Wirtschaft
International

China droht mit Gegenmassnahmen zu geplantem EU-Industriegesetz

Neuwagen des chinesischen Elektroautohersteller BYD.
Neuwagen des chinesischen Elektroautohersteller BYD.Bild: Keystone

China droht mit Gegenmassnahmen zu geplantem EU-Gesetz

27.04.2026, 07:2827.04.2026, 07:28

Brüssel will die europäische Industrie mit einem neuen Gesetz stärken. China hat die Pläne der EU scharf kritisiert.

Der Gesetzentwurf enthalte ernstzunehmende Hemmnisse für Investitionen und institutionelle Diskriminierung in den vier strategischen Wachstumsbranchen Batterien, Elektroautos, Photovoltaikanlagen und bei wichtigen Rohstoffen, teilte das Handelsministerium in Peking mit.

Die Behörde hatte nach eigenen Angaben am 24. April der EU ihre Bedenken über den Entwurf zur Unterstützung der Industrie (Industrial Accelerator Act, IAA) sowie Empfehlungen dazu übermittelt. Sollte die EU Chinas Vorschläge nicht berücksichtigen, die Verabschiedung des Gesetzes vorantreiben und dadurch die Interessen chinesischer Firmen beeinträchtigen, sehe sich Peking gezwungen, Gegenmassnahmen zu ergreifen, hiess es.

Was die EU mit dem Gesetz vorhat

Der IAA soll laut Angaben aus Brüssel die EU in strategischen Industriebranchen stärken, dort Arbeitsplätze sichern und schaffen sowie in diesen Sektoren «Made in Europe» zur Bedingung bei öffentlichen Aufträgen machen.

epa12794313 European Commission Executive Vice-President for Prosperity and Industrial Strategy, Stephane Sejourne, speaks during a press conference on the Industrial Accelerator Act, following the EU ...
Stephane Sejourne, Vizepräsident der EU-Kommission spricht zum IAA, 4. März 2026.Bild: EPA

China als grosser Konkurrent der EU-Industrie wäre bei Auslandsinvestitionen betroffen. Denn hohe ausländische Direktinvestitionen müssten künftig genehmigt werden. Das soll Firmen in den Bereichen Batterien, Elektrofahrzeuge, Solarzellen und kritische Rohstoffe vor der Übernahme aus dem Nicht-EU-Ausland schützen.

Was China fordert

Chinas Handelsministerium verwies auf drei Probleme des IAA. Das Gesetz verstosse gegen einige Abkommen, hiess es zum einen. Zum anderen würden chinesische Investoren diskriminiert, was sich schwerwiegend auf die Investitionsaussichten chinesischer Firmen in Europa auswirken würde. Drittens werde das Gesetz den grünen Transformationsprozess der EU aufhalten und den fairen Wettbewerb beeinträchtigen, hiess es.

Peking empfahl, etwaige Anforderungen für Auslandsinvestoren, lokale Anteile an der Wertschöpfung oder die Übertragung von geistigem Eigentum aus dem Entwurf zu streichen. (nil/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Selbstfahrende Autos – der Weg zum Robotaxi
1 / 12
Selbstfahrende Autos – der Weg zum Robotaxi

In Europa und den USA wird die Klassifizierung des autonomen Fahrens in fünf Stufen vorgenommen. Ein Überblick ...

quelle: ap/waymo / julia wang
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schusswechsel Dinner: Trump stolpert bei Evakuierung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die SNB belässt den Leitzins erneut bei 0 Prozent – was das (für dich) bedeutet
Zinsentscheide sind angesichts der weltpolitisch unübersichtlichen Lage eine besonders komplexe Angelegenheit. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt im September ihren Leitzins bei 0 Prozent. Die Gründe und was der Entscheid (für dich) bedeutet.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins bei 0 Prozent. Dies teilt die SNB am Donnerstagmorgen mit.
Zur Story