Heissluftballon verfängt sich an Funkturm – spektakuläre Rettung in 300 Metern Höhe
In Longview im US-Bundesstaat Texas kam es am Samstagmorgen (Ortszeit) zu einem spektakulären Feuerwehreinsatz. Ein Heissluftballon hat sich an einem Funkturm verfangen und hing mit zerfetzter Hülle in schwindelerregender Höhe fest.
Ein Spezialistenteam der lokalen Feuerwehr rückte aus, um die beiden Ballonfahrer, eine Frau und einen Mann, in rund 300 Metern Höhe zu retten. Dabei entstanden diese spektakulären Aufnahmen:
Die Bergung der beiden verunfallten Ballonfahrenden gelang, war aber kein einfaches Unterfangen. Die Rettungskräfte brauchten zuerst einmal schon nur eine Stunde, um den insgesamt über 300 Meter hohen Funkturm zu besteigen. Zwei weitere Stunden wurden für den Abstieg benötigt. Die beiden Verunfallten erreichten den Boden in einem stabilen Zustand, aber wurden sicherheitshalber in ein nahes Spital gebracht.
«Kein alltäglicher Einsatz»
Steven Winchell war einer der Feuerwehrleute, die am Einsatz beteiligt waren. In einer Pressekonferenz nach der Rettung erklärte er, dass es sich hierbei nicht um einen alltäglichen Einsatz handle. Vielmehr sei es gewissermassen der «Super Bowl der Seilrettung» gewesen.
Insgesamt hätten sich während der Rettungsaktion 14 Feuerwehrleute auf verschiedenen Höhen des Funkturms befunden. Drei von ihnen seien sogar an die Spitze geklettert, noch höher, als der Ballon überhaupt festhing. Dies, um die beiden Insassen des Ballons auf kontrollierte Weise an einem Seil vom Korb zum Turm herüber zu schwingen.
Longview in Texas ist bekannt für sein alljährliches Heissluftballon-Rennen. 2026 wird es vom 12. bis am 14. Juni stattfinden. Die örtliche Feuerwehr trainiert dementsprechend für mögliche Unfallszenarien mit Heissluftballons, erklärte Marcus Delaney, der lokale Feuermarschall bei der Pressekonferenz.
Anerkennung von Spezialisten
An der Pressekonferenz sprach auch Rick Flynt, ein Ausbildner für Industriekletterer. Er bildet unter anderem Personen aus, die an solchen Funktürmen Wartungsarbeiten durchführen müssen. Auch Rettungskräfte trainiert er in diesem Gebiet.
Er lobte die Feuerwehr von Longview für den erfolgreichen Einsatz. Nicht viele Feuerwehrbehörden in den USA hätten eine solche Rettung in solch kurzer Zeit vollbringen können, meinte er.
Luftfahrtbehörde hat Untersuchung eingeleitet
Der beschädigte Heissluftballon wurde mittlerweile ebenfalls von Fachkräften geborgen. Warum er sich überhaupt am Funkturm verfangen hat, ist noch nicht geklärt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Montag bekannt gegeben, dass sie den Vorfall mit dem Ballon des Typs Cameron Z-77 untersuchen werde. (lzo)
