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Weltweit fahren mehr als 74 Millionen Autos mit Elektroantrieb

Elektroauto-Ladestation in Asien.
Elektroauto-Ladestation in Asien.Bild: imago-images.de

Weltweit fahren bereits über 74 Millionen Autos mit Elektroantrieb

Elektromobilität legt 2025 weiter zu. Hingegen bezahlen Biofuel-Fahrer massiv mehr, wie eine aktuelle Studie zeigt.
25.04.2026, 10:0325.04.2026, 10:08

Der weltweite Bestand an Autos mit Elektroantrieb ist 2025 so schnell gestiegen wie noch nie. Ende 2025 befanden sich laut einer Analyse mehr als 74 Millionen reine Stromer, Plug-in-Hybride und Autos mit Range-Extender auf den Strassen,

Das sind 19 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) ermittelte. Den bisherigen Rekordanstieg hatte es im Jahr 2023 und mit einem Plus von 14 Millionen gegeben.

Die führenden Länder

Den mit Abstand grössten Bestand gibt es in China mit rund 44 Millionen Autos mit Elektroantrieb. Damit fahren sechs von zehn PKW dieser Kategorie in einem einzigen Land. Der Abstand zur Nummer zwei ist gewaltig. In den USA gibt es 7 Millionen Autos mit den genannten Antriebsarten. Deutschland liegt mit 3,2 Millionen auf Rang drei vor dem Vereinigten Königreich mit 2,8 Millionen und Frankreich mit 2,5 Millionen.

Zusammengenommen liegt Europa aber weit vor den USA. Alleine die 14 vom ZSW einzeln ausgewiesenen grösseren europäischen Länder kommen auf mehr als 16 Millionen Autos mit elektrischem Antrieb.

Und die Energiekrise?

Mehr Stromer machen Länder widerstandsfähiger

«Die Entwicklungen der Kraftstoffpreise in den letzten Wochen zeigen eindrücklich, dass Länder mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen resilienter aufgestellt sind als Länder mit geringen Anteilen», sagt Andreas Püttner vom ZSW.

«Besitzer von Elektroautos sind nicht von fossilen Kraftstoffen abhängig und dadurch besser gegen extreme Preissprünge geschützt, was soziale und wirtschaftliche Belastungen in Krisenzeiten begrenzen kann.»

Die Hersteller-Rangliste

Mit Blick auf die Hersteller liegt inzwischen der chinesische Anbieter BYD weit vorn. Hier gibt es keine echten Bestandszahlen, nur aufaddierte Neuzulassungszahlen, die etwas höher ausfallen als die Zahl der Autos, die tatsächlich noch auf der Strasse sind. Bei BYD sind es inzwischen 15 Millionen.

Auf Rang zwei folgt Tesla mit 9 Millionen vor VW mit 5,7 Millionen. Auch BMW und Mercedes schaffen es in die Top 10, BMW mit 3,1 Millionen Autos auf Rang 6, Mercedes mit gut 2 Millionen auf Rang 8.

79 Prozent Mehrkosten für Biofuel-Fahrer
Autofahren mit Biokraftstoff ist im Schnitt 79 Prozent teurer als das Fahren mit Strom. Zu diesem Schluss kommt eine neue Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E).

Konkret veranschlagt die Auswertung die Kosten für das Laden eines E-Autos in der EU auf rund 7 Euro (6.42 Franken) pro 100 Kilometer. Für die gleiche Strecke mit reinem HVO (hydriertes Pflanzenöl) fallen hingegen etwa 13 Euro (11.92 Fr.) an. Die Organisation sieht das Potenzial von Biokraftstoff daher als begrenzt.

HVO gilt als sogenannter «Drop-in»-Kraftstoff, der in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden kann und daher von Teilen der Industrie als Übergangslösung beworben wird. Die Analyse verweist jedoch auf begrenzte Verfügbarkeiten dieser Treibstoffe. Da auch andere Sektoren – etwa die Luftfahrt – für die Erreichung ihrer Klimaziele auf ähnliche Treibstoffe angewiesen sind, könnte die Nachfrage das Angebot übersteigen.

Die Studienautoren fordern daher von den Behörden, den alternativen Kraftstoffen – zumindest für Personenfahrzeuge – keinen Vorrang zu geben und die Elektrifizierung der Autobranche voranzutreiben.

(sda/awp)
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Tanken mit «Biofuel» in Asien. Bild: keystone

(sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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fczzsc
25.04.2026 10:22registriert August 2014
Ich war vor ein paar Wochen in Kunming, China, einer 8 MIO Stadt, traute meinen Augen und Ohren nicht.
Roller zu 100% elektrisch unterwegs, Fahrzeuge wohl 80%, trotz Riesenverkehr ruhig wie auf dem Friedhof.
Alles blitzsauber und saubere Luft. Da haben sich die Dinge mächtig verändert in den letzten paar Jahren.
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