Bitcoin steigt trotz Unsicherheit um Iran-Krieg über 70'000 Dollar
Der Bitcoin hat sich in den letzten Tagen trotz Unsicherheit rund um den Iran-Krieg zuletzt robust gezeigt. Am Mittwoch hat die bedeutendste Kryptowährung erstmals seit Anfang Februar auch wieder die Marke von 70'000 Dollar übersprungen. Experten sehen für den Bitcoin wieder verstärkt eine Rolle als «geopolitische Absicherung».
Am Mittwochmittag notiert der Bitcoin bei 70'900 Dollar, nachdem er am Wochenende mit dem Kriegsausbruch im Nahen Osten allerdings noch auf rund 63'000 Dollar abgesackt war. Im Vergleich zum Stand von vor einer Woche liegt die Kryptowährung damit rund 9 Prozent im Plus. Von den Rekordwertem vom Herbst 2025 bei über 120'000 Dollar ist der Bitcoin allerdings noch immer weit entfernt.
Ausgeprägte Kursreaktion
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs scheine der Bitcoin derzeit wieder vermehrt eine Rolle als «digitales Gold» einzunehmen, sagt Dominic Weibel, Chefanalyst von Bitcoin Suisse, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Auch die Bitcoin-ETF sahen in den vergangenen Tagen wieder klare Zuflüsse, was auf erneutes Interesse von institutionellen Anlegern hindeutet.
Als noch junge Anlageklasse zeige der Bitcoin allerdings oft ein «binäres» Verhalten, sagt Weibel: Je nach Marktlage verhalte er sich wie eine Risikoanlage, in anderen Marktphasen entwickle er sich dagegen parallel zu «sicheren Häfen» wie Gold oder Rohstoffe.
Starke Reaktionen
Zudem reagiere der Bitcoin oft sehr stark und negativ auf externe Schocks, erhole sich dann aber auch wieder schnell. Ausgebrochen waren die kriegerischen Auseinandersetzungen am Wochenende, als ausser den Kryptomärkten praktisch alle Märkte geschlossen waren. «Diese waren eigentlich der einzige Markt, wo die Investoren ihre Meinung ausdrücken konnten», so Weibel.
Am Mittwoch sorgten nun auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump für eine gewisse Beruhigung an den Finanzmärkten. «Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Strasse von Hormus zu eskortieren», schrieb Trump am Dienstagabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie sicherstellen.
Hoffnung auf Stabilisierung
Der Bitcoin-Suisse-Chefanalyst hofft derweil wieder auf eine Umkehr des zuletzt negativen Trends bei den Kryptowährungen: In den letzten Monaten hätten sich mit Aktien, Gold oder Rohstoffe praktisch alle Märkte ausser den Kryptoanlagen positiv entwickelt – und dies eigentlich ohne einen fundamentalen Grund. «Ich denke, dass wir jetzt langsam der Phase näherkommen, in der sich die Kryptomärkte stabilisieren könnten.» (hkl/sda/awp)
