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US-Sanktionen vertreiben Hotelketten aus Kuba

Fishermen with makeshift rafts walk past the Paseo del Prado hotel, of the Canadian chain Blue Diamond, in Havana, Tuesday, June 2, 2026. (AP Photo/Ramon Espinosa)
Cuba Hotels
Fischer gehen am Dienstag am Hotel «Paseo del Prado» der kanadischen Kette Blue Diamond in Havanna vorbei.Bild: keystone

US-Sanktionen vertreiben Hotelketten aus Kuba

02.06.2026, 19:5202.06.2026, 19:52

Nach der Androhung von Sanktionen durch die US-Regierung verliert der mächtige kubanische Militärkonzern Gaesa internationale Geschäftspartner in der Hotelbranche auf der Karibikinsel. Die sozialistische Regierung Kubas bezeichnete die US-Massnahmen als die bisher «grösste, übermässigste und gefährlichste Eskalation» der Spannungen mit Washington.

Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada (früher Blue Diamond) und Archipelago International aus Indonesien haben Medienberichten zufolge begonnen, sich teilweise aus Kuba zurückzuziehen.

In this Sept. 12, 2017, photo, a customer sits at the lobby bar of the Hotel Capri in Havana, Cuba. New details about a string of mysterious “health attacks” on U.S. diplomats in Cuba indicate the inc ...
Ein Gast sitzt an einer Lobbybar in Havanna, Kuba.Bild: AP/AP

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Mai neue Sanktionen gegen Gaesa verhängt. Ziel sei es, der kommunistischen Militärführung und den Eliten des Landes den Zugang zu Vermögenswerten zu entziehen. Auch ausländischen Banken und Unternehmen drohen ab dem 5. Juni Sanktionen, falls sie weiterhin mit dem Konzern zusammenarbeiten. Schätzungen zufolge kontrolliert Gaesa mindestens 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft in verschiedenen Bereichen.

Laut Kuba will Washington den Inselstaat wirtschaftlich isolieren

Havanna kritisierte die US-Sanktionen scharf. «Das erklärte Ziel besteht darin, das Land diplomatisch, wirtschaftlich, finanziell und im Energiebereich zu isolieren», hiess es. Gaesa sei weder eine undurchsichtige Struktur noch ein Instrument zur Bereicherung einiger weniger. Vielmehr habe das Unternehmen angesichts des «Wirtschaftskriegs» der Vereinigten Staaten seit den 1990er Jahren mit Investitionen in Infrastruktur und Sozialprojekte eine entscheidende Rolle für das Wohl der Kubaner gespielt.

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Menschen unterhalten sich in einem Café in HavannaBild: keystone

Die Tourismusbranche steckt in der Krise

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Tourismusbranche auf Kuba nicht erholt. Hinzu kommen die Wirtschaftskrise und anhaltende Stromausfälle, die Besucher abschrecken. Die jüngsten US-Sanktionen gegen Öllieferungen nach Kuba haben die Lage weiter verschärft. Wegen des Treibstoffmangels haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen auf die Karibikinsel eingestellt.

Iberostar bestätigte am Dienstag, die Verwaltung von zwölf Hotels in Kuba aufzugeben, die zur Hoteltochter Gaviota von Gaesa gehören. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben bislang die zweitgrösste Hotelkette des Landes und betreibt dort insgesamt 18 Hotels.

Hintergrund des Schritts ist Medienberichten zufolge die angekündigte Verschärfung der US-Sanktionspolitik. Iberostar bestätigte diesen Zusammenhang jedoch nicht ausdrücklich, sprach aber von einer «kritischen und komplexen» Lage in Kuba. (sda/dpa)

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