und mitfinanziert, so der russische Inlandsgeheimdienst FSB.

Spende über 50 Franken – für humanitäre Zwecke

Die von Russland unabhängige Newsplattform «Moscow Times» und die aus Juristen bestehende Menschenrechtsgruppe «Perviy Otdel» (übersetzt ungefähr «Erste Abteilung») haben recherchiert und herausgefunden: Tatsächlich habe Karelina eine Spende von umgerechnet knapp 50 Franken an die in New York betriebene, ukrainische Hilfsorganisation «Razom for Ukraine» (Deutsch: Zusammen für die Ukraine) getätigt. Bei der Organisation ist man schockiert. Man verwende die Spenden für humanitäre Zwecke und nicht für «Kriegsbemühungen», wie es Russlands Geheimdienst Karelina vorwirft.

USA will Vorfall untersuchen

Die USA will den Vorfall nun untersuchen und warnt ihre Bürger. Der Sprecher des Weissen Hauses, John F. Kirby, sagte, dass die Regierung Biden versuche, mehr über die Verhaftung und die Umstände zu erfahren.

Experten erklärten, dass die russischen Behörden Amerikaner als potenzielle Verhandlungsobjekte für einen möglichen Gefangenenaustausch ins Visier nehmen können, wie etwa den, bei dem der US-Basketballstar Brittney Griner Ende 2022 freigelassen wurde, schreibt die Los Angeles Times. An diesem Austausch war ein russischer Waffenhändler namens Viktor Bout beteiligt.

Kirby warnte ausserdem, dass sich amerikanische Staatsangehörige in Russland in aktiver Gefahr befinden. «Ich möchte unsere eindringlichen Warnungen über die Gefahr für US-Bürger in Russland wiederholen», sagte er. «Wenn Sie also ein US-Bürger sind – auch Doppelbürger – der sich in Russland aufhält oder dorthin reist, sollten Sie es sofort verlassen oder die Reise abbrechen.» (lzo)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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So oder so
23.02.2024 18:19registriert Januar 2020
Evan Gershkovich sollte Warnung genug sein. Griner wurde gegen einen Waffenhändler Freigelassen. Die werden sich noch mehr Schnappen. Mafia Staat Russland.
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Steibocktschingg
23.02.2024 18:36registriert Januar 2018
Merke: Selbst im fernen Ausland bist du als russischer Bürger nicht davor sicher, vom Gangster im Kreml und seinen Kremlins heimhesucht zu werden. Wenn du dazu noch so naiv bist zu meinen, nach Russland zurück zu reisen für Ferien, Besuche und so weiter sei eine gute Idee, dann kann das fast nur schief laufen.
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Blanda
23.02.2024 17:58registriert Mai 2015
Ist das ernsthaft der Fall, dass die Leute noch glauben, dass sie sicher in diesem Land wären, selbst wenn sie eigentlich von dort kommen??

Wie naiv kann man sein.. (und ich halte nur sehr sehr sehr wenige Menschen für naiv im Sinne der Bedeutung..)

Hoffen wir, dass sie da wieder normal und lebend rauskommt.. 🤦
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