Wirtschaft
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Mitarbeiterparkplatz eines Detailhändlers in der Schweiz?  Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebes Kafi. Ich versuche immer eine gute Bürgerin zu sein und gehe regelmässig abstimmen. Dieses Mal tue ich mich ein bisschen schwer mit der Mindestlohn-Iniative. 

Einerseits finde ich es nur fair, dass jede Person so viel verdienen kann, um sich überhaupt ein Leben in der Schweiz finanzieren zu können. So spart man auch indirekt Geld für AHV etc. Andererseits besteht die Gefahr, dass mit dem erhöhten Lohn einfach Arbeitsplätze gestrichen werden und mehr Arbeit verlangt wird. So müsste bei Annahme der Initiative eine Putzfrau neu zwei Stockwerke statt nur eines putzen, weil ihre Kollegin entlassen wurde um die neu entstandenen Kosten (höherer Lohn) einzusparen. Ich vertraue jedoch darauf, dass dies nicht funktionieren wird und schliesslich anderswo Kosten eingespart werden, da man nicht auf die Putzarbeit (in diesem Beispiel) verzichten kann. Wie siehst du das? Beste Grüsse. Nathalie, 20



Liebe Nathalie 

Unsere direkte Demokratie ergibt nur dann Sinn, wenn der Stimmbürger seine Verantwortung wahrnimmt und überhaupt abstimmen geht. Aber sich eine eigene Meinung zu bilden, ist manchmal ganz schön anspruchsvoll! Seit etwas über einem Jahr bin ich Teilnehmerin am Abstimmungspodium, das vom Magazin Die Perspektive organisiert und von Simon Jacoby hervorragend geleitet wird. Davor habe ich mich eher oberflächlich informiert und mich von Abstimmungsempfehlungen leiten lassen. Aber seit ich selber über pro/kontra mitdiskutiere, lese ich mich seriös in die diversen Themen ein. Und ich muss Ihnen sagen, die Entscheidung ist mir noch nie so schwer gefallen, wie bei der Mindestlohn-Initiative. Denn zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust! Die eine ist kühl kalkulierend und unternehmerisch denkend, die andere visionär (was nicht weniger unternehmerisch sein muss!) und stark optimistisch.

Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass ich gegen die 1:12-Initiative gestimmt und mich auch dementsprechend dazu geäussert habe. Bei dieser Initiative war für mich das Risiko für die Wirtschaft zu hoch, nur damit man ein paar wenigen Managern aufs gierige Händli hauen durfte. Und an eine Umverteilung nach unten habe ich auch keine Sekunde geglaubt, dafür bin ich dann wieder zu realistisch.

Bei der Mindestlohn-Initiative hingegen habe ich mich ganz bewusst gegen allzu viel unternehmerischen Realitätssinn entschieden. Mag sein, dass ländliche Gebiete und einige Wirtschaftszweige dadurch stark unter Druck kommen werden. Aber ich will nun mal daran glauben, dass die Schweiz, als neuntreichstes Land der Welt, fähig ist, Löhne zu zahlen, die ein halbwegs anständiges Leben erlauben.

Die ca. 330'000 betroffenen Menschen, die heute noch für unter 22 Franken/Stunde arbeiten, sind zum allergrössten Teil in sehr harten Berufen tätig. Diejenigen unter meinen Lesern, die selber im Verkauf, als Floristin oder im Gastgewerbe arbeiten, wissen, was es bedeutet, einen knochenharten Job mit anstrengenden Arbeitszeiten zu haben. Ich habe die meiste Zeit meines Erwachsenenlebens immer noch nebenbei im Verkauf gearbeitet und bin der Meinung, dass kaum ein Bürojob damit verglichen werden kann. Da ich aber auch ein paar Boutiquen geführt habe, ist mir ebenfalls bewusst, dass die Margen klein sind und die wirtschaftliche Lage prekär. Und trotzdem bin ich dafür, dass ein Angestellter mit einem 100% Pensum mindestens 4000 Franken nach Hause tragen kann.

Ein Land, mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt von USD 646.199 Mio (hier stehen wir im weltweiten Vergleich auf dem 20. Platz vor weiteren 168 Nationen), darf doch tammisiech nonemol keine Working Poor hervorbringen!

Die einzig grosse Sorge, die ich habe, ist das Image und die Zukunft der Berufslehren. Ich habe ja selber das KV einem Studium vorgezogen, weil ich so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt und unabhängig sein wollte. Und ich kann nicht wirklich abschätzen, ob ich widerstanden hätte, wenn man mich mit einem 4000 Franken Job gelockt hätte, als Alternative zu der schrecklich verhassten und mittelmässig bezahlten Lehre. Denn so sehr ich diese Zeit auch verabscheut habe, so bin ich doch ein grosser Fan unseres Systems der dualen Ausbildung. Wir müssen weiterhin genügend Lehrstellen für Schulabgänger haben, die keine akademische Laufbahn einschlagen. Schön und gut, dass die Schweiz ein Land mit sehr angesehenen Hochschulen ist; mein tägliches Früchtebrötli stellt immer noch ein Bäcker her und keine Anwältin her. Wir brauchen darum genügend Lehrstellen und diese müssen lohntechnisch ebenfalls angepasst werden. Es kann schliesslich auch nicht sein, dass eine gelernte Floristin ihrer ungelernten Putzfrau mehr Lohn bezahlt, als sie selbst Ende Monat erhält.

Viele Gegner der Initiative werden nun protestieren und einwenden, dass dadurch viele Jobs verloren gehen werden und ich muss zugeben, dass dies eine logische Schlussfolgerung sein könnte. Aber ich verlange unserem starken Land eine kreative und zukunftsgerichtete Lösung ab! Natürlich werden viele Betriebe dadurch unter Druck kommen. Aber Druck kann einen auch erfinderisch und innovativ machen.

Und wer auf dem Markt nur überleben kann, weil er seine Mitarbeiter mies bezahlt, hat dort eh nichts verloren!

Darum bin ich klar für die Mindestlohn-Initiative. Im Wissen um all die vernünftigen Gründe, die eigentlich dagegen sprechen. Ich persönlich wurde immer dann ingeniös und emsig, wenn mir das Wasser am Halse stand, und war immer dann faul und einfallslos, wenn es mir eigentlich zu gut ging.

Warum soll dieses einfache Prinzip nur bei uns Menschen funktionieren und nicht auch bei einer eigentlich gesunden Marktwirtschaft?

Besten Gruss und vielen Dank für Ihre Frage. Keine Love-Kummer-wassollichmachenerruftnichtmehran-Frage. I like!

Ihre Kafi.

Kafi Freitag 

Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Schlemihl 15.05.2014 11:18
    Highlight Highlight "Und wer auf dem Markt nur überleben kann, weil er seine Mitarbeiter mies bezahlt, hat dort eh nichts verloren!"

    Die Frage ist doch, ob ein Lohn von 3900 Franken "mies" ist?! Liebe(s), geh mal über die Grenze und frag die Leute dort, ob 3200 Euro ein "mieser" Lohn ist...

    Das Problem ist doch nicht, dass wir in der Schweiz zu tiefe Löhne zahlen würden! Das Problem sind die hohen Lebensunterhaltskosten. Und diese werden sicher nicht sinken, wenn wir einen Mindeslohn von 4000 Franken einführen.
  • Peter Schlemihl 15.05.2014 11:14
    Highlight Highlight "Ein Land, mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt von USD 646.199 Mio (hier stehen wir im weltweiten Vergleich auf dem 20. Platz vor weiteren 168 Nationen), darf doch tammisiech nonemol keine Working Poor hervorbringen!"

    Hübsch gebrüllt, Löwin...

    ...nur, wird daran ein Mindestlohn von 4000 Franken wenig ändern. Schon heute verdient die klare Mehrheit der Working-Poor über 4000 Franken. Respektive 7 von 8 Arbeitnehmenden mit einem Lohn von unter 4000 Franken sind keine Working Poor.

    Im Kanton Jura, wo man für eine 3-Zimmer-Wohnung 800 Franken Miete zahlt, kann eine alleinstehende Persone von 3800 Franken leben.

    Und das ist genau das Problem deiner Argumentation, liebe(s) Kafi: Du setzt Tieflohnbezüger mit Working-Poor gleich. Und das ist falsch!


    Die grösste Gefahr, die von einem Mindestlohn ausgeht, ist ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Denn die Mehrheit der Tieflohnbezüger sind junge Leute mit wenig Berufserfahrung. Allerdings verdient dann die Mehrheit von ihnen nach ein paar Jahren Berufserfahrung über 4000 Franken.

    http://schlemihlsblog.wordpress.com/2014/05/14/mindestlohn-falsches-rezept-fatale-nebenwirkungen/
  • tuck72 15.05.2014 09:17
    Highlight Highlight Hallo Kafi Freitag

    also ich habe genau die gleichen bedenken wie du...
    ich bin in einer Tieflohnbranche gross geworden aber im moment selbständig und daher nicht mehr direkt betroffen...

    Für mich ist der grosse Hacken auch die 4000 die man auch ohne Ausbildung bekommen muss..

    Für mich müsste die Initiative ergänzt werden mit:

    4000 Franken mit einer Berufsausbildung oder entsprechender Berufserfahrung. z.B. wer 3 Jahre auf einer Branche gearbeitet hat soll wie ein ausgebildeter behandelt werden... währe fair für beide Seiten und eine Berufsausbildung würde sich wieder lohnen da man sonst beim Branchenwechsel wieder bei unter 4000 anfängt..
    • Gus Tritis 15.05.2014 10:18
      Highlight Highlight Ich bin auch der Meinung: 4000 Franken Mindestlohn mit abgeschlossener Berufslehre. Denn die Jobs, welche immer weniger junge Zeitgenossen machen wollen (aus Angst, beim Voranschreiten der Entwicklung einer Zweiklassengesellschafft in die Röhre zu gucken...)sollen Attraktiv bleiben.
  • Caco 13.05.2014 22:58
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, diese Initiative ist eine sinnlose sache. Denn wenn ein Detailhandelsgeschäft mehr Löhne zahlen muss, werden einfach ihre Produkte teurer und wir sind wieder gleich weit wie im Moment.
    • tuck72 15.05.2014 09:31
      Highlight Highlight Hallo Caco

      das glaube ich nicht unbedingt... denn du siehst das genau bei den nicht ganz günstigen Textil-shops die Löhne am tiefsten sind... also nicht bei Aldi oder Lidl und auch nicht bei H&M sondern bei Marken-Shops... und das verstehe ich nicht...

      Aber klar kann es sein dass der Kaffee dann 20 Rp teurer wird...

      Zudem konnte man vor kurzer Zeit im Tagi lesen dass genau in den Gross-Städten der Lohndruck am grössten ist und in den Randregionen der Tieflohnbereich weniger unter druck ist. Ich bin aber auch nicht ganz sicher ob ein fixer mindestlohn richtig ist....
  • Anita_S 12.05.2014 14:31
    Highlight Highlight Liebe Kafi Freitag

    Grundsätzlich bin ich mit Deiner Antwort einig. Ich bin ebenfalls dafür, das ein Arbeiter recht entlöhnt werden soll. Jedoch kommt jetzt das grosse "Aber".
    Wir haben einen Bauernhof und seit letzten Sommer einen Hilfsarbeiter. Wenn die Initiative angenommen wird, können wir den nicht mehr beschäftigen. Er hat einen - zugegebenermassen - einen geringen Lohn. Jedoch wohnt er bei uns, hat eine funktionierende Infrastruktur, jeden Tag das Essen zubereitet und Internet, eigenes Bad, schönes Bad... usw. Ausgezahlt hat er Monatlich Fr. 1600.-. Davon muss er nichts mehr bezahlen (ausser Ausgang.. usw.) Er ist ein Rumäne (kann auch sehr schlecht Deutsch) und verdient trotz fehlender Ausbildung 6.4 x mehr als seine Mutter in Rumänien in einem Monat verdient. Wir müssten ihn wieder nach Haus schicken und würden probleme haben unseren Betrieb aufrecht zu erhalten.

    Zudem bin ich überzeugt, dass es vielen schlecht ausgebildeten Menschen so ergehen werden würde. Wegrationalisiert... Und dann? Landen sie beim RAV und spätestens nach zwei Jahren beim Sozialamt. Zukunfts-Perspekive? Null! Und wer zahlt die höheren Sozialabgaben? Der "normale" Arbeiter. Was dann? Höhere Steuern? Höhere MwSt.? Ich weiss nicht... Aber auch schwache Menschen und Randständige finde ich, sollten eine Chance im Berufsleben erhalten...
    • kafi 12.05.2014 15:16
      Highlight Highlight Liebe Anita. Die von Ihnen aufgeführten Gründe sind es ganz genau, warum ich mich mit meinem "JA" nicht wirklich einfach tue. Falls die Initiative angenommen würde, wären genau dort kreative Lösungen gefragt. Ich verstehe Ihre Einwände vollkommen.
    • kafi 12.05.2014 19:33
      Highlight Highlight Liebe Anita. Das verstehe ich sehr gut und das ist auch der Grund, warum ich mit mit der Entscheidung so schampar schwer getan habe. Hotelier und Bauern werden die Konsequenzen (falls es denn überhaupt soweit kommt) zu spüren bekommen. Es wird dann nötig sein, eine Lösung zu finden, welche diese Fälle berücksichtigt. Die Initiative ist absolut nicht wasserdicht, aber das sind Initiativen nie und müssen sie auch nicht sein. Detailfragen werden immer erst danach geklärt. Ich hoffe sehr auf den gesunden Menschenverstand, was die Umsetzung betrifft.
    • tuck72 15.05.2014 09:13
      Highlight Highlight Hallo Anita
      also bei deiner Geschichte ist das doch easy zu handhaben.

      du bezahlst offiziell 4000 Franken aus. Machst dem Arbeiter aber für Kost und Logis ein abzug von ca. 2000 franken. Denke das wäre möglich und du hättest nur noch mehrkosten von 400 Franken. Das ist glaube ich tragbar... Es geht ja um den Bruttolohn der 4000 betragen muss. Wieviel du ihm genau abziehen darfst von der rechtlichen seite her wäre natürlich abzuklären...
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