Wirtschaft
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Angela Merkel als Hausfrau

Bild: montage: watson / material: keystone, shutterstock

Wirtschaft lahmt: Kommt jetzt das Ende der deutschen Sparwut?

Die Aktienkurse brechen ein. Der schwelende Handelskrieg bringt den Exportweltmeister in Schwierigkeiten. Dagegen kämpft auch die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau vergebens an.



Geht es um Wirtschaft, vergleicht sich Angela Merkel gerne mit einer schwäbischen Hausfrau. Diese teilt bekanntlich ihr Budget sorgsam ein, lebt sparsam und gibt nur Geld aus, das sie zuvor verdient hat. Genauso müsse auch der Staat haushalten, doziert die Kanzlerin jeweils, sehr zur Freude ihrer Untertanen.

Die schwäbische Hausfrau ist auch die Schutzheilige der deutschen Volkswirtschaftslehre. Zwischen Rhein und Oder schwören die Ökonomen mehrheitlich auf den Ordoliberalismus, eine theoretisch verbrämte Version des Leitmotivs der schwäbischen Hausfrau.

Die Sparmentalität hat sich tief in die deutsche Seele gegraben und geht quer durch alle Schichten der Gesellschaft und die politischen Parteien. So schwört der aktuelle Finanzminister Olaf Scholz (SPD) genauso auf eine «schwarze Null» im Staatshaushalt wie sein konservativer Vorgänger Wolfgang Schäuble. Und «Geiz ist geil» war einer der erfolgreichsten Werbeslogans der jüngeren Vergangenheit.

«Die aktuellen Zahlen markieren das Ende der goldenen Ära der deutschen Wirtschaft. Der Druck auf die Regierung wird zunehmen.»

Carsten Brzeski

Im Ausland hingegen hat der Ordoliberalismus wenig Freunde. Seit Jahrzehnten versuchen vor allem angelsächsische Ökonomen – darunter auch konservative – ihren deutschen Kollegen klar zu machen, dass massive Exportüberschüsse und ausgeglichene Staatshaushalte mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Vergeblich. Solange die deutsche Wirtschaft brummte, gab es an den Grundsätzen des Ordoliberalismus nichts zu rütteln. «Wir haben es mit der Agenda 2010 vorgemacht, am deutschen Wesen soll Euroland genesen», lautete die stereotype Antwort Berlins auf die Eurokrise. Die Folge war eine verheerende Austeritätspolitik, die eine rasche Erholung aus der Grossen Rezession verhindert hat.

ARCHIV --- Teile eines VW Passat werden am 9. Maerz 2018 im Karosseriewerk im Volkswagen Werk Emden, Deutschland, von Robotern zusammengefuegt. (zu dpa

Ein VW-Passat wird zusammengeschweisst. Bild: DPA

Doch nun hat es Deutschland selbst erwischt. Bereits im zweiten Halbjahr 2018 ist die Wirtschaft nur knapp einer Rezession entronnen. Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) wieder 0,1 Prozent geschrumpft. Die Industrieproduktion ist gar um 5,2 Prozent eingebrochen.

Carsten Brzeski, Chefökonom der Bank ING, erklärt gegenüber der «Financial Times»: «Die aktuellen BIP-Zahlen markieren das Ende der goldenen Ära der deutschen Wirtschaft. Der Druck auf die Regierung wird zunehmen.»

Grund für den Abschwung ist die lahmende Autoindustrie. Das hat verheerende Folgen: «Der Standort Deutschland ist in hohem Masse von der Autoindustrie abhängig, stellen die beiden Accenture-Berater Frank Riemensperger und Svenjy Falk in ihrem Buch «Titelverteidiger» fest.

VW, BMW, Mercedes & Co. haben zwischen 2007 und 2017 fast 60 Prozent des Gesamtwachstums der Top-50-Unternehmen erwirtschaftet. Rund 800’000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt mit der Autoindustrie verbunden.

Der schwelende Handelskrieg zwischen den USA und China und die durch den neuen Protektionismus hervorgerufene allgemeine Verunsicherung setzen der Autoindustrie zu. Gleichzeitig haben sich die deutschen Hersteller mit dem Dieselskandal selbst in Verruf gebracht. Dazu kommt, dass sie die Entwicklung des Elektroautos lange verschlafen haben und heute bei der Batterietechnologie und der Software im Rückstand liegen.

Bisher haben Dienstleistungen und der Binnenkonsum ein Absacken der Wirtschaft verhindern können. Doch die Aussichten sind ernüchternd: Das Stimmungsbarometer der Finanzfachleute befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 2011.

Die Prognosen für die Zukunft sind ebenfalls düster. Es droht ein No-Deal-Brexit und eine italienische Regierungskrise. Beides ist Gift für den Exportweltmeister, und die Mittel aus der Hausapotheke der schwäbischen Hausfrau sind dagegen machtlos.

Deutschland muss endlich seinen unseligen Export- und Sparwahn überwinden. Gelegenheit dazu bietet die Klimaerwärmung. Eine Version eines Green New Deals drängt sich geradezu auf, denn die deutsche Infrastruktur hat eine Generalüberholung dringend nötig.

Eine ökologische Rundum-Erneuerung würde nicht nur der Umwelt gut tun. Sie würde eine drohende Massenarbeitslosigkeit verhindern und die Saga der schwäbischen Hausfrau dorthin befördern, wo sie hingehört: ins Reich der Märchen.

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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Allion88 15.08.2019 04:56
    Highlight Highlight Die absolute nr1 in deutschland ist die automobilindustrie, welche gerade den umstieg auf neue technologien verschlafen hat und diesen nach wie vor nicht genug ernst nimmt.
    Ein paar pseudo e-modelle, die neu schon technologisch 5 jahre hinten anstehen ändern daran auch nichts.

    Kutschenbauer hatten den umstieg auf verbrenner verschlafen. So geht es nun VW und konsorten.

  • Markus97 14.08.2019 22:02
    Highlight Highlight "[...] dass massive Exportüberschüsse und ausgeglichene Staatshaushalte mehr Schaden anrichten als Gutes tun" Das Ökonomen heutzutage so denken zeigt doch wie kaputt unser Wirtschaftssystem ist. Es ist wie mit dem Klimawandel, man will einfach die Probleme so lange herausschieben, bis sie das Problem der nächsten Generationen sind. Die Sache ist aber die: Wer einen Kredit vergibt, will sein Geld irgendwann zurück. Lässt man die Schuld einfach durch Inflation zu nichte werden, wird der Geldgeber irgendwann realisieren, dass er verarscht wird. So oder so die Schuldenmacherei hat keine Zukunft.
  • WHYNOT 14.08.2019 21:45
    Highlight Highlight Die deutsche Wirtschaft brummte dank den umfassenden Reformen Schröders, SPD, der ultralockeren Geldpolitik und last but not least aufgrund des relativ tiefen Aussenwerts des Euros und die Kontraktion erfolgt nicht wegen der Sparwut des Staates. Vielmehr leidet Deutschland an der Regulierungswut, der Energiewende, der fiskalischen Belastung des Mittelstandes und der CO2-Histerie, welche der Automobilindustrie - Rückgrat der deutschen Wirtschaft - ein Dolchstoss versetzte. Mehr als eine Dekade Groko unter Merkel hat Deutschland auch politisch beschädigt.
    • WHYNOT 14.08.2019 22:54
      Highlight Highlight Jümgstes Beispiel: Fleischsteuer
    • K1aerer 15.08.2019 07:25
      Highlight Highlight Warum wird er geblitzt? Passt es nicht in deren Ideologie oder wie? Wahrheit schmerzt manchmal.
    • Räuber&Liebhaber 15.08.2019 09:51
      Highlight Highlight Ach die Dochsotsslegende... jaja hat schon for bald 100 Jahren gefruchtet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rburri68 14.08.2019 20:55
    Highlight Highlight Jetzt oder nie Investieren! Schweiz, eine Swissmetro zum Beispiel. Deutschland, sarnierung der kompletten Bahn. Es wird nie billiger und nützlicher als jetzt, Milliardenprojekte zu starten.
  • drüber Nachgedacht 14.08.2019 20:52
    Highlight Highlight Ganz so schlimm sieht es in Deutschland nun doch nicht aus.
    Es herrscht zumindest in Süddetschland und den grossen Städten Vollbeschäftigung.
    Wie in der Schweiz ist es nahezu unmöglich Fachkräfte zu rekrutieren.
    So können viele Arbeiten nicht wegen Geldmangel, sondern wegen fehlenden Arbeitskräften nicht ausgeführt werden.
    • Knety 14.08.2019 22:22
      Highlight Highlight In Deutschland sollten dringend die Löhne steigen. Das ist schon lange überfällig! Dann haben viele Arbeitslose auch einen Anreiz sich umzuschulen und es werden auch wieder Fachkräfte kommen.
  • Serge Künzli 14.08.2019 20:35
    Highlight Highlight Da wird sehr schnell übertrieben. Deutschland ist der Chef der EU. Deutschland ist reich. Warum? Weil sie Kostenbewusst sind. Nicht dass sie geizig wären, das stimmt nicht, sie sind einfach sehr klar und rational. Immerhin haben sie über eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Ein geiziges Land wie die Schweiz macht das nicht. Die einzige Nation in Europa, die was hinkriegt, ist Deutschland. Darum ist es auch für die Schweiz enorm wichtig, das wir mit ihnen gut auskommen. Ein EU-Beitritt wäre ratsam und die Deutschenfeindlichkeit in der Schweiz sollte man bestrafen.
    • Olmabrotwurst vs. Schüblig 14.08.2019 23:08
      Highlight Highlight Ich glaube wir haben pro Kopf mehr Flüchtlinge aufgenommen als D, Kostenbewusst? Wieso zahlen wir dan drauf um den Euro zuhalten und Deutschfeindlichkeit findet in der Schweiz nur statt, weil der Deutsche bei uns immer nickt und ja sagt zu allem und er kann alles und es sich meist herausstellt das dem entsprechend nicht so ist irgendwoher kommt ja der Begriff Gummihals.
    • hoorli 15.08.2019 00:27
      Highlight Highlight 2016 wurden in Europa 1,3 Millionen Asylgesuche überhaupt gestellt.... https://www.amnesty.ch/de/themen/asyl-und-migration/asylpolitik-schweiz/dok/2017/zahlen-und-fakten-zu-asyl-in-der-schweiz
    • Allion88 15.08.2019 04:44
      Highlight Highlight Wir hatten 2018 1.9 flüchtlinge auf 1000 einwohner, genau wie D und somit einen der höchsten Werte europas (quelle BfS).
      Nicht das einzig falsche an deinem kmentar, aber am einfachsten zu widerlegen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr.SID 14.08.2019 20:16
    Highlight Highlight Als Finanz-Ökonom muss ich nun doch mal meine Tastatur hier betätigen und erwähnen, dass dies ein guter Artikel ist und die Problematik vollends wiedergibt. Ich äussere mich sonst nie auf Watson, da manches nicht objektiv analysiert wird. Zu diesem Thema jedoch und vor allem auf Grund der „lapidaren“ Kommentare, muss ich hier meinen Hut ziehen - well done!
    • BlueTire 14.08.2019 20:54
      Highlight Highlight Waaaaas auf Watson gibts Artikel die nicht Objektiv sind? 😱
    • Phoenix_0209 14.08.2019 22:47
      Highlight Highlight @Dr.SID Merci für deinen Kommentar, bin zwar kein Ökonom aber ganz deiner Ansicht.

      MfG
  • Schlumpfinchen 14.08.2019 20:11
    Highlight Highlight Einen europäischen Green New Deal und ein Ende der Austeritätspolitik würde ich sehr begrüssen. Deutschland muss endlich bewusst werden, dass ihre Sparwut und Exportweltmeisterpolitik allen anderen schadet. Und auch innerhalb Deutschlands machen sich die grossen Nachteile bemerkbar.
  • bebby 14.08.2019 19:32
    Highlight Highlight Welche „drohende Massenarbeitslosigkeit“? Deutschland ging es noch selten so gut. Bitte bei den Fakten bleiben. Lieber 100 Merkel als 1 Salvini. Salvini wird das Geld mit beiden Händen ausgeben. Für Armee und Vaterland.
    • Schlumpfinchen 14.08.2019 19:59
      Highlight Highlight Ja klar es geht ihnen supergut. Wie war das nochmal mit Leiharbeit ohne Mindestlohnbindung? Da haben zwar ganz viele einen Job und in der Statistik steht praktisch Vollbeschäftigung, aber immer mehr Leute können von ihrem Lohn nicht Leben. Wenn die Leute kein Geld ausgeben, weil sie kaum genug verdienen, lahmt die Wirtschaft langfristig. Ausserdem sorgt die deutsche Politik in anderen EU-Ländern für Arbeitslosigkeit und Staatsschulden.
  • Maya Eldorado 14.08.2019 19:08
    Highlight Highlight Ursprünglich diente ja das Geld als erweitertes Tauschmittel. Also, das Geld diente der Wirtschaft und somit den Menschen, um den Warenfluss zu erleichtern.
    Heute nennt sich das Kapital und dem Kapitalismus muss sich alles unterordnen. Es geht also nicht mehr darum, die Menschen zu bedienen, sondern das Kapital und damit die Superreichen.
    In der Bibel nennt sich das Mammon. Wir sollen nicht diesem Gott, der dem Teufel zu Füssen liegt dienen, sondern......
    • Kaspar Floigen 15.08.2019 10:04
      Highlight Highlight Dem Kapitalismus wird alles untergeordnet, weil er Krieg, Krankheit und Hunger auf ein nie dagewesenes Minimum reduziert hat. Aus uralten Büchern zitieren, hilft dagegen niemandem weiter.
    • flyme 15.08.2019 11:27
      Highlight Highlight @Kaspar Floigen
      Krankheiten und Hunger wurden alleine durch Forschung und Entwicklung verringert. Das wirtschaftliche System hatte darauf keinen Einfluss darauf. Und was Kriege angeht: mir wäre keine Untersuchung bekannt, welche zeigt, dass Kapitalusmus Kriege verhindern oder minimieren würde. Handel ja, aber Kapitalismus hat per se nichts mit Handel zu tun.
    • Kaspar Floigen 15.08.2019 12:28
      Highlight Highlight Und was schafft die Gründe und den Überschuss durch den wir überhaupt Forschung und Entwicklung betreiben können? Wer würde Geld in Forschung und Entwicklung investieren, wenn nicht der Glaube an Wachstum vorhanden wäre? Bevor Wachstum, musste man jemanden etwas wegnehmen (z.B. durch Krieg), im sich zu bereichern. Mit Wachstum können beide zusammenarbeiten und sich gegenseitig bereichern, ohne dass jemand verlieren muss.
  • Chriguchris 14.08.2019 18:34
    Highlight Highlight Also,
    Sparwut = ausgeglichenes Budget
    Sparwut = nicht mehr ausgeben als man hat/einnimmt
    Sparwut = Schulden abbauen
    Sparwut = ein ausgeglichenes Budget
    Sparwut = einen gesunden Umgang mit Geld
    haben meine Eltern mir dann alles verkehrt beigebracht?
    • Chriguchris 14.08.2019 18:42
      Highlight Highlight Upps, sorry für das doppelte Budget^^
    • gelb 14.08.2019 19:15
      Highlight Highlight Ja dir haben die Eltern alles falsch beigebracht.
      Volkswirtschaft=/Privatpersonen
      Wenn jemand Spart muss gleichzeitig auch jemand Schulden machen. Dies ist einfache Buchhaltung. Ein System in dem alle Wirtschaftsakteure (Staat, Haushalte, Ausland, Unternehmen) sparen kann nicht funktionieren. Deutschland hat dies indem gelöst das, dass Ausland der Schuldner ist. Was höchst Asozial war und ein Hauptgrund dafür das sich Europa nicht von der Wirtschaftskrise erhohlt hat.
    • aglio e olio 14.08.2019 19:17
      Highlight Highlight BWL und VWL sind eben schon zwei unterschiedliche Dinge.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mutbürgerin 14.08.2019 18:29
    Highlight Highlight Wenn die Wirtschaft in D einbricht, dann kommt der nächste Kanzler*In aus der AfD und Greta wird nicht mehr so viel Sendezeit erhalten. Ob man auf die schnelle aus Kohlearbeitern Softwareentwickler und Ökogenies machen kann, müsste man ausprobieren. Die schaffen das schon. Ersatzinfrastruktur sollte man aus Überschüssen finanzieren, die neue Infrastruktur führt ja nicht zu zusätzlicher Produktivität, wenn sie ausschliesslich der Umwelt dient. Als Privater sollte man nun Bitcoins oder Gold kaufen, wie die grossen Investoren, da die Währungen aufgrund der Schulden immer weniger Wert sind.
  • m. benedetti 14.08.2019 18:19
    Highlight Highlight New Green Deal? DE hat 30‘000 subventionierte Windräder aufgestellt, die Flatterstrom liefern und das Netz, resp. dessen Steuerung an die Grenzen bringt und zusammen mit den Dänen haben sie die höchsten Strompreise in der EU, wenn nicht weltweit. DE wird industriell gerade an die Wand gefahren und dann droht noch die Transferunion. Dann beläuft sich der Targetsaldo auf gegen 1000 Mia. Euro. Geld, dass sie wohl nie mehr sehen werden. Die deutsche Bank ist dank den Niedrigzinsen und mangelndem Ertrag eigentlich Bankrott und wird wohl verstaatlicht werden müssen. Gute Nacht DE!
    • Nony 15.08.2019 09:02
      Highlight Highlight Kann schon alles sein. Aber wie heisst es doch so schön: Totgesagte leben länger!
      Die Vorstellung, dass die Wirtschaft nur funktionieren kann, wenn sich der Staat bis zur Halskrause verschuldet, ist lediglich ein Märchen der New economy Jünger. Es ist schon richtig, dass der Staat antizyklisch investieren sollte ... aber wo ist jetzt das Problem. Die Wirtschaft in D brummte, somit muss der Staat nicht investieren und hat es auch nicht gemacht. Wenn die Wirtschaft einbricht sollte sich das ändern. Warten wir also mal ab.
  • namib 14.08.2019 18:14
    Highlight Highlight Die Sparpolitik hat die Inflation in Schach gehalten und damit zusammen mit der Gelddruckmaschine der EZB zu anderen Problemen geführt:
    Wir haben zwar auf Staatsstufe gespart aber die Zeche zahlen wir trotzdem und zwar mit dem Mangel an Rendite auf unseren Ersparnissen (zB Pensionskasse).
    Zudem führt die Tiefzinsphase zu Assetinflation und somit zu einem weiteren Auseinanderdriften von Reich und Arm. Indirekt ist das wohl mit ein Grund für die Blüte der Populisten.

    Sparen in Ehren aber die Sache hat zwei Seiten.
    • Nony 15.08.2019 09:06
      Highlight Highlight Und Sie glauben tatsächlich, dass die Schere zwischen arm und reich kleiner geworden wäre, wen die Rendite auf "unser" Erspartes nur grösser gewesen wäre? Echt jetzt? Wo haben Sie Mathe gelernt? Diese Person gehört bestraft. Offenbar ist Ihnen nicht bewusst, dass es bei einem Vermögen von unter einer Mio nicht so sehr darauf ankommt, ob man 1, 2 oder 3 Prozent Zinsen bekommt. Nicht, weil der Zins nicht steigen würde, aber der Sparzins wird nicht die Inflation brechen. Das tut er zwar auch nicht bei Vermögen um die 100 Mio, aber da reguliert das reine Volumen das Problem
    • namib 15.08.2019 13:24
      Highlight Highlight Du musst die Mathe, die du ja offensichtlich gut gelernt hast auch richtig anwenden.
      Das Tiefzinsumfeld hat zur Folge, dass für Werte wie Aktien, Obligationen und Immobilien höhere Preise bezahlt werden. So haben sich die Preise für Immobilien in Deutschland über die letzten Jahre zum Teil vervielfacht!
      Jetzt rate mal, liebe(r) Nony, wer mehr von diesen steigenden Immobilienpreisen profitiert...von 1,2 oder 3 Prozent spricht niemand: Wenn sich wegen sinkenden Zinsen die Rendite einer Liegenschaft von 6% auf 3% halbiert, dann heisst das umgekehrt, dass sie 100% (!) an Wert gewinnt.
  • Posersalami 14.08.2019 18:07
    Highlight Highlight Genau das gleiche kann man über die Schweiz schreiben.
  • GraveDigger 14.08.2019 18:02
    Highlight Highlight Kann ja nicht funktionieren.. Deutschland scheibt Miliarden in die EU um die Kaufkraft und Investitionen zu erhöhen im EU-Raum. Auf gut Deutsch geben sie andern Ländern Geld die dann damit Ihre Produkte kaufen. Kann nicht gut gehen. Der USA nun wegen Wirtschaftskreig die Schuld in die Schuhe zu scheiben ist nur ein Ablenkungsmanöver. Die deutschen die vorwiegend Autos nach Amiland exportieren sind wohl ein stückweit selber Schuld. Da weiss besonders VW warum.
  • Ökonometriker 14.08.2019 17:58
    Highlight Highlight Für die USA sind Schulden gut: der Dollar ist Leitwährung, die Schulden bezahlt das Ausland.
    Der Euro ist nicht Leitwährung. Aber er könnte es werden. Dazu müssen die Investoren aber mehr Vertrauen in die Gemeinschaftswährung aufbauen. Schulden helfen da nicht.
  • Le_Urmel 14.08.2019 17:51
    Highlight Highlight Also Herr Löpfe, also soll Deutschland das machen was die USA, China, Italien usw. machen?

    Schulden ausweiten bis zum Exzess?

    Wie lange soll das System funktionieren?

    Zur Zeit hat jeder Bundesbürger eine pro Kopfverschuldung von 24.000€. Dies bedeutet diese Summe wurde von jemanden geliehen. ich denke, dass der Schuldner auch irgendwann sein Geld wieder haben will. In guten Zeiten soll für die schlechten sparen und eine Minirezession kein nicht der Grund sein die Geldschleussen zu öffnen.
    • Posersalami 14.08.2019 18:08
      Highlight Highlight Zwischen nichts ausgeben und Exzess gibts eine grosse Grauzone..
    • Schlumpfinchen 14.08.2019 20:05
      Highlight Highlight Genau, zwischen einer schwarzen Null und dem Geld mit beiden Händen aus dem Fenster werfen gibt es überhaupt gar nichts. Oder etwa doch?
    • Jo Blocher 15.08.2019 05:06
      Highlight Highlight Gebet eines Oekonomen:"Ein schuldenfreier Staat ist ein schlechter Staat. Dies, weil er finanzpolitische Ziele verabsolutiert und andere Aufgaben der öffentlichen Hand vernachlässigt hat. Etwa die Investitionen in die Infrastruktur, in die Sicherheit, in die Bildung, in den sozialen Ausgleich. Ausgaben in diesen Bereichen haben langfristig meist einen positiven volkswirtschaftlichen Effekt, da sie Wachstum nicht nur ermöglichen, sondern auch selbst stimulieren. Oder anders herum: Der heutige Wohlstand der Schweiz ist das Ergebnis der Schuldenwirtschaft von gestern". Amen.
  • DerTaran 14.08.2019 17:49
    Highlight Highlight Spare in der Zeit, so hast du in der Not.

    Deutschland, hat jetzt zumindest Geld zum ausgeben.

    • Posersalami 14.08.2019 18:27
      Highlight Highlight Nope, das „gesparte“ Geld ist in Form von Überschüssen im Ausland.
    • DerTaran 14.08.2019 18:31
      Highlight Highlight @Aldi, unsere Aussenhandelsbilanz ist zwar nicht ganz so gross, wie die Deutsche aber auch ziemliche hoch. Ausgeglichen ist jedenfallswas anderes. Ausserdem sparen auch wir seit Jahren. Alles was Löpfe Deutschland vorwirft gilt auch für uns.
    • flyme 14.08.2019 18:57
      Highlight Highlight @Aldi die Schweiz hat seit rund 30 Jahr alles andere alseine ausgeglichene Aussenhandelsbilanz. In den letzten Jahren haben wir einen Exportüberschuss von jährlich rund 30 Milliarden Franken oder etwa 4-5% unseres BIPs. Damit liegen wir nur knapp hinter Deutschland.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nr 756 14.08.2019 17:47
    Highlight Highlight Wir müssen endlich von der Idee des immerwährenden Wachstums wegkommen.
    • FaridBang3000 14.08.2019 18:17
      Highlight Highlight ...und dann? gibt es gute Alternativen? davon wüsste ich gerne.
    • Posersalami 14.08.2019 18:28
      Highlight Highlight Klingt nice!

      Welches Wirtschaftssystem schlägst du vor und was machen wir mit den ganzen, nur durch Wachstum finanzierbaren Schulden? Streichen? Fangem wir dann mit deiner Rente an? Alles nicht so einfach.
    • GrumpyDog 14.08.2019 20:04
      Highlight Highlight Ja, das klingt natürlich gut und ist schnell dahergesagt. Aber sagen wir mal eine Indistrie erhöht die Effizienz in der Produktion und kann nun dieselben Produkte günstiger produzieren. Die frei werdenden Ressourcen werden nun anderweitig verwendet, zum Beispiel, um Gebäude energetisch zu sanieren. Schon hast du Wachstum. Wachstum entsteht auch durch Effizienzsteigerung und technologischen Fortschritt (nicht nur durch eine Erhöhung des Konsums). Man sollte hier daher ein wenig differenzieren. Ich bin eher der Meinung, dass wir die Umweltbelastung unseres Konsums senken sollten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • K1aerer 14.08.2019 17:44
    Highlight Highlight Oha, also einfach mal wieder die Staatsverschuldung und die Staatsquote in die Höhe treiben. Japan ind China zeigen ja vor, wie man künstlich BIP hochhalten kann, indem man im Inland irgendwelche Bauprojekte durchführt.
  • Triumvir 14.08.2019 17:43
    Highlight Highlight Eine Mitschuld an der aktuellen Wirtschaftslage tragen ganz klar auch die Autobosse, welche, anstatt auf Zukunftstechnologien zu setzen, viel zu lange an Verbrenner festhalten wollten. Jetzt haben sie einen ordentlichen Rückstand, den sie zuerst aufholen müssen...falls der Zug nicht schon lange abgefahren ist...
  • Platon 14.08.2019 17:42
    Highlight Highlight Leider ist der Ordoliberalismus auch bei uns „Staatsraison“. Ich sehe bereits wie die 2.8 mia. Überschuss in den unnützen Schuldenabbau gehen, statt reinvestiert werden. Ich meine, wer ist schon so blöd sich bei Negativzinsen (und sie werden noch weiter fallen, das hat Tommi gesagt) sich um Schulden zu kümmern. Investiert es in kluge Projekte, die der Wirtschaftsflaute entgegensetzen!
  • Chrigu BE 14.08.2019 17:36
    Highlight Highlight ... Wenigstens steht über den - wie immer - effektheischerisch-apokalyptischen Zeilen für einmal nicht "Analyse".

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