Tricksen bei Aktionen: Seco interveniert bei der Migros
Wer drei Stück kauft, erhält 30 Prozent Rabatt – so ähnlich lässt sich bei Coop oder Migros sparen. Doch die Schrift auf den Preisschildern ist teilweise derart klein, dass die Aktion nicht klar entzifferbar ist.
Beim Westschweizer Sender RTS haben sich deshalb mehrere Personen gemeldet, die mit den Preisschildern Mühe hatten. Sie beklagen sich, dass sich der Aktionspreis schlecht vom Einzelpreis unterscheiden lässt.
Bei Coop etwa sind Aktionen mit gelben Preisschildern ausgewiesen. Der Preis, der am grössten angeschrieben ist, ist der Aktionspreis. Der Normalpreis steht kleiner darunter. Und wie viele Stücke man für den Aktionspreis kaufen muss, ist in einer noch kleineren Schrift aufgedruckt.
Coop ist damit aber nicht allein. Bei Migros wird die Praxis ähnlich gehandhabt: Der Aktionspreis ist in der grössten Schrift zu lesen, der Normalpreis ist kaum leserlich in kleiner Schrift und auch noch durchgestrichen darunter. Die Anzahl der Stücke, die für den reduzierten Preis zu kaufen sind, wird ähnlich klein angegeben.
Seco wird wegen Preisschild aktiv
Auf Anfrage von RTS erklärt die Migros: «Migros gestaltet die Preisetiketten so, dass Aktionen klar hervorgehoben werden, um den Kunden Sparmöglichkeiten aufzuzeigen. Migros hält sich damit an die eidgenössische Preisbekanntgabeverordnung (PBV).»
Dieser verlangt beispielsweise, dass der Preis gut lesbar bekannt gegeben werden muss. Überwacht wird die Einhaltung der PBV vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Dort hält man die Praxis von Coop für grenzwertig, wie RTS weiter berichtet. Die Migros wiederum verstosse gegen die Regeln.
Das Seco will deshalb bei der Migros intervenieren. Das bedeutet, dass der Detailhändler die Preisschilder bald anpassen muss. (vro)
