Ingrid Andress, eine vierfach für den Grammy Award nominierte Countrysängerin aus den USA, sang am 15. Juli vor einem Baseballspiel die Nationalhymne «The Star-Spangled Banner» – und scheiterte ohrenbetäubend, wortwörtlich. In den USA gilt es als grosse Ehre, die Hymne vor allen möglichen Anlässen – oft Sportveranstaltungen – zu singen.
Andress war nicht die erste Musikerin, die der Aufgabe nicht gewachsen war oder deren künstlerische «Interpretationen» der Hymne beim Publikum nicht gut ankamen. Die Hymne brachte auch schon grosse Namen ins Schwitzen. Wir haben euch hier eine Compilation – ein Worst-of, sozusagen – zusammengestellt:
Am «NBA All Star Weekend» 2018 hatte Fergie die Ehre, die Hymne vorzutragen. Die ehemalige Black-Eyed-Peas-Sängerin gab eine der «kreativsten» Interpretationen der Hymne zum Besten, was viele (scherzhaft) als ein Stück Protest-Performance-Kunst gegen die Hymne bezeichneten. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) beschrieb ein Nutzer den Auftritt in einem inzwischen gelöschten Post als «Amy Winehouse, die Britney Spears imitiert».
Schon während der Darbietung lachten Chance the Rapper, Jimmy Kimmel und fast jeder auf dem Platz leise oder offen heraus. Fergie sagte später in einer Stellungnahme: «Ich bin künstlerisch risikofreudig, aber diese Darbietung hat eindeutig nicht den beabsichtigten Ton getroffen.» Sie fügte hinzu: «Ich liebe dieses Land und habe ehrlich gesagt mein Bestes gegeben.»
DeLuna war eine Pop-Newcomerin und manche sagen, die dominikanische Sängerin habe sich nie ganz von diesem Auftritt bei einem American-Football-Spiel der Dallas Cowboys 2008 erholt.
Die 8-jährige Kinsley Murray sang am 26. Februar 2024 vor einem NBA-Spiel zwischen den Toronto Raptors und den Indiana Pacers zuerst die kanadische, dann die amerikanische Nationalhymne. Laut ihrem Vater singt sie, bereits seit sie ein Jahr alt ist, im Schulchor, den er gegründet hat. Die Hymne könne sie, seit sie 18 Monate alt sei.
Kinsleys grosse Inspirationen sind laut ihrem Vater Whitney Houston und Mariah Carey, welche sie bei ihrem Gesang versuche, zu mischen. Ihr Auftritt ging viral und wurde oft mit demjenigen von Fergie verglichen.
«Es ist schwer für mich, das negative Feedback einzuschätzen, denn überall, wo wir hingehen, ist das Publikum begeistert», sagte ihr Vater in einem Interview.
Der «Super Bowl XL» war der erste nach dem Hurrikan Katrina, und zwei Helden aus New Orleans – Aaron Neville und Dr. John – waren da, um stolz die Nationalhymne vor ihrer Heimatstadt zu präsentieren. Mit dabei: die Detroiter Soul-Queen Aretha Franklin. Und ein Gospelchor. Doch irgendwie fügten sich diese Elemente zu etwas zusammen, das bei den meisten Zuhörerinnen und Zuhörern kein gutes Gefühl hinterliess. Eine ungute, sonderbare Mischung.
Bei einem Baseballspiel der Red Sox gegen die Yankees im Jahr 2003 durfte der Popsänger Michael Bolton die Nationalhymne vorsingen. Dabei zog er den Zorn der Fans auf sich, aber nicht, weil er schlecht sang, sondern …
… weil er es wagte, einen Blick auf den auf seine Handfläche gekritzelten Text zu werfen. Die Fans buhten, doch Bolton machte unbeirrt weiter. Ausserdem folgte auf jede Zeile, die er sang, ein bizarres Echo, was nicht gerade zu einer erfolgreichen Darbietung beitrug.
Roseanne Barrs Darbietung der Nationalhymne bei einem Baseball-Spiel der San Diego Padres im Jahr 1990 dürfte tatsächlich DIE schlimmste Version von allen sein. Dazu muss man sagen, dass Barr keine Sängerin, sondern Komikerin und Schauspielerin ist. Das Ganze war eher scherzhaft gedacht, kam aber beim Publikum nicht gut an.