watson-Leser empfehlen

Eine halbe Million Views in einem Tag

Das Video mit dem Sturz des Elefantenbabys im Zürcher Zoo geht um die Welt – und wir wissen nun, weshalb die anderen Dickhäuter ihm so schnell zur Hilfe eilen

03.10.14, 15:52 05.10.14, 09:49

Der Sturz des Elefantenmädchens Omysha im Zürcher Zoo: Als wir gestern davon berichteten, hatten knapp 50'000 Menschen das Video gesehen.

Mittlerweile ist der Sturz und der beherzte Einsatz der drei tierischen Retterinnen auf diversen Video- und Nachrichtenportalen weltweit angekommen und die Klickzahlen sind auf über 600'000 geschossen – Tendenz weiter sehr schnell steigend.

Wir haben mit dem Elefanten-Experten Robert Zingg vom Zürcher Zoo über das Video geredet und wollten wissen, weshalb die drei Elefantendamen mit Getöse herbei eilen, auch wenn der kleinen Omysha für unser Empfinden doch eigentlich keine Gefahr drohte? 

Sind Elefanten überprotektiv?
Robert Zingg
: Die Frage ist falsch gestellt. In der Natur geht es um die Fortpflanzung. Dafür gibt es verschiedene Techniken: Wahnsinnig viel Nachwuchs produzieren und diesen dem Schicksal überlassen oder wenig Nachwuchs produzieren und diesen besonders gut schützen. Elefanten, die im Matriarchat leben, wenden die zweite Strategie an. Deshalb ist dieses Video zwar sicher süss, vor allem aber ein Lehrstück, wie die Natur funktioniert. Das junge Elefäntchen ist in Schwierigkeiten und gleich eilen die Verwandten herbei um ihm zu helfen. Ein wunderbares Anschauungsstück.

Abgeleitet von der menschlichen Didaktik: Sie hätten das Elefäntchen auch ein bisschen zappeln lassen können – damit es lernt, selber wieder aufzustehen?
Menschen evaluieren auch erst – und wenn entschieden wird, dass keine Gefahr droht, dann kann man sowas durchaus versuchen. Im Video sieht man aber, dass der junge Elefant kurzzeitig hilflos ist – und dann reagieren die älteren Tiere sofort. Danach nehmen sie das sichtlich aufgeregte Jungtier in ihre Mitte, um es zu beruhigen. 

Das Video findet weltweite Beachtung. Was hat das für eine Auswirkung für den Zoo Zürich?
Wir als Zoo verstehen uns als Marketing-Abteilung der Natur. Und wenn die Leute Freude haben, es süss finden oder gar etwas lernen, dann hilft das auf jeden Fall.

(tog)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Welches Haustier sollst du dir zutun? Finde es heraus oder wir lassen die Hunde los!

Du hast so viel Liebe zu geben, aber noch kein Haustier um sie auszuleben? Oder willst du einfach dein jetziges Haustier bestätigen lassen? Fürchte dich nicht, wir zeigen dir den Weg!

Artikel lesen