Wirtschaft
Schweiz

Parlament will Steuerabzüge für Firmen, die in der Schweiz produzieren

Parlamentarier debattieren waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 2. Juni 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Der Nationalrat stimmt dem Vorstoss aus dem Ständerat zu, nun ist der Bundesrat am Zug.Bild: keystone

Parlament will Produktion in der Schweiz unterstützen – mit Steuerabzügen

02.06.2026, 12:5302.06.2026, 12:53

Unternehmen sollen mehr in der Schweiz forschen, entwickeln, produzieren und ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit vertreiben. Das Parlament fordert vom Bundesrat die Prüfung eines Massnahmenpakets, inklusive zusätzlicher Steuerabzüge.

Der Nationalrat hat am Dienstag einer Motion von FDP-Ständerat Benjamin Mühlemann (GL) zugestimmt. Eine Mehrheit von SVP, FDP und GLP stimmte für den Vorstoss. Damit ist nun der Bundesrat am Zug.

Er muss die Einführung zusätzlicher Steuerabzüge für Produktionskosten von Unternehmen prüfen, analog zu den bestehenden Abzügen für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Zudem schlägt das Parlament die Schaffung von neuen Steuergutschriften vor.

Internationalem Trend folgen

Mühlemann möchte mit dem Massnahmenpaket den Produktions- und Forschungsstandort Schweiz stärken. Hiesige Exportunternehmen stünden zunehmend unter Druck – durch protektionistische Massnahmen im Ausland, den starken Franken und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten, machte er geltend.

Benjamin Muehlemann, FDP-GL, spricht zur Budgetdebatte, an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 2. Dezember 2025 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Glarner FDP-Ständerat Benjamin Mühlemann.Bild: KEYSTONE

Die Massnahmen sollen laut dem Motionär international zulässig und insbesondere OECD-konform sein. Gleichzeitig sollten sie so ausgestaltet und Absicherungen eingebaut werden, dass finanzielle Belastungen und Steuerausfälle sich in einem abgesteckten Rahmen bewegten.

Aus Sicht der bürgerlichen Mehrheit muss die steuerliche Attraktivität der Schweiz für Unternehmen gestärkt werden. Die vorgeschlagenen Massnahmen entsprächen dem internationalen Trend.

Kritiker bezweifeln Handlungsbedarf

Eine Minderheit gab im Nationalrat erfolglos zu bedenken, dass der jetzige Zeitpunkt nicht opportun sei, um neue Massnahmen zur Förderung der steuerlichen Standortattraktivität in Auftrag zu geben. Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter beantragte im Namen des Bundesrats ein Nein zum Vorstoss.

Zum einen bestehe kein akuter Handlungsbedarf, weil die Schweiz gemäss verschiedenen Rankings bereits zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten der Welt gehöre. Zum anderen schränke die angespannte Lage der Bundesfinanzen die Möglichkeiten zur Steuersubventionierung von Unternehmen ein. (nil/sda)

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