Wirtschaft
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Drittel bis Hälfte der Staatsschulden

EU diskutiert Schuldenschnitt für Griechenland

10.01.15, 06:15

In der EU-Kommission wächst offenbar die Unterstützung für einen Schuldenerlass für Griechenland. «Ein Schuldenschnitt in Griechenland ist unausweichlich, weil das Land sonst mit seiner Schuldenlast nicht fertig wird», zitierte die Zeitung «Die Welt» hochrangige EU-Kreise.

Die Auffassungen über den Zeitpunkt des Schuldenschnitts gingen allerdings in Brüssel auseinander. Teilweise werde dieser schon in diesem Jahr als notwendig erachtet. Zugleich gebe es aber auch die Einschätzung, dass dieser Schritt «erst in ein paar Jahren kommen wird, wenn keine Gefahr mehr besteht, dass andere Krisenländer ebenfalls auf einen Schuldenerlass spekulieren». Die Grössenordnung für den Schuldenschnitt sei auf «ein Drittel bis die Hälfte der Staatsschulden» beziffert worden.

Dem Bericht zufolge gehen die mit den Beratungen vertrauten EU-Kreise davon aus, dass «Griechenland in absehbarer Zeit wohl nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren kann und eine vorsorgliche Kreditlinie in Höhe von zehn Milliarden Euro darum keinen Sinn macht». Daher werde das laufende Hilfsprogramm voraussichtlich zunächst über Ende Februar 2015 hinaus verlängert, dann werde sich wahrscheinlich ein drittes Hilfspaket anschliessen. Der Finanzbedarf Athens liege mittelfristig bei rund 20 Milliarden Euro.

In Griechenland wird am 25. Januar ein neues Parlament gewählt. Umfragen zufolge liegt die linke Syriza-Partei vorn. Ihr Chef Alexis Tsipras will die im Gegenzug für Finanzhilfen von 240 Milliarden Euro zugesagten Reformen stoppen und mit den Euro-Partnern sowie dem IWF einen Schuldenerlass vereinbaren. (dhr/sda/reu)



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    Alle Leser-Kommentare
  • manhunt 10.01.2015 09:03
    Highlight ein weiterer schuldenerlass für griechenland wäre ein affront für all jene länder, die durch reformen und teils drastische sparmassnahmen, wieder auf kurs gekommen sind. steuerhinterziehung bis in die obersten führungsebenen, korruption, systematischer rentenbetrug und ein völlig aufgeblähter und ineffizienter staatsapparat konnten bis heute nicht entscheidend reformiert werden. ein wille dies zu ändern ist nicht zu erkennen. stattdessen schieben sich die einzelnen parteien gegenseitig den schwarzen peter zu. ein weiterer schuldenerlass wäre zudem ein klares signal an andere schuldner, ihren verpflichtungen nicht mehr voll nachkommen zu müssen, sobald sich die politischen kräfteverhältnisse in ihren ländern verschieben würden.
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