DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07510573 General view of the United States Navy USS Abraham Lincoln aircraft carrier during its visit to the Palma Bay in Palma, Balearic Islands, Spain, 16 April 2019. The USS Abraham Lincoln is in Spanish waters to participate in joint military drill with Spanish frigate Mendez Nunez on 20 April.  EPA/CATI CLADERA

Auf dem Weg in Richtung Persischer Golf: Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Bild: EPA/EFE

Analyse

Zettelt Trump einen Krieg mit dem Iran an?

Flugzeugträger in den Persischen Golf entsandt, den Aussenminister in den Irak geschickt: Der amerikanische Präsident will die Ayatollahs in Teheran in die Enge treiben.



Eigentlich wollte US-Aussenminister Mike Pompeo Deutschland besuchen. Kurzfristig änderte er sein Reiseziel und jettete nach Baghdad und traf sich dort mit dem irakischen Premierminister Adel Abdul-Mahdi.

US Secretary of State Mike Pompeo boards a plane at Rovaniemi Airport in Rovaniemi, Finland, after taking part in the 11th Ministerial Meeting of the Arctic Council, Tuesday May 7, 2019. (Mandel Ngan/Pool via AP)

Nicht Berlin, sondern Bagdhad war das Ziel von US-Aussenminister Mike Pompeo. Bild: AP/AFP Pool

Anlass dazu gaben Erkenntnisse des israelischen Geheimdienstes, wonach Qassem Soleimani, der Anführer der iranischen paramilitärischen Truppe al-Quds-Einheit, angeblich Angriffe auf US-Truppen im Irak plane. Nach wie vor sind zwischen 5000 und 7000 amerikanische Soldaten im Zweistromland im Einsatz. Weitere 1000 operieren in Syrien und eine unbekannte Anzahl in Kuwait.

An einer Pressekonferenz gab sich der Aussenminister kämpferisch: Die USA hätten «Informationen, die darauf hindeuten, dass der Iran seine Aktivitäten verstärkt», so Pompeo. Ein hoher Beamter des Aussenministeriums ergänzte, die USA wollen eine «Botschaft aussenden, um den Irak zu schützen und helfen, den IS zu bekämpfen».

Die USA liessen es nicht bei drohenden Worten bewenden. Gleichzeitig dirigierten sie den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und mehrere Kriegsschiffe Richtung Persischer Golf. Der Oberkommandierende der Region, General Kenneth McKenzie, hatte diese Verstärkung angefordert.

epa01957574 US soldiers conduct a raid as part of a military training with Iraqi soldiers at a military base in Karbala, southern Iraq on 07 December 2009.  EPA/ALAA AL-SHEMAREE

US-Soldaten bei einem Einsatz im Irak. Bild: EPA

Die Ereignisse der letzten Tage machen klar, dass die Regierung Trump offensichtlich gewillt ist, die Ayatollahs in Teheran in die Knie zu zwingen. Schrittweise ist der Druck erhöht worden:

Die iranische Regierung reagierte zunächst gelassen und tat die jüngsten Massnahmen der Amerikaner als «psychologische Kriegsführung» ab. Doch nun ändert sich der Ton. Der Iran werde sich nicht mehr an die Abmachungen des Atomsperrvertrages halten, liess Teheran nun verlauten.

FILE - In this Jan. 13, 2015, file photo released by the Iranian President's Office, President Hassan Rouhani visits the Bushehr nuclear power plant just outside of Bushehr, Iran. Rouhani is reportedly set to announce ways the Islamic Republic will react to continued U.S. pressure after President Donald Trump pulled America from Tehran’s nuclear deal with world powers. Iranian media say Rouhani is expected to deliver a nationwide address as soon as Wednesday, May 8, 2019, regarding the steps the country will take. (AP Photo/Iranian Presidency Office, Mohammad Berno, File)

Will sich nicht mehr an den Atomsperrvertrag halten: Irans Präsident Hassan Rouhani. Bild: AP/Iranian President's Office

In einer vom Fernsehen übertragenen Rede erklärte Irans Präsident Hassan Rouhani, der Iran werde den Verkauf von schwerem Wasser und Yellow Cake (ein pulverförmiges Gemisch von Uranverbindungen) für zwei Monate einstellen. Der Atomsperrvertrag sei «entweder eine Win-Win- oder eine Lose-Lose-Vereinbarung für alle, so Rouhani.

Gleichzeitig verwies der iranische Präsident darauf, dass sein Land Milliarden von Dollars aufwende, um den Drogenhandel aus Afghanistan zu unterbinden. Wegen den amerikanischen Sanktionen werde dieses Geld künftig fehlen.

Verantwortlich für die Verschärfung des Konflikts sind die beiden Hardliner in der Trump-Regierung: Aussenminister Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton. Bolton ist seit Jahrzehnten als Kriegshetzer bekannt. Zu Zeiten von George W. Bush hatte ihm der Senat deswegen gar die Ernennung zum UN-Botschafter verweigert.

FILE - In this March 5, 2019, file photo, U.S. national security adviser John Bolton adjusts his glasses before an interview at the White House in Washington. North Korea has issued a relatively mild criticism of White House national security adviser John Bolton over a recent interview he gave. State media on Saturday cited First Vice Foreign Minister Choe Son Hui as criticizing Bolton for telling Bloomberg News that the U.S. would need more evidence of North Korea’s disarmament commitment before a third leaders’ summit. (AP Photo/Jacquelyn Martin, File)

Gefährlicher Kriegstreiber: US-Sicherheitsberater John Bolton. Bild: AP/AP

Bolton schreckt selbst vor Daten-Manipulation nicht zurück. So erklärte Tony Blinker, ein ehemaliger hoher Beamter der Bush-Regierung, kürzlich gegenüber dem «New Yorker»: «Wir konnten ein Muster erkennen, wie Bolton mehrmals versucht hat, geheimdienstliche Erkenntnisse so zu manipulieren, dass sie seine Ansichten stützten.»

Das Duo Pompeo/Bolton hat bisher glücklos agiert. Nordkorea und die USA sind noch weit von einem Abkommen entfernt. Letzte Woche ist der von den USA unterstützte Putsch gegen Nicolas Maduro in Venezuela in die Hosen gegangen. Im Vergleich zu dem, was sich im Nahen Osten anbahnt, sind diese beiden Konflikte geradezu harmlos. Ein heisser Krieg im persischen Golf wäre ein GAU, der grösste anzunehmende Unfall in der aktuellen geopolitischen Situation. Die Folgen wären unabsehbar.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Trump-Kim-Gipfel scheiterte

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Xhaka mit seiner Weltklasse-Performance – und 4 weitere Säulen des Schweizer Erfolgs

Zwölf Tage lagen zwischen dem 0:3 gegen Italien und dem Achtelfinal-Erfolg gegen Frankreich. Dennoch schienen zwei komplett andere Mannschaften auf dem Feld zu stehen. Die Schweizer Nati präsentierte sich gegen den Weltmeister von einer ganz anderen Seite.

Die gesamte Schweizer Nati überzeugte beim Achtelfinal-Sieg gegen Frankreich mit einer starken Teamleistung. 17 Spieler kamen zum Einsatz, so viele wie noch nie in einem Pflichtspiel der Schweiz. Nahezu alle zeigten eine sehr gute Leistung und überzeugten mit Einsatz und Willensstärke. Dennoch stachen vier Spieler und ihr Trainer aus dem starken Gefüge noch heraus – besonders Granit Xhaka, Haris Seferovic und Vladimir Petkovic konnten es ihren Kritikern zeigen.

Nach dem 0:3 gegen Italien schien …

Artikel lesen
Link zum Artikel