Wirtschaft
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Globale Finanzwelt trifft sich

IWF-Jahrestagung: Wachstum, Wachstum, Wachstum



Der oesterreichische Finanzminister Michael Spindelegger, links, im Gespraech mit der Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Freitag, 11. April 2014, anlaesslich der Fruehjahrstagung des Internationalen Waehrungsfonds (IWF) in Washington. (KEYSTONE/APA Foto/ PHOTONEWS.AT/GEORGES SCHNEIDER)
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Auch die Schweiz war vertreten: Evelyne Widmer-Schlumpf. Bild: APA

Die globale Finanzwelt macht sich Sorgen über die Kraft der Weltwirtschaft. Finanzminister und Notenbankchefs aller Welt haben sich daher für ein entschlossenes Handeln zur Stärkung der globalen Konjunktur ausgesprochen.

Man wolle das Wachstumspotenzial erhöhen, um eine Wirtschaft zu schaffen, die kräftiger, nachhaltiger und ausgeglichener sei sowie mehr Arbeitsplätze biete, erklärte der Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IMFC) am Samstag in Washington.

Es sollten «kühne und anspruchsvolle» Massnahmen ergriffen werden, um die Nachfrage neu zu beleben und ökonomische Engpässe zu beheben, hiess es im Abschlusspapier des Gremiums bei der Jahrestagung des IWF und der Weltbank. «Unsere höchste Priorität muss sein, das heutige tatsächliche Wachstum und das morgige Wachstumspotenzial zu unterstützen, während die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit gesichert wird.»

Strukturreformen gefordert

Angesichts einer konjunkturellen Abkühlung müssten Wachstumsprobleme der Zukunft durch Strukturreformen verhindert werden, forderte der IMFC-Vorsitzende, Singapurs Finanzminister Tharman Shanmugaratnam. Auch zusätzliche öffentliche und private Investitionen in die Infrastruktur seien wichtig, um die Erholung zu unterstützen.

Zu den Gefahren für die Konjunktur zählt der Lenkungsausschuss, der die 188 Mitgliedsländer des IWF vertritt, die anziehende Geldpolitik oder die anhaltende Niedriginflation in grossen Volkswirtschaften. Auch ein risikoreicheres Verhalten an den Finanzmärkten und erhöhte geopolitische Spannungen seien problematisch.

Beunruhigt zeigte sich das Gremium über die Ebola-Epidemie in Westafrika. «Wir sind zutiefst besorgt über die menschlichen und sozioökonomischen Auswirkungen.»

Lagarde: «Benutzt all eure Werkzeuge»

epa02933287 IMF Managing Director Christine Lagard participates in a press conference during the 2011 IMF World Bank Annual Fall Meeting in Washington, DC USA, on 24 September 2011. At separate press conferences at the IMF headquarters in Washington DC, the chiefs of the international financial institutions called on Europe, the US and Japan to address their economic shortcomings before they become bigger problems for the rest of the world.  EPA/JIM LO SCALZO

Bild: EPA

Der IWF hatte vor der Jahrestagung seine Prognose des globalen Wachstums für dieses Jahr auf 3,3 Prozent gesenkt. Im April war der Wert noch 0,4 Prozentpunkte höher. Auch für 2015 korrigierte der IWF seine Aussichten nach unten und rechnet nun mit 3,8 Prozent Wachstum. Die zum wiederholten Male verschlechterten Aussichten hatten beim Treffen die Besorgnis über eine neue globale Krise ausgelöst.

IWF-Chefin Christine Lagarde relativierte die Sorgen: «Das Wachstum ist zurück und wir haben eine Erholung», sagte sie. Ihr Ziel für die Tagung sei gewesen, den Finanzministern und Notenbankgouverneuren «ein bisschen Feuer» zu machen. «Seid mutig und benutzt all eure Werkzeuge», rief sie ihnen zu.

USA rufen Europa zu Stärkung der Nachfrage auf

US-Finanzminister Jack Lew forderte die europäischen Verantwortlichen auf, ihre Politik «neu auszurichten» und die Nachfrage zu stärken. Die Euro-Zone benötige eine «angemessene Mischung» aus Konjunkturprogrammen, geldpolitischen Massnahmen und strukturellen Reformen, sagte Lew in seiner Erklärung vor dem Lenkungsausschuss.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble stellte vor dem Gremium dagegen fest, dass der Euro-Raum «bedeutende Fortschritte» bei der Bewältigung der Krise gemacht habe. An den Finanzmärkten sei das Vertrauen in die Währungsgemeinschaft zurückgekehrt, zahlreiche Krisenländer hätten die Rezession hinter sich gebracht.

Zugleich warnte Schäuble vor Selbstzufriedenheit. Der Währungsraum müsse den «Pfad der wachstumsfreundlichen Haushaltskonsolidierung» weiter beschreiten. Auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sprach sich für eine konsequente, aber wachstumsfreundliche Sparpolitik in der Euro-Zone aus. (aeg/sda/dpa/reu)

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