Andrang am Panamakanal steigt – Reederei bezahlt Millionen um vorzudrängeln
Der Iran-Krieg und dessen Einfluss auf die Handelsrouten sorgen aktuell für einen steigenden Andrang am Panamakanal. Viele asiatische Länder, die ihr Rohöl, Gas und weitere Rohstoffe normalerweise über den Persischen Golf beziehen, wenden sich zunehmend an die USA als alternative Lieferquelle.
Schnelle Passage ohne Reservation kann Millionen kosten
Dies hat zur Folge, dass die Wartezeit am Eingang zum Panamakanal aktuell rund dreieinhalb Tage beträgt, wie das US-Newsportal Bloomberg berichtet. Dabei handelt es sich um die längste Wartezeit seit der Dürre in Panama 2023. Der tiefe Wasserstand sorgte damals dafür, dass weniger Schiffe auf einmal die Route passieren konnten, was lange Wartezeiten vor dem Kanal zur Folge hatte.
Eine Quelle, die anonym bleiben möchte, berichtete nun gegenüber Bloomberg davon, dass ein Flüssiggas-Tanker einer chinesischen Reederei in einer Auktion der Kanal-Behörden vier Millionen Dollar bezahlt haben soll, um die aktuelle Warteschlange zu umgehen. Bereits im März, in den ersten Wochen des Iran-Krieges, hätten Reedereien bis zu einer Million Dollar zusätzlich bezahlt, um lange Wartezeiten zu umgehen.
Auktionssumme ist keine festgelegte Gebühr
Die genannten Zahlen wollen die Betreiber des Panamakanals auf Anfrage nicht bestätigen, sie stellen jedoch klar, dass es sich dabei um keine festgelegte Gebühr für die Passage handle. Vielmehr spiegle die Auktion die vorübergehenden Verschiebungen auf dem weltweiten Transportmarkt wider.
Der Auktionswert, also die Summe, welche Schiffe zusätzlich bezahlen, um schneller passieren zu können, ergebe sich dabei aus Faktoren wie den Treibstoffpreisen, der Dringlichkeit der Lieferung für den Kunden oder der weltweiten Angebots- und Nachfragesituation. Wer jedoch erst gar nicht in der Schlange stehen wolle, könne sich auch einfach frühzeitig anmelden und sich so einen Durchfahrtsplatz reservieren, schreiben die Kanalbehörden auf Anfrage von Bloomberg weiter.
Es ist nicht dass erste Mal, das diese für die Kanalbetreiber höchst lukrative Praxis zur Anwendung kommt. Bereits bei der zuvor erwähnten Dürre 2023 wurden Zeitslots, um den Kanal schneller zu passieren, für 2.4 Millionen Dollar versteigert, wie das Nachrichtenmagazin Business Insider damals berichtete. (jul)
