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Trotz Frankenschock weniger Arbeitslose und mehr offene Stellen

Trotz Frankenschock weniger Arbeitslose und mehr offene Stellen

Der starke Franken schlägt sich noch nicht in der Zahl der Arbeitslosen nieder. Im Vergleich zum Januar waren im Februar sogar 1025 Personen weniger arbeitslos. Auch für die kommenden Monate zeigt sich das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) zuversichtlich.
10.03.2015, 07:4610.03.2015, 17:21

Es gebe derzeit keine Anzeichen, dass es zu einem grösseren Einbruch auf dem Arbeitsmarkt komme, sagte Oliver Schärli, Leiter Arbeitsmarkt beim Seco, an einer Telefonkonferenz am Dienstag. Die Zahlen, die das Seco am Dienstag präsentierte, können in der Tat als sehr solid bezeichnet werden. Im Vergleich zum Januar waren sogar 1025 Personen weniger arbeitslos. Gleichzeitig erhöhte sich die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offenen Stellen um 617 auf 10'289.

Ökonomen relativieren Frankenschock
Das Bruttoinlandprodukt 2015 soll um 1,0 Prozent steigen, wie es in einem Communiqué der Konjunkturforschungsbüro Bakbasel vom Dienstag hiess. Ende Januar, also kurz nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses, waren die Konjunkturforscher in Basel noch von einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent ausgegangen. (whr/sda)

Die aktuellen Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Der Arbeitsmarkt reagiert bekanntlich erst mit ein paar Monaten Verzögerung auf wirtschaftliche Veränderungen. Auch Schärli räumte ein, dass in Bezug auf die Frankenaufwertung noch kein klares Bild gezeichnet werden könne. Aufgrund offizieller Ankündigungen von Unternehmen ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Monaten in der Schweiz rund 1000 Stellen abgebaut werden, die meisten davon in der Produktion von Industriefirmen. Der Grossteil der Stellen, die abgebaut werden, soll ins Ausland verlagert werden.

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Auslagerung ins Ausland

Aufgrund offizieller Ankündigungen von Unternehmen ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Monaten in der Schweiz rund 1000 Stellen abgebaut werden, die meisten davon in der Produktion von Industriefirmen. Der Grossteil der Stellen, die abgebaut werden, soll ins Ausland verlagert werden.

Während das Gros der Stellenstreichungen erst noch ansteht, zeigt sich bei der Kurzarbeit bereits eine erste Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen. Gemäss Schärli haben im Februar knapp 600 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Im Dezember waren es noch 211 Unternehmen gewesen. Nach der Aufhebung des Euromindestkurses Mitte Januar habe man beim Seco eine Zuspitzung bei der beantragten Kurzarbeit festgestellt, wenn auch auf tiefem Niveau.

Weit weniger schlimm als vor 6 Jahren

Tatsächlich präsentiert sich die Lage zurzeit weit weniger schlimm als vor 6 Jahren, als die Schweiz unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise litt. Damals, im Februar 2009, waren 1505 Betriebe auf Kurzarbeit, also zweieinhalb Mal so viele wie heute. 

Die Diskrepanz ist aber auch durch die wirtschaftliche Grosswetterlage zu erklären. Im Gegensatz zu 2009 ist die Weltwirtschaft heute auf Erholungskurs, weshalb sich auch die Auftragslage bei den Unternehmen positiver präsentiert. Verlängerungen bei der Arbeitszeit sind heute daher weit populärer als die Einführung von Kurzarbeit. (whr/sda)

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