Wirtschaft
Italien

Italien will den Kündigungsschutz lockern: Zehntausende gehen dagegen auf die Strasse

«Rechte, Arbeit, Demokratie» lautet der Slogan der Protestkundgebung von Samstag in Rom. 
«Rechte, Arbeit, Demokratie» lautet der Slogan der Protestkundgebung von Samstag in Rom. Bild: Andrew Medichini/AP/KEYSTONE

Italien will den Kündigungsschutz lockern: Zehntausende gehen dagegen auf die Strasse

28.03.2015, 19:42
Mehr «Wirtschaft»

Zehntausende haben in Rom an einer vom Gewerkschaftsverband CGIL organisierten Demonstration teilgenommen. Die Kundgebung richtete sich gegen die Arbeitsmarktreform der italienischen Regierung von Premier Matteo Renzi.

Dessen Reformen haben laut CGIL den Kündigungsschutz zu stark gelockert. «Die Regierung Renzi hat Italiens Arbeitnehmer all ihrer Rechte beraubt», betonte der Chef der zu CGIL gehörenden Metallarbeitergewerkschaft FIOM, Maurizio Landini, am Samstag. Italien brauche einen Neubeginn, einen «neuen Frühling». Nur mit konkreten Initiativen für Beschäftigung und Wachstum könne das Land nach über sieben Jahren Krise neu starten.

«Rechte, Arbeit, Demokratie» lautet der Slogan der Protestkundgebung. Die Demonstranten versammelten sich auf der zentralen Piazza della Repubblica und zogen durch die Innenstadt. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden aus Sorge vor Anschlägen ergriffen.

Während die Gewerkschaft gegen die Arbeitsmarktreform demonstrierte, feiert Premier Renzi die ersten Resultate im Kampf für mehr Beschäftigung. Dank der Steuerentlastungen seiner Regierung wuchs seit Jahresbeginn die Zahl der Unternehmen, die Personal mit unbefristeten Arbeitsverträgen anstellen, wie aus neu veröffentlichten Angaben des Arbeitsministeriums hervorgeht.

«Das ist ein klares Signal, dass Italien den Neustart geschafft hat. Obwohl es noch verfrüht ist, die lange Stagnationsphase der italienischen Wirtschaft für beendet zu erklären, kann Italien jetzt mit stärkerem Optimismus in die Zukunft blicken», sagte der Staatssekretär im Arbeitsministerium Massimo Cassano.

Die von der Arbeitsmarktreform vorgesehenen Steuerentlastungen für unbefristete Arbeitsverträge seien zwar positiv, sie würden jedoch nicht genügen, um die hohe Arbeitslosigkeit infolge der langen Rezession zu bekämpfen, kommentierten dagegen Gewerkschaftsvertreter. (sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Schweizer Teile in russischen Waffen: Seco kooperiert mit Firmen

Das Seco hat bisher über fünfzig Verwaltungsstrafverfahren wegen Verstössen gegen die Russland-Sanktionen eröffnet. Es arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, um zu vermeiden, dass Komponenten aus der Schweiz in russischen Waffen gegen die Ukraine landen.

Zur Story