Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Spectators looking at a concert on the main stage during the 21st Caribana Openair Festival in Crans-sur-Nyon, Western Switzerland, Wednesday, June 8, 2011. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Abstimmung über SVP-Initiative

Wie eng ist es wirklich in der Schweiz? 10 Fakten zur Zuwanderung

Die SVP-Initiative «gegen Masseneinwanderung» befindet sich laut der jüngsten SRF-Umfrage im Aufwind. Wir zeigen einige Fakten zur Zuwanderung.



1. Schon vor 100 Jahren kamen viele Ausländer

Die Schweiz erlebte bereits vor dem Ersten Weltkrieg und zwischen 1950 und 1970 eine starke Zuwanderung. Allerdings erreichte sie selbst damals nie die durchschnittlich 70'000 Personen, die seit 2004 jährlich zugezogen sind. Bundesrätin Simonetta Sommaruga verweist darauf, dass in der Hochkonjunktur der 1960er Jahre bis 200'000 Ausländer pro Jahr in die Schweiz kamen. Darin sind jedoch die Saisonniers enthalten, die erst nach mehreren Jahren die Aufenthaltsbewilligung erhielten.

2. Die Zuwanderer lernen fleissig Deutsch

In den letzten drei Jahren stiegen die Teilnehmerzahlen in den Deutschkursen der Migros-Klubschule kontinuierlich: 

2011: 22'913 Teilnehmer

2012: 34'162 Teilnehmer

2013: 38'005 Teilnehmer

3. Die Zuwanderer kommen vor allem zum Arbeiten

Fast 50 Prozent der Zuwanderer kommen mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche in die Schweiz. Um die 30 Prozent reisen jährlich im Rahmen des Familiennachzugs ein. 

4. Gut ausgebildete Einwanderer nehmen zu

5. Die meisten Ausländer leben in den Städten

In diesen Schweizer Bezirken stammt jeder dritte Bewohner aus dem Ausland: 

6. Die Migration wirkt sich aus auf Mieten und Verkehr

In den letzten Jahren hat die Mobilität stärker zugenommen als die Bevölkerung. Allein im öffentlichen Verkehr wuchs die zurückgelegte Strecke in den letzten zehn Jahren um rund 

30 Prozent.

Beim Wohnungsmarkt sind vor allem die städtischen Gebiete unter Druck. In Zürich sind die Mieten von 2000 bis 2010 um rund 40 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat die Wohnfläche pro Kopf in den Städten stagniert.

7. Die Zuwanderer schaffen Arbeitsplätze

Die Zuwanderer kurbeln die Wirtschaft an. Vor allem aus Deutschland, Frankreich und Italien, aber auch aus anderen Ländern ziehen gewiefte Unternehmensgründer in die Schweiz. Allein im Jahr 2013 haben sie 30'000 Jobs geschaffen. 

8. Die Schweiz hat den höchsten Ausländeranteil in Europa

Das trifft zu für alle Länder mit mehr als einer Million Einwohnern. 2013 betrug der Ausländeranteil in der Schweiz

23,2 Prozent.

Dahinter folgt Zypern mit rund 20 Prozent. Deutlich höher war er in Ministaaten wie Monaco und im Grossherzogtum Luxemburg, wo fast die Hälfte der Bevölkerung (43 Prozent) aus dem Ausland stammt. Solche Vergleiche sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Die Schweiz kennt relativ strenge Einbürgerungsregeln und der Ausländeranteil ist entsprechend hoch.

9. Zuwanderer sind nicht krimineller als Schweizer

Ein Grenzwaechter, rechts, und ein Tessiner Kantonspolizist, links, bewachen am Mittwoch, 2. Maerz 2011, den loechrigen Grenzzaun an der Gruenen Grenze in St. Margerita ausserhalb von Stabio. Aus Angst vor einer Zunahme der Kriminalitaet im Grenzgebiet fordert der Kanton Tessin vom Bund mehr Sicherheitspersonal an der Grenze zu Italien. Hintergrund ist die Ueberfallserie auf Tankstellen und Geschaefte, welche die Tessiner Bevoelkerung in den letzten Tagen und Wochen in Angst und Schrecken versetzten. In der Regel kaemen die Taeter aus dem nahen Ausland. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Bild: KEYSTONE

Rund 50 Prozent aller Straftaten in der Schweiz werden von Ausländern verübt. Eine Analyse des Kriminologischen Instituts der Universität Zürich hat letztes Jahr jedoch ergeben, dass die Kriminalitätsrate bei den hier ansässigen Ausländern etwa ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Ein beträchtlicher Teil der Ausländerkriminalität entfällt auf «Kriminaltouristen» und Asylbewerber.

10. Einwanderer sind nicht muslimisch, sondern christlich und säkular

Das Minarett der Mahmud Moschee ist beleuchtet am Sonntag, 29. November 2009 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

A train composition drives past the illuminated minaret of the Mahmud Mosque in Zurich, Switzerland, Sunday, November 29, 2009. Swiss voters in a referendum accepted on Sunday the initiative forbidding the construction of new minarets in Switzerland. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Das Egerkinger Komitee, das die Minarett-Initiative lanciert hat, warnt in einem Inserat: «Bald 1 Million Muslime?» Derzeit leben laut Bundesamt für Statistik rund 400'000 Muslime in der Schweiz. Sie kommen überwiegend vom Balkan, besonders aus dem Kosovo. Die starke Zuwanderung der letzten Jahre jedoch betrifft in erster Linie die Europäische Union. «Gerade die Personenfreizügigkeit mit der EU – unter Beschränkung des Zuzugs aus anderen Ländern – hat die Einwanderung ‹christlicher› und säkularer gemacht», schreibt die NZZ.

watson auf Facebook und Twitter

Sie wollen keine spannende Story von watson verpassen?
Liken Sie unsere Facebook-Seiten:
watson.news, watsonSport und watson - Shebbegeil.

Und folgen Sie uns auf Twitter:
@watson_news und @watson_sport

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 01.02.2014 14:56
    Highlight Highlight Ja zur regulierenden und masshaltenden Initiative der SVP!

    Endlich bringen Journalisten, die allzu oft vertuschten oder versteckten Fakten des Wohnungsmarktes mit den längerfristigen Auswirkungen mal klar auf den Tisch.

    Super watson, weiter so mit gut recherchierten Artikeln.

    Lasst euch von missgönnenden "linken" Kommentaren nicht entmutigen... Denn wie sagt man so schön? "REAKTION IST IMMER AUCH INFORMATION":-)
  • Livia 31.01.2014 07:29
    Highlight Highlight Danke für einen guten, informativen Text, der die gruseligen Mythen einmal aufklärt. Was an Zahlen "politisch" oder "linkslastig" sein soll, ist mir unklar. Das könnte höchstens die Auswahl an Fakten sein, die jedoch scheinen auf denjenigen Punkten zu basieren, die das Stimmvolk interessieren. Vielleicht lohnt es sich eher, die propagierten SVP-Szenarien zu hinterfragen, als eine objektive Berichtserstattung.
  • Swissroland 31.01.2014 02:10
    Highlight Highlight Watson hat in allem recht, darum hab ich ja JA gestimmt.
    Ūbrigens sind die Gefängnisse mit mit fast 80% Ausländern belegt
  • hpj 31.01.2014 01:19
    Highlight Highlight Noch ergaenzend zu meiner 'Asylanten-Diskriminierungs-Kritik':
    Abgesehen vom (in diesem Artikel) tendenziös zusammengestellten Inhalt finde ich (generell) die Aufmachung, Mix von Bildern, Farben, Titeln und Text sackstark!
    Auch die Laenge, Detailgrad (kurz & dicht, aber nicht zu kurz) und Lesefluss sind super!
    Das Potential waere da. Haben wir noch nicht in der Medienszene. Wollen wir!
  • hpj 31.01.2014 01:12
    Highlight Highlight @Peter&Rafaela: Zu Punkt 9: Kommt ja richtig diskriminierend, wenn nicht schon rassistisch rüber: so sind die sich in der Schweiz befindenden Asylbeweber also keine Zuwanderer??
    Was sind sie dann? Zuflieger vielleicht? oder Zuschleicher? oder eben - vielleicht naheliegender aus eurem Text zu interpretieren - einfach eh auszuschaffender "Abschaum", der nicht zählt?
    Wenn schon - ihr habt sie aus der Statistik rausradiert, und damit Punkt 9 zu einem Nein-Argument verdreht. Echt euer Ernst?? Es ist also schon allerhand, was ihr da so zwischenzeilig so absondert.
    • Peter 31.01.2014 11:19
      Highlight Highlight In der Zuwanderungs-Statistik des Bundes werden die Asylbewerber nicht mitgezählt. Sie bilden eine eigene Kategorie, so lange ihr Gesuch nicht gutgeheissen ist oder sie als Härtefall aufgenommen werden. Das hat nichts mit Diskriminierung oder Rassismus zu tun, auch wenn die Formulierung bei Punkt 9 vielleicht nicht besonders glücklich ist.
  • Thomas Jakober 30.01.2014 22:41
    Highlight Highlight Genau: 30'000 Arbeitsplätze wurden von den Zuwanderern geschaffen. 80'000 sind gekommen, rund die hälfte arbeiten, belegen also 40'000 Arbeitsplätze. Woher nehmen sie also die fehlenden 10'000? Und die anderen 40'000 benutzen unsere Infrastruktur, ohne etwas dazu beizutragen.

    50% der Straftaten werden von 23.2% Einwohneranteil der Ausländer ausgeführt. Demnach sind die Ausländer also dreimal so kriminell wie die Schweizer? Alles reine Interpretationssache...
    • Christian Wehrli 31.01.2014 06:29
      Highlight Highlight Bemerkung zu der Krimininalitätsrate der Ausländer in den hier aufgeführten Ergebnisse. ich bin erst auch drüber gestolpert. Es heisst nämlich: «... dass die Kriminalitätsrate bei den hier ansässigen Ausländern etwa ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Ein beträchtlicher Teil der Ausländerkriminalität entfällt auf «Kriminaltouristen» und Asylbewerber.»
      Ergo wird die Differenz durch Kriminaltouristen und Asylbewerber gefüllt. Als Grenzstadt ist Basel genau davon betroffen.
    • goschi 31.01.2014 09:10
      Highlight Highlight hach, es ist amüsant zu beobachten, wenn jemand weder die Fakten vollständig liest noch weitere Schlüsse daraus zu ziehen mächtig ist.

      -Von den jährlich neuen Jobs wurden alleine 30'000 von Zuwanderern geschaffen, dazu kommen noch die, die die bereits hier ansässigen schaffen.
      -Diese Zahl sagt nichts darüber aus, wieviele Zuwanderer bnötigt werden, nur dass auch die zuwanderer selbst noch Jobs schaffen.
      -Inwiefern tragen die Zuwanderer nichts zu unserer Infrastruktur bei? Sie bezahlen Steuern, Autobahnvignetten, bahnbillets, usw. sie tragen also gleich viel/wenig dazu bei wie jeder andere auch.

      Und nochmal genau lesen, die hier ansässigen Ausländer (also alle mit Niederlassungsbewilligung) haben keine signifikant höhere Kriminalitätsrate als Schweizer. Was den erhöhten Ausländeranteil im Strafsystem ausmacht laut ist Artikel vor allem der Kriminaltourismus und Asylanten.
    • Rafaela Roth 31.01.2014 11:18
      Highlight Highlight Japp, goschi, genau etwa so wollte ich auch grad antworten. :)
  • jdd2405 30.01.2014 22:24
    Highlight Highlight Danke, watson, für die einseitige Berichterstattung. In diesem Artikel wird nirgends die zukünftigen Folgen der massiven Einwanderung erwähnt. Zudem will die Initiative die Einwanderung nur auf die vom Bundesrat versprochene 10'000 Einwanderer pro Jahr beschränken. Was der Bundesrat verspricht, soll er doch auch halten, oder?
  • mak 30.01.2014 20:47
    Highlight Highlight Mit diesem Beitrag ist nun auch klar, welch politische Position watson.ch einnimmt. Schade. Ich habe mich auf eine neutrale Berichterstattung gefreut. Aber man kann halt nicht alles haben. Ansonsten finde ich watson super.
    • Ursus 30.01.2014 22:47
      Highlight Highlight Lieber mak
      Damit nimmt watson keine politische Position ein, es sind einfach nur Fakten! Selbst das linkslastige SRF bringt täglich Fakten die nur eine Antwort zulassen: Ja zur Initative!
    • beadini 30.01.2014 23:00
      Highlight Highlight ... sorry, watson.ch, mak trifft es auf den Punkt!
    • Wolfsblut_2 30.01.2014 23:17
      Highlight Highlight was ist denn da nicht neutral?
    Weitere Antworten anzeigen

Wie Super-Macho Jair Bolsonaro im Kampf gegen das Coronavirus versagt

Brasilien ist zum neuen Corona-Hotspot geworden – und Präsident Jair Bolsonaro gibt sich alle Mühe, die Epidemie noch dümmer zu managen als der US-Präsident.

Als der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gefragt wurde, weshalb sein Land so viel mehr Corona-Tote habe als China, entgegnete er lächelnd: «So what? Was soll ich dagegen tun?»

Die Antwort ist typisch für Bolsonaro. Sein Machismo ist selbst für südamerikanische Massstäbe unerträglich. Über das Coronavirus macht er sich lustig. Er besucht lieber Grill-Partys als Spitäler. Minister, die seine Meinung nicht teilen, feuert er kurzerhand.

Zuerst musste Luiz Henrique daran glauben. Der allseits …

Artikel lesen
Link zum Artikel