Wirtschaft
Arbeitswelt

Weniger Lohn wegen starkem Franken: Gesamte Belegschaft einer Tessiner Firma streikt

Frankenstärke

Weniger Lohn wegen starkem Franken: Gesamte Belegschaft einer Tessiner Firma streikt

19.02.2015, 14:4219.02.2015, 14:50

Beim Plastikhersteller Exten SA in Mendrisio TI haben alle hundert Beschäftigten am Donnerstagmorgen die Arbeit niedergelegt. Sie reagierten damit auf die Lohnkürzungen, welche das Unternehmen mit der Begründung der Frankenstärke durchsetzen will.

Die Gehälter der Beschäftigten sollen gemäss der Gewerkschaft Unia um 16 Prozent für Einheimische und um 26 Prozent für Grenzgänger gekürzt werden. Laut den Berechnungen der Gewerkschaft würde damit ein einheimischer Dreher, der bisher 3200 Franken verdiente neu nur noch mit 2688 Franken auf der Gehaltsliste stehen.

Die Belegschaft fordere, dass die Lohnsenkungen zurückgenommen werden und verlange gleichzeitig einen Einblick in die Geschäftszahlen der Firma, schrieb die Unia am Donnerstag in einer Mitteilung.

Lohnkürzungen auch an anderer Stelle

Erst am Dienstag hatte das Tessiner Metallbauunternehmen Ferriere Cattaneo bekanntgeben, die Produktion von Güterwagen vollständig in die Slowakei auszulagern.

Um die Frankenstärke aufzufangen, wollte das Unternehmen den Lohn der italienischen Grenzgänger im Werk Giubiasco TI um 7 Prozent reduzieren. Die Belegschaft habe diese Massnahme an einer Personalversammlung am Montagabend jedoch abgelehnt. Daraufhin teilte das Unternehmen am Dienstag mit, die Güterwagen künftig ausschliesslich im slowakischen Werk von Poprad herstellen zu lassen. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
CEOs schubsen, Davos paralysiert: Der Trump-Wahnsinn am WEF in 9 Kapiteln
Der US-Präsident trat in Davos aggressiver auf als bei seinen letzten beiden Besuchen. Schon seine Anreise verlief chaotisch, im Kongresszentrum kam es zu Tumulten. 9 Beobachtungen und Erkenntnisse eines verrückten Tages.
Der Präsident der Unvorhersehbarkeiten macht seinem Ruf schon bei der Abreise in Washington alle Ehre. Aufgrund eines unidentifizierten Problems mit der Elektronik an Bord der Air Force One muss das Präsidentenflugzeug in der Nähe von Long Island bei New York City umkehren. Trump besteigt um 6 Uhr Schweizer Zeit dann ein Ersatzflugzeug. Noch kurz vor dem Abflug befürchteten US-Medien das Schlimmste: Trumps jüngste Äusserungen zu Grönland könnten Davos zu einem ultimativen Krisengipfel machen. Niemand wisse, was er dort auslöse. Wer das liest, muss sich fragen: Geht heute die Welt unter?
Zur Story