Schweiz
Crans-Montana

Brand in Bar von Crans-Montana: Jacques Moretti sitzt in U-Haft

epa12637564 French owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques and Jessica Moretti arrive for questioning by the Valais public prosecutor's  ...
Jacques Moretti wurde am Freitag befragt.Bild: keystone

Bar-Betreiber von Crans-Montana in U-Haft – Ehefrau soll Fussfessel tragen

Der Betreiber der Bar «Le Constellation» wurde am Freitag in U-Haft genommen. Das berichtet «24 Heures».
09.01.2026, 15:1609.01.2026, 19:37

Der Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ist festgenommen worden. Die Walliser Generalstaatsanwältin begründete die Festnahme mit Fluchtgefahr. Die Frau des Barbetreibers bleibt auf freiem Fuss.

Vor der Festnahme wurde der Barbetreiber sechs Stunden lang einvernommen, wie die Walliser Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud schrieb in ihrer Mitteilung, den Entscheid über die Anordnung von Untersuchungshaft treffe das Zwangsmassnahmengericht. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Das Betreiber-Ehepaar Jacques und Jessica Moretti war gegen 8 Uhr in Begleitung ihrer drei Anwälte bei der Staatsanwaltschaft eingetroffen. Das französische Ehepaar wurde von der Walliser Kantonspolizei eskortiert. Es mussten sich einen Weg durch rund 50 Journalisten bahnen.

Drei Staatsanwältinnen leiteten die Befragungen. Mehrere Anwälte der Opfer konnten an diesen Vernehmungen teilnehmen.

Jessica Moretti entschuldigte sich später vor Journalisten: «Meine Gedanken sind ständig bei den Opfern. Es ist eine unvorstellbare Tragödie, und sie hat sich in unserer Bar ereignet. Ich kann mich nur bei allen Opfern und den Menschen entschuldigen, die noch heute um ihr Überleben kämpfen.» Ihre Anwälte lehnten jeden Kommentar ab.

Gemäss den italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos, die sich wiederum auf Aussagen der Anwälte beriefen, muss Jessica Moretti eine elektronische Fussfessel tragen.

Lange Zeit hatte das Paar gegenüber den Medien geschwiegen. Schliesslich liess es über einen Anwalt verkünden, dass es von den Ereignissen tief betroffen sei und vollständig kooperieren wolle. Das Paar hatte die Bar selbstständig umgebaut. Die Ermittlungen sollen nun zeigen, ob dabei Fehler gemacht worden waren. Der Gemeindepräsident von Crans-Montana betonte, dass der Brandschutzexperte letztmals 2019 eine Kontrolle durchgeführt hatte.

Der Anwalt mehrerer Opferfamilien wollte sich nicht zur Untersuchungshaft äussern. Das Hauptanliegen der Familien bleibe das Risiko des Verschwindens von Beweisen oder einer Beeinflussung der zu erhebenden Zeugenaussagen, sowohl seitens der Angeklagten als auch seitens der Behörden, die Verstösse eingeräumt haben.

Es sei Aufgabe der Staatsanwaltschaft, unverzüglich die notwendigen Ermittlungen durchzuführen, um dem entgegenzuwirken.

(vro/cpf, mit Material der sda)

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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232 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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jackjack
09.01.2026 15:23registriert Januar 2022
Ja, er ist sicher zum Teil verantwortlich. Aber genauso ist die Gemeinde, die bei mehreren Kontrollen den Schaumstoff "freigegeben" hat und der Kanton der die Gemeinde betreffend nicht durchgeführten Kontrollen nicht in die Pflicht genommen hat verantwortlich. Und am Ende eigentlich auch die Person, die die Decke angezündet hat. Gehen diese alle auch in U-Haft oder hat man nun den Sündenbock bereits (vor-)verurteilt?
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Squawk 7700
09.01.2026 15:29registriert Mai 2025
Wohin will er schon flüchten? Nach Frankreich? Die Franzosen haben auch schon ein Strafverfahren eingeleitet und die Französische Justiz ist bekannt dafür, schnell und hart zu urteilen. Da wird es ihm wohl in der Schweiz besser gehen.

Verstehe nur nicht, weshalb die beiden nicht von Anfang an in U-Haft kamen wegen Vertuschungsgefahr. Bei weniger gravierenden Delikten wird das regelmässig so gemacht.
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pfffffffff
09.01.2026 15:17registriert Januar 2017
Die einzig richtige Entscheidung und endlich ein klares Signal der Justiz an die Opfer im In- und Ausland.
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