«Es gibt schon genug Lärm hier» – Flughafen-Pläne sorgen für Empörung an der Goldküste
Es tönt unspektakulär, ist aber brisant: Der Flughafen Zürich hat beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Änderungen am Betriebsreglement aufgelegt. Änderungen, die an der Zürcher Goldküste für Aufsehen sorgen.
Denn das Reglement bestimmt, wann und auf welchen Routen geflogen wird. Konkret hat der Flughafen Anpassungen beim Bisenkonzept vorgenommen, da bei starkem Ostwind Starts Richtung Westen schwieriger seien. Neu soll deshalb vermehrt in Richtung Süden, also in Richtung Zürichsee, gestartet werden.
Bisher blieben die Goldküsten-Bewohner von Südstarts mehrheitlich verschont. Nur Landungen im Süden mussten sie über sich ergehen lassen. Gegen den zusätzlichen Flugverkehr wollen sich die Gemeinden am Zürichsee nun wehren.
Angst vor «massivem Fluglärm»
«Achtung: Absturzrisiko! Im Süden sind keine Notlandungen möglich» – mit diesem Flyer warnen die Gegner des Vereins «Flugschneise Süd Nein» vor den Plänen des Flughafens. Doch grössere Angst haben die Menschen an der Goldküste aber vor dem Fluglärm. «Zehntausende Menschen sollen massivem Fluglärm ausgesetzt werden», heisst es beim Verein.
Laut dem Flughafen Zürich sollen die geplanten Änderungen aber auch Vorteile bringen – für andere. Durch das neue Konzept könne der Betrieb stabil gehalten werden, wodurch es weniger Verspätungen gebe und damit zu weniger Flügen spätabends.
Das wiederum würde die Gemeinden rund um den Flughafen wie Kloten oder Bassersdorf entlasten, heisst es. Oder anders gesagt: An der Goldküste soll es tagsüber lauter werden, rund um den Flughafen am Abend ruhiger.
Bis am 19. Februar kann noch Einsprache gegen die Pläne erhoben werden. Wir wollten deshalb von den Einwohnern und Einwohnerinnen rund um den Flughafen und an der Goldküste wissen, was sie von den Änderungen halten. Die Antworten haben durchaus überrascht...
